Leiter-Inspiration

Dienende Leiterschaft: David, ein Mann nach dem Herzen Gottes

David war ein einfacher Hirte, doch Gott sah mehr in ihm.
Hingefallen, aufgestanden und Krone gerichtet. Wie bereitete Gott David als zukünftigen König vor und welche Hürden musste er nehmen, bevor er ein Mann nach dem Herzen Gottes wurde? Gedanken von Evi Rodemann aus dem Buch «Scheitern erwünscht».

David wurde schon als Junge, zuerst komplett übersehen von seinem Vater, von Samuel zum König gesalbt (1. Samuel 16,1-13). Es brauchte aber Jahre der Vorbereitung und des Ausharrens, des Kampfes und der Flucht, bis David den Thron besteigen konnte. Auf dem Weg gab es viele Stolperfallen, die David erhebliche Schmerzen verursachten. Schmerzen, die er ohne seine Berufung zur Leiterschaft vermutlich nicht gehabt hätte. Dieses Durchhalten in allen Widrigkeiten zeichnete ihn von Kindheit an aus. Sein Glaube an Gott war unerschütterlich und sein festes Fundament, von dem aus er Leitungsverantwortung übernahm. Wie entstand es?

Von klein auf Gottvertrauen

Als Schafhirte hat David zunächst erfolgreich mit Löwen und Bären gekämpft und sie getötet. Unerschrocken tötete er später den Riesen Goliat mit einer Steinschleuder. Danach wurde König Saul, der das Amt noch innehatte, auf ihn aufmerksam. Er sah in David schnell einen Konkurrenten und versuchte, ihn auf verschiedene Weisen zu töten. In dieser Zeit lebte David als Verfolgter auf der Flucht in Deckung. Später dann, im Amt, wurde David endlose Male als Mensch und König herausgefordert. Über allem aber zeigte sich sein grosser Glaube an einen grossen Gott. Die Psalmen geben uns darüber wertvolle Auskunft. Selbst als David sich von Gott alleingelassen fühlte, rühmte er die Liebe Gottes.

Davids Schuld

Trotz seiner Hingabe an Gott und die unzähligen Beweise Gottes ihm gegenüber kannte David den Schmerz, den eigene Schuld verursacht: Er beging Ehebruch und sorgte dafür, dass der Ehemann seiner Geliebten im Krieg getötet wurde. Gott beauftragte daraufhin einen Propheten, der David seine Sünden vor Augen führte. Hier, an einem persönlichen Tiefpunkt des Scheiterns, zeigt sich eine entscheidende Führungsqualität dieses Mannes nach Gottes Herzen: David versuchte nicht wie König Saul damals seine Sünden zu verharmlosen. Er bestritt sein Versagen nicht, sondern bat Gott innigst um Vergebung (vgl. den Busspsalm 51).

Gott vergab ihm, aber David musste die Konsequenzen der Sünde tragen. Batseba, mit der er den Ehebruch begangen hatte, erlebte eine Totgeburt. David durfte nicht mehr den Tempel in Jerusalem bauen und der Prophet verhiess ihm, dass das Schwert über seinem Hause nicht mehr weggenommen werden würde. Sein eigener Sohn Absalom versuchte David vom Thron zu stürzen, aber es gelang ihm nicht.

David, der Leiter

Was zeichnet David als Leitenden und als Mensch aus? Er wandte sich nicht ab von seiner Verantwortung oder von seinem Gott. Er folgte dem, der ihn berufen hatte, und lud Gott bewusst in sein Versagen ein. Manch ein Leitender hätte sich an dieser Stelle wohl gesagt: «Ich mach nicht weiter!» Oder: «Ich bin für Gott nicht gut genug.» Und doch kann Gott sehr gut mit unserem Versagen umgehen.

David wird später der Mann nach dem Herzen Gottes genannt (Apostelgeschichte 13,22). Gnade triumphierte über das Versagen. Als Leitender beging David viele Fehler, aber er stand auch für sie ein. Denn er kannte Gottes Gnade und liess sich ganz dort hineinfallen.

Nächste Woche geht es an dieser Stelle weiter mit Esther. Hier geht es zu den vorherigen Teilen des Buches.

Zur Autorin: Evi Rodemann (Jg. 1971) lebt im Grossraum Hamburg und arbeitet als Theologin und Eventmanagerin. Sie engagiert sich in der internationalen Arbeit der Lausanner Bewegung und der «WEA Mission Commission» sowie in ihrem gegründeten Verein «LeadNow». Ihr Schwerpunkt ist die junge Leitergeneration. Ihr Buch erschien zum Thema «Scheitern erwünscht – warum uns Krisen als Leitende wachsen lassen».

Zum Buch:
Scheitern erwünscht!

Datum: 12.08.2026
Autor: Evi Rodemann
Quelle: Scheitern erwünscht

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