In Tibet

Ein Mönch begegnet Jesus

Jesus begegnete ihm im Traum (Symbolbild)
Schon als Teenager wurde Tenzin Lahkpa ins Kloster gebracht und als Mönch geweiht. Doch was er dort entdeckte, entsprach überhaupt nicht seinen Vorstellungen der Religion. Heuchelei, Missbrauch und Schweigen. War das wirklich die Wahrheit?

Als Junge in den Hochgebirgen Tibets wurde Tenzin Lahkpa für eine geistliche Aufgabe auserwählt. Seine Mutter brachte ihn voller Stolz im Alter von fünfzehn Jahren ins Kloster, überzeugt davon, dass er geboren sei, um seinem Volk Erleuchtung zu bringen. Doch einmal drinnen entdeckte Tenzin, dass das, was als Licht verheissen worden war, in Wahrheit tiefe Finsternis war.

Das Leben im Kloster fühlte sich an wie ein Gefängnis. Jeden Morgen bettelten die jungen Mönche auf den Strassen um Nahrung; jede Nacht ertrugen sie Angst und Misshandlung. «Es war wie eine riesige, dunkle Zelle», erinnerte sich Tenzin später. «Ich dachte, ich würde niemals entkommen.» Er sah überall Heuchelei – Lehrer, die Reinheit predigten, aber heimliche Familien verbargen, Mönche, die sich an Kindern vergingen, und ein System, das Fragen mit Schweigen bestrafte. Mehr als zwanzig Jahre lang lebte er gefangen durch Furcht und Ritual, mit einer Sehnsucht nach Freiheit, die er nicht benennen konnte.

Der Name Jesus hat Kraft

Diese Sehnsucht begann zu erwachen, als Tenzin einem ehemaligen Mönch begegnete, der Christ geworden war. Der Name Jesus selbst war in Tibet verboten. Die Mönche wurden gelehrt, ihn niemals auszusprechen, denn er habe, so wurde ihnen gesagt, die Macht, den Buddhismus selbst zu zerstören. Dennoch zog ihn etwas an diesem Namen an.

Jahre später, als Tenzin in Indien schwer an Tuberkulose erkrankte, wurde er von einem tibetisch sprechenden christlichen Arzt behandelt. Um den Hals des Arztes hing ein kleines Kreuz. Neugierig fragte Tenzin danach. Der Arzt erklärte, dass er Jesus Christus nachfolge; derselbe Name, von dem ihm einst eingeschärft worden war, ihn niemals auszusprechen. Als der Arzt für ihn betete, spürte Tenzin, wie Wärme durch seinen Arm strömte und sich in seinem ganzen Körper ausbreitete. «Sein Gebet hatte etwas, das meinem fehlte», sagte Tenzin. «Es hatte Kraft.»

Ein Mann in einem weissen Gewand, strahlend vor Licht

In jener Nacht träumte er von einem Mann in einem weissen Gewand, strahlend vor Licht. «Folge mir nach», sagte der Mann in perfektem Tibetisch. «Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.» Als Tenzin erwachte, wusste er, dass er dem lebendigen Gott begegnet war.

Zurück in Tibet konnte er nicht länger schweigen. Vor Hunderten von Mönchen erhob er sich, um zu sprechen. «Es gibt einen Gott, der sein Leben für mich hingegeben hat, weil er mich liebt», verkündete er. «Sein Name ist Jesus.»

Chaos brach aus. Der oberste Lama schrie: «Tötet ihn!» und Tenzin wurde bewusstlos geschlagen. Selbst sein eigener Bruder wurde gezwungen, auf ihn einzuschlagen. Doch in derselben Nacht kehrte sein Bruder zurück und half Tenzin unter Lebensgefahr, im Schutz der Dunkelheit zu fliehen.

Nicht länger ein Gefangener Buddhas

Während er sich in einer weit entfernten Stadt erholte, lernte Tenzin, als freier Mann zu leben – nicht länger ein Gefangener Buddhas, sondern ein Nachfolger Christi. Später schloss er sich einem christlichen Ärzteteam im Westen Chinas an und diente seinem eigenen tibetischen Volk.

Als eine tödliche Infektion seine Heimatregion heimsuchte, fühlte er sich gezwungen, zurückzukehren – in genau das Kloster, in dem er beinahe getötet worden wäre. «Ich wusste, dass sie mich immer noch töten wollten», sagte er, «aber weil Jesus sie liebte, musste ich sie auch lieben.»

Unter den Patienten, die um Hilfe baten, war Tashi Lama, eben jener Mann, der seinen Tod befohlen hatte. Tenzin begrüsste ihn mit Ehrerbietung, bot ihm einen Stuhl an und behandelte ihn mit Mitgefühl. Der Lama sass schweigend da, überwältigt. Am nächsten Tag legte Tenzin einen Plan vor, die erste Gesundheitsklinik der Region zu errichten: ein Akt der Liebe für jene, die einst seine Feinde gewesen waren.

Das Volk zur Erleuchtung führen

Heute leiten Tenzin und seine Frau Mapu eine kleine Gemeinschaft tibetischer Gläubiger. «Die grössten Gaben, die Gott mir geschenkt hat», sagt er, «sind die Erlösung, meine Frau und meine Kinder.» Seine Mutter hatte einst prophezeit, dass er sein Volk zur Erleuchtung führen würde. In gewisser Weise hatte sie recht – aber nicht so, wie sie es sich vorgestellt hatte.

Der Junge, der einst den Götzen Tibets diente, folgt nun dem lebendigen Christus und bringt wahres Licht auf das Dach der Welt. Seine Geschichte beschrieb er in dem Buch «Leaving Buddha: A Tibetan monk's encounter with the Living God».

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Datum: 28.02.2026
Quelle: Joel News / Asia Harvest

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