Jesus im Herzen, Diesel im Blut
Schönis sind eine Unternehmerfamilie – und schon immer als Christen unterwegs, hauptsächlich in Richtung Osten. «Schon unser Vater hat für `Licht im Osten` mit seinen roten Lastwagen Hilfsgüter nach Osteuropa gebracht», erzählt Matthias Schöni im Gespräch. Seine beiden Brüder Heinz und Dani Schöni leiten Schöni Cars und Schöni Transport – «ich habe aber auch Diesel im Blut», bekennt er. Sieben Jahre leitete er den Food-Bereich von Schöni, dann studierte er Theologie und wirkte weitere sieben Jahre als Pastor in Chur. «Auch da haben wir Vollgas gegeben – ich habe ein evangelistisches Herz und Menschen kamen zum Glauben», blickt er auf diese Zeit zurück.
Besonders Kinder und Jugendliche lagen ihm am Herzen. «Ich habe lange die Jungschar geleitet – bei Pfingstlagern habe ich erlebt, wie Kinder Jesus in ihr Leben aufgenommen haben. Ich bin in den Wald und habe einfach nur geweint, so hat mich das berührt.»
Nach seiner Pastorenzeit wirkte er 17 Jahre lang als Leiter des Missionswerks «Licht im Osten», das seit über 100 Jahren Evangelisation und soziale Hilfe für Osteuropa auf seine Fahnen schreibt. Dort erlebte er Gott auf vielfältige Weise. Zum Beispiel hörte er «von Gott», wie er sagt, für seine Partner im Donbass die Botschaft «Kauf ein» – bevor der Ukrainekrieg begann. Für eine grosse Summe Geld konnte er Vorräte kaufen und liefern, was sich kurz später als sehr segensreich erwies.
Unternehmer, Theologe – und Menschenfreund
«Nach 17 Jahren Licht im Osten erlebte ich eine gesundheitliche Krise. Meine Batterien waren leer, ich brauchte eine Auszeit. Dazu kamen körperliche Beeinträchtigungen: Ich hatte einen Hirntumor, höre rechts nichts mehr», erzählt Matthias Schöni heute offen. Er verabschiedete sich von seinem «Herzensprojekt» Licht im Osten, fuhr sechs Monate lang «nur» Lastwagen, erlebte viel Stille und neue Führung. «In dieser Krise und in der Stille zeigte mir Gott, wo meine Stärken liegen: Ich bin Unternehmer, ich bin Theologe, ich leite gern – und ich liebe Menschen.»
Aus dieser Erkenntnis und der Kombination dieser Kompetenzen entstand seine heutige Beratungstätigkeit. «SchöniBeratung» bietet auf Mandatsebene Beratung für NPOs, Hilfswerke und Organisationen an. «Sei es Projektmanagement für ein Missionswerk, Aufbau der Bereiche Kommunikation und Fundraising – das macht mir Freude», erklärt er. «Aber ich bin auch offen für Predigtdienste oder auch Reiseleitungen – ich kenne Osteuropa und Zentralasien sehr gut.»
Trucker Bistro
Das Leben eines Truckers kennt Matthias Schöni natürlich sehr gut. «Die Arbeit als Chauffeur ist Knochenarbeit: lange Arbeitszeiten, weg von daheim, Staus, keine Privatsphäre und wenig Wertschätzung.» Aus Liebe zu diesen Menschen – die der Gesellschaft so einen wichtigen Dienst tun – ist sein neuestes Projekt «Trucker Bistro» entstanden: ein mobiles Bistro, in dem er auf Rastplätzen Truckern Kaffee und Kuchen, Zeit und Zuwendung schenken will. «Ich will die Trucker besuchen, sie aus ihren Kabinen rausholen, ihnen Momente der Freude und der Begegnung schenken», ist sein Ziel – Dienst an den Menschen mit Wort und Tat.
Privat ist Matthias Schöni verheiratet, hat vier erwachsene Töchter, lebt die aktuellen politischen Spannungen bewusst mit – und findet mitten drin immer wieder «Geborgenheit in Jesus», wie er bekennt.
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Datum: 24.03.2026
Autor:
Reinhold Scharnowski
Quelle:
Livenet