Der Menschensohn

Ist Jesus Gott oder Mensch?

... aber nur ein Gott wollte Mensch sein (Symbolbild)
An Weihnachten haben wir gefeiert, dass Gott in Jesus zu uns auf die Erde kam und Mensch wurde. Wie sollen wir das genauer verstehen?

Das Johannes-Evangelium sagt uns: Der Gottessohn («das Wort») ist ewig und war immer Gott (Johannes Kapitel 1, Verse 1–3). Dann lesen wir (Johannes Kapitel 1, Vers 14): «Das Wort wurde Fleisch», also ein Mensch von Fleisch und Blut. Jesus nahm also zu seiner göttlichen Natur hinzu noch die menschliche Natur an. Deswegen ist er beides: Ganz Gott und ganz Mensch. Ein (hinkendes) Beispiel dafür: Ich bin seit meiner Geburt Deutscher und habe letztes Jahr noch die Schweizer Bürgerschaft angenommen. Seither bin ich zu 100 Prozent beides.

Als Jesus die menschliche Natur zusätzlich annahm und unter uns lebte, nahm er damit auch bestimmte Beschränkungen an (Philipper Kapitel 2, Vers 6): Er verzichtete auf seine Vorrechte, nämlich darauf, seine göttlichen Eigenschaften unabhängig auszuüben – er machte auf der Erde mit ihnen nur das, was er «den Vater tun sieht» (Johannes Kapitel 5, Vers 19). Das kann man vergleichen mit einem schnellen Läufer, dessen eines Bein mit dem Bein eines langsamen Läufers zusammengebunden ist, und der deshalb seine Geschwindigkeit, die er ja immer noch hat, nicht voll entfalten kann.

Wir sehen ausserdem Hinweise, dass Jesus, der Gottessohn, das Menschsein für immer trägt und nicht etwa bei der Himmelfahrt abgelegt hat (Offenbarung Kapitel 5, Verse 6ff.: An dem Lamm vor Gottes Thron sieht man immer noch die Spuren der Kreuzigung: Es ist «wie geschlachtet»). Er ist also in Ewigkeit ganz Gott und ganz Mensch.

Warum wollte er ganz Mensch sein?

Das ist erst mal zum Staunen! Warum hat Jesus so etwas getan – sich für immer mit uns Menschen verbunden? Warum ist es von Bedeutung, dass Jesus ganz Gott und ganz Mensch ist?

Nur als Mensch kann er uns repräsentieren, also an unserer Stelle unsere Schuld und sein eigenes Urteil darüber tragen (Römerbrief Kapitel 8, Vers 3). Nur weil er Mensch ist, sind wir Menschen durch Glauben und Taufe mit ihm gestorben, begraben und auferstanden (Römerbrief Kapitel 6, Vers 4). Nur weil er als echter Mensch auf der Erde gelebt hat, gelitten hat und die gleichen Versuchungen wie wir erlebt hat, kann er uns voll verstehen (Hebräerbrief Kapitel 4, Vers 15).

Dr. Andreas Hahn

Und nur weil er Gott ist, sehen wir an ihm – an seinem Leben auf dieser Erde – wie Gott wirklich ist (Johanntes Kapitel 1, Vers 18; Kapitel 14, Vers 9). Nur weil er Gott ist, konnte er den Tod besiegen und auferstehen, und uns dadurch eine ewige Hoffnung geben.

Jemand hat den Satz gesagt: «Schon viele Menschen wollten Gott sein, aber nur ein Gott wollte Mensch sein.» Dass Gott in Jesus als Gott-Mensch zu uns gekommen ist, dass er freiwillig Leiden und Tod auf sich genommen hat zu unseren Gunsten, das ist eine ganz einmalige Botschaft – die gibt es sonst nirgends.

Dieser Beitrag erschien zuerst im «fegmagazin» mit freundlicher Genehmigung der FEG.

Zum Autor:
Dr. Andreas Hahn ist Pastor in der FEG Hochdorf. Bis 2025 war er Leiter der Theologischen Kommission der FEG CH.

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Datum: 22.03.2026
Autor: Andreas Hahn
Quelle: FEG

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