Als einzige Weltreligion

Der Buddhismus schrumpft weltweit

Die Zahl der Buddhisten weltweit geht zurück (Symbolbild)
Eine neue grosse Studie des Pew Research Center zeigt, dass der Buddhismus als einzige der grossen Weltreligionen in den letzten zehn Jahren einen Rückgang zu verzeichnen hat. Alle anderen Religionen wachsen.

Zwischen 2010 und 2020 fiel die Zahl der Buddhisten weltweit von ca. 343 auf 324 Millionen, was einem Rückgang von fünf Prozent entspricht – dies, obwohl die Weltbevölkerung in diesem Zeitraum um etwa zwölf Prozent zunahm. Statt 4,9 Prozent sind es heute nur noch 4,1 Prozent der Menschen, die den Lehren Buddhas folgen, wie die aktuelle Pew-Studie feststellt.

Demographische Gründe

Die Gründe sind zum einen demographischer Art. Der Buddhismus hat von allen Weltreligionen die «ältesten» Anhänger: Ihr mittleres Alter beträgt 40 Jahre. Christen sind im Durchschnitt 31 Jahre alt, Juden 38, Muslime 24 und Hindus 29 Jahre. Das Durchschnittsalter der Weltbevölkerung beträgt 31 Jahre.

Auch die Fruchtbarkeitsrate bei Buddhisten ist niedrig: Frauen, die sich als Buddhisten identifizieren, bringen im Durchschnitt 1,6 Kinder zur Welt – die einzige Weltreligion, die unter dem für eine Erhaltung nötigen Schnitt von 2,1 Kindern bleibt. Südkorea, China, Japan, Hongkong und Taiwan sind Länder, in denen 40 Prozent der Buddhisten weltweit leben; gleichzeitig haben diese Länder die älteste Durchschnittsbevölkerung und die niedrigsten Geburtenraten. Allein in diesen fünf Ländern sank die Zahl der Buddhisten zwischen 2010 und 2020 um 32 Millionen – ein Rückgang von rund 22 Prozent.

Mehr Verluste als neue Anhänger

Während der Buddhismus weiterhin neue Anhänger gewinnt, sind seine Verluste grösser. Von 100 erwachsenen Buddhisten nehmen zwölf die Religion als Konvertiten an. Umgekehrt verlassen 22 pro 100 die Religion im Erwachsenenalter und bezeichnen sich stattdessen als Anhänger einer anderen Glaubensgemeinschaft oder als «ohne Religionszugehörigkeit». Das bedeutet, dass der Buddhismus einen Nettoverlust von zehn Anhängern pro 100 Gläubigen aufweist – mehr als jede andere der grossen Glaubensgemeinschaften.

Vor allem in Ostasien

Besonders in Teilen Ostasiens ist dieses Muster deutlich zu erkennen. Umfragen aus dem Jahr 2024 deuten darauf hin, dass sich etwa die Hälfte der in Japan buddhistisch erzogenen Erwachsenen nicht mehr mit dieser Religion identifiziert, während sich in Südkorea 60 Prozent davon abgewandt hat. Im Gegensatz dazu ist ein Glaubenswechsel in Ländern wie Thailand – dem Land mit der weltweit grössten buddhistischen Bevölkerung – weitaus seltener; dort bleiben die Zahlen weitgehend stabil.

Globale Trends

Unter den globalen Fakten, die die Untersuchung weiter feststellt, sind verschiedene Trends zu erkennen: Zum einen wird die religiöse Bindung überall auf der Welt «flüssiger» – deutlich mehr Menschen bekennen sich als Atheisten, Agnostiker oder religionslos. 2020 gab es weltweit zehn Länder, in denen die Gruppe der «Konfessionslosen» die grösste religiöse Bevölkerungsgruppe bildete. Aber auch wenn die institutionelle Bindung in einigen Ländern nachlässt, spielt Religion weltweit weiterhin eine bedeutende Rolle.

Das Christentum ist nach wie vor die weltweit grösste Religionsgemeinschaft, der Islam wächst am schnellsten, und in den meisten Ländern gibt es nach wie vor eine klare religiöse Mehrheit.

Allerdings deuten die Daten darauf hin, dass Glaubensmuster zunehmend nicht nur durch die Geburt, sondern vermehrt durch persönliche Entscheidungen geprägt werden. Immer mehr Menschen bewerten die religiöse Identität, die sie in ihrer Kindheit übernommen haben, neu und ändern sie unter Umständen.

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Datum: 21.03.2026
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Livenet / Pew Research / Christian Today

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