Formation 21C

Menschen in der Muttersprache erreichen

Formation 21C – Angebote für Menschen fremder Kulturen
Anstatt Landessprache und Einleben in eine fremde Kultur vorauszusetzen, spricht Formation 21C Menschen aus anderen Kulturen in ihrer Herzenssprache an. Das Ziel ist, ihren Landsleuten in der Schweiz Jesus nahebringen und Traumata zu lösen.

«Im Wirtschaftskanton Zug leben Menschen aus 150 Nationen, davon zahlreiche Fachkräfte», erklärt Simon von Känel. Ob es sich um Expads oder Asylsuchende handelt – viele von ihnen fühlten sich einsam, nicht zugehörig, weiss der Banker aus der Region. Er engagiert sich daher beim Verein Formation 21C (21 Century). Dieser möchte im 21. Jahrhundert Menschen aus fremden Kulturen trainieren, wie sie ihren Landsleuten das Evangelium verkünden können. Viele dieser Schlüsselpersonen kehren nicht in ihre Heimat zurück – aber die Erfahrung zeigt: Auswirkungen ihres Glaubens reichen bis dorthin.

Begeisterter Start

Christoph und Doris Schum kontaktierten vor vier Jahren verschiedene Theologen, um mit ihnen zusammen dieses Angebot für Menschen aus anderen Kulturen auf die Beine zu stellen. Niemand hatte ernsthaftes Interesse. Als sie das gleiche Anliegen in einer Runde von Theologen aus fremden Nationen vorbrachten, sagten umgehend fünf Personen zu. Vor zwei Jahren gründete das Kernteam den Verein Formation 21C. Seither wurden Alphakurse in Sprachen wie Spanisch, Ukrainisch oder Russisch durchgeführt – von Muttersprachlern, die ihre Landsleute dazu einladen. «Nach dem ersten Kurs stellten wir fest, dass viele Flüchtlinge aus der Ukraine gar kein Ukrainisch sprechen, sondern Russisch», erzählt Christoph Schum schmunzelnd. Also wurde die Sprache angepasst: «Die Kommunikation ist eine Herausforderung, wir gehen oft spielerisch damit um – Lachen verbindet!»

Wo sie selbst keine Fachleute sind, sucht Formation 21C nach solchen und bittet sie um Unterstützung. So gründeten sie eine Bibelschule für Ukrainer. Dazu arbeiten sie mit Pastoren und Dozenten aus der Ukraine zusammen, welche die Ausbildung ihrer Landsleute übernehmen. «Hier mussten wir die Intensität anpassen», hält der Theologe fest. Der Wochenrhythmus war zu intensiv. Vier Studenten haben bereits während der Ausbildung begonnen, andere Landsleute zu unterrichten. Sie entwickeln sich sichtbar zu Vorbildern und Führungspersönlichkeiten.

Zuerst das Trauma lösen

Christoph Schum

Im Gespräch mit Flüchtlingen stellte sich heraus, dass viele traumatisiert sind. «Dies kann sie so blockieren, dass sie Schlafstörungen, Sprachlernblockaden oder andere Einschränkungen haben», erklärt Christoph Schum. Daher bietet Formation 21C mit einem Trauma-Fachmann entsprechende Kurse an. Interessierte Personen werden ausgebildet, um ihren Landsleuten zu helfen, Traumata zu überwinden.

Eines der zentralen Themen des Kurses ist die Vergebung. Sowohl in der Bibel als auch in der Psychologie gilt sie als wichtiges Instrument, um seelische Belastungen zu lindern und Geschehenes schliesslich loszulassen. Das Leben Jesu dient dabei als Vorbild. Anastasia (Name geändert) besuchte regelmässig einen Schweizer Gottesdienst und weinte dort häufig. Kateryna (Name geändert), die selbst den Kurs besucht und ihr eigenes Trauma aufgearbeitet hatte, kam mit ihr ins Gespräch. Dabei setzte sie das Gelernte um. Als Anastasia zu vergeben lernte, fand sie zur Ruhe, konnte wieder Freude empfinden. Sie erklärte, sie sehe nun eine neue Perspektive für sich. Auch Laura, Mutter einer Teenagerin, erklärte: «Ich will den Kurs besuchen, um dann meiner Tochter zu helfen!»

Gebet ist die Grundlage

Für Doris Schum ist es ein grosses Anliegen, alle Aktivitäten des Vereins im Gebet zu untermauern. Dazu gehören regelmässige Gebetszeiten im Team. Wichtige Anliegen sind weitere Mitarbeiter, Schlüsselpersonen aus fremden Kulturen, Alphalivekurse, Bibelstudiengruppen und Projektspenden. Die Mitarbeiter leben von ihrem Nebenberuf oder einem Freundeskreis – lediglich Infrastruktur oder Material werden durch Projektspenden finanziert. «Es ist wunderbar zu erleben, wie Gott uns immer wieder mit führt, versorgt und mit Wunder begleitet», hält sie fest.

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Datum: 25.03.2026
Autor: Mirjam Fisch-Köhler
Quelle: Livenet

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