«Die Menschen im Iran leiden seit vielen Jahren»
«Als Präsident von Freikirchen.ch bekräftige ich angesichts der aktuellen Entwicklungen unsere Haltung zum Gebetsaufruf vom 17. Februar 2026, den wir gemeinsam mit der Schweizerische Evangelische Allianz veröffentlicht haben. Wir beten weiterhin für einen tiefgreifenden politischen Wandel im Iran (Regimewechel) – für eine Regierung, die Menschenrechte achtet, dem eigenen Volk dient und Frieden im In- und Ausland sucht», erklärt Peter Schneeberger, Präsident von Freikirchen.ch gegenüber Livenet.
«Unter grossen Leiden und Verfolgung leben Christen im Iran und erleben einen geistlichen Aufbruch. Darum bitten wir Gott um Bewahrung des Lebens, um Gerechtigkeit und um Weisheit für alle weltweiten, politischen Verantwortlichen in dieser dramatischen Zeit.»
«Wir teilen den Wunsch mit vielen Iranern»
«Die Menschen im Iran, insbesondere auch die Christen, leiden seit vielen Jahren unter einem unmenschlichen Regime. Der Wunsch nach einem grundlegenden politischen Wandel in diesem Land teilen wir mit vielen Iranerinnen und Iraner», erklärt Andi Bachmann-Roth, Co-Generalsekretär der SEA.
«Wie dieser Zustand erreicht werden könnte, zeichnet sich auch jetzt, inmitten dies Krieges, leider noch nicht ab. Lasst uns daher nicht aufhören, für das Land zu beten.»
Die SEA hat einen Beitrag sowie Gebetsanliegen für den Iran aufgeschaltet. Dieser beinhaltet folgende Punkte:
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Für einen grundlegenden politischen Wandel (Regimewechsel)
Wir beten für einen tiefgreifenden Wandel im Iran. Möge das derzeitige Regime durch eine Regierung ersetzt werden, welche die grundlegenden Menschenrechte achtet, dem eigenen Volk dient und Frieden sucht – nicht nur innerhalb des Landes, sondern auch gegenüber den Nachbarstaaten und der gesamten Welt. Wir bitten um Weisheit, Wahrheit und Gerechtigkeit in allen politischen Entscheidungen.
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Für Bewahrung des Lebens und für Gerechtigkeit
Wir beten für alle Menschen im Iran, die unter Gewalt, willkürlichen Verhaftungen und staatlich sanktionierter Unterdrückung leiden. Wir bitten um Schutz für Unschuldige, um Heilung für Verwundete, um Bewahrung für Gefangene und um Gerechtigkeit für die Opfer und ihre Familien. Möge Unrecht ans Licht kommen und mögen Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden.
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Für Christinnen und Christen im Iran
Christinnen und Christen sind in dieser Zeit besonders gefährdet, da sie zunehmend als «Terroristen» oder «zionistische Feinde» diffamiert werden. Wir beten um Schutz, Mut und Standhaftigkeit für die Gläubigen im Iran – insbesondere für Hausgemeinden und verfolgte Christinnen und Christen. Wir bitten, dass sie im Glauben gestärkt werden, Gottes Nähe spürbar erfahren und Wege finden, Hoffnung, Liebe und Wahrheit weiterzugeben, selbst unter massivem Druck und grosser Gefahr.
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Für Trost, Heilung und Hoffnung für die Betroffenen
Wir beten für Familien, die Angehörige verloren haben, für Eltern, Ehepartner und Kinder, die um Inhaftierte bangen oder im Ungewissen leben. Wir bitten um göttlichen Trost in tiefer Trauer, um Hoffnung mitten in Verzweiflung und um innere Heilung für alle, die traumatisiert sind. Möge Gott selbst den Gebrochenen nahe sein und neue Hoffnung schenken.
«Es geht um eine andere Zukunft»
«Open Doors» erklärte, man bete für ein Ende der Unterdrückung und für den Beginn «einer neuen Zeit der Freiheit, insbesondere der Religionsfreiheit, die eine Tür für die Ausbreitung des Evangeliums Jesu im ganzen Land öffnen wird». Ein Iran-Experte der Hilfswerks sagte, der Tod von Ali Chamenei «markiert einen bedeutenden und ernsten Moment in der Geschichte Irans».
Und weiter: «Als iranischer Christ kann ich nicht ignorieren, dass die Kirche im Iran unter seiner Führung jahrzehntelang unter starkem Druck lebte und mit Einschränkungen, Überwachung, Verhaftungen und der ständigen Last der Unsicherheit konfrontiert war. Viele gläubige Christen erlitten Leid, nur weil sie Christus nachfolgten. Doch selbst in der Not ist die Kirche standhaft geblieben, betend und tief in der Hoffnung verwurzelt. In diesem Moment geht es nicht um Rache oder Triumph, sondern um die Möglichkeit einer anderen Zukunft – einer Zukunft, in der Gewissensfreiheit, Würde und Gerechtigkeit allen Iranern zuteilwerden, unabhängig von ihrem Glauben oder Hintergrund.»
«Niemand wünscht sich den Verlust…»
Lana Silk, Präsidentin und Geschäftsführerin von «Transform Iran», einem von Iranern geleiteten christlichen Dienst- und Hilfswerk, das aktiv Menschen im Iran unterstützt, bezeichnete die Ereignisse der vergangenen Tage laut der «Christian Post» als «unvermeidlich und leider notwendig». Sie erklärte, seit Beginn der Proteste gegen das Regime im Dezember seien Zehntausende Menschen getötet und weitere Zehntausende verhaftet worden.
«Niemand wünscht sich den Verlust von Menschenleben, doch das Sterben ging weiter – und vermutlich in weitaus höherem Ausmass, als es ein gezielter, entschlossener Krieg mit sich bringen wird. Jedes verlorene unschuldige Leben ist eine Tragödie. Doch wir müssen anerkennen, dass das iranische Volk seit 47 Jahren unter systematischer Brutalität dieses Regimes leidet, die sich in den letzten Wochen besonders verschärft hat. Zehntausende sind gestorben, und viele weitere wurden traumatisiert. Es gibt kein ‘Normal’ in der Art und Weise, wie diese Regierung mit ihrem eigenen Volk umgeht.»
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