Gemeinsam gottwärts gehen

Fasten und feiern in ökumenischer Verbundenheit

Die Teilnehmenden pilgerten schweigend ins Kloster Maria Opferung
Das diesjährige Gottwärts stand unter dem Thema «Fasten und Feiern». Mehr als 130 junge Erwachsene aus verschiedenen Konfessionen schweizweit trafen sich in Zug, um gemeinsam zu beten, zu feiern und den eigenen Glauben neu zu reflektieren.

Das Wochenende begann am Freitag, 21.02.26 mit einem öffentlichen Gebetsabend in der Kirche St. Oswald in Zug. Begleitet von einer Lobpreisband und einem Referat von Johannes Tschudi der VBG kamen die Teilnehmenden erstmals zusammen. Um den unterschiedlichen kirchlichen Traditionen Raum zu geben, teilten je eine freikirchliche, katholische und reformierte Stimme ihre Gedanken zur kürzlich begonnenen Fastenzeit und setzten damit einen ersten Akzent gelebter Ökumene. Der Abend wurde durch Gemeinschaft abgerundet, die bei Gottwärts immer wieder einen zentralen Programmpunkt bildet, um Begegnung und Austausch zu fördern.

Von der Fastensuppe am Mittag bis zum Festessen am Abend

Am Samstag wurde das Thema nicht nur diskutiert, sondern praktisch umgesetzt. Im Burgbachsaal sprach Ralph Kunz, Professor für Praktische Theologie an der Universität Zürich, über die Spannung von Fasten und Feiern im biblischen Kontext und fragte, was bewusster Verzicht heute bedeutet in einer Welt zwischen Hungersnot und Überfluss. Laura Perumbuli vom Gottwärts Kernteam vertiefte anschliessend die Lasterlehre der Wüstenväter und lud dazu ein, persönlich zu prüfen, welcher konkrete Verzicht in dieser Fastenzeit anstehen könnte.

Am Mittag pilgerten die Teilnehmenden schweigend ins Kloster Maria Opferung. Dort wurde in klösterlicher Tradition und hörend auf einen geistlichen Text gemeinsam eine Fastensuppe eingenommen. Der Nachmittag bot Raum für Workshops, von einer Stadtführung durch Zug über Einblicke in die Vision von Gottwärts bis hin zu Impulsen zum monastischen Fasten oder zur Geschichte des jüdischen Fasten- und Feierpraxis. In der Klosterkirche St. Anna der Gemeinschaft der Seligpreisungen nahmen die Teilnehmenden zudem an einer byzantinischen Auferstehungsvesper teil und erhielten so auch Einblick in die östliche Tradition der Kirche. Den Abschluss bildete ein festliches Abendessen, welches über dem offenen Feuer zubereitet wurde.

Stimmen aus dem Wochenende

Sankt-Anna-Kloster

Joel (reformiert) sagt: «Als Reformierter hat mich die Kontinuität katholischer Glaubensorte tief beeindruckt. Mit dem Kloster Maria Opferung und dem Sankt-Anna-Kloster waren wir an Orten zu Gast, wo seit Jahrhunderten Gott gepriesen wird. Diese Beständigkeit bewahrt davor, das Katholische vorschnell als ‚rückständig‘ abzustempeln – denn was die Jahrhunderte überdauert, besitzt eine zeitlose Relevanz.»

Bernadette (katholisch): «Mich hat begeistert, wie einfach und natürlich es sich angefühlt hat, miteinander in den Lobpreis, das Gebet und ins Thema Fasten und Feiern einzutauchen, trotz unterschiedlicher kirchlicher Traditionen.»

Gottwärts findet einmal im Jahr statt. Zum Organisationsteam gehören Mitarbeitende diverser evangelischer Freikichen, der Stiftung Schleife, der Schweizerischen Evangelischen Allianz, der reformierten sowie der katholischen Kirche, der VBG und dem Kloster Einsiedeln.

Zur Webseite: 
Gottwärts

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Datum: 24.02.2026
Quelle: Verein Gottwärts

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