Es geht auch anders

Polizistin verteidigt Strassenprediger – und erhält Lob dafür

Eine junge Polizistin setzte sich für die Meinungsfreiheit eines Strassenpredigers ein (Symbolbild)
Eine Polizeibeamtin, die besonnen auf Beschwerden von Muslimen über einen christlichen Strassenprediger reagierte, hat bis in die höchsten Stellen Lob dafür bekommen.

Man muss sie eben nicht immer sofort verhaften, die Strassenprediger in England, die mal ein kritisches Wort über den Islam fallen lassen. Eine junge Polizistin sah sich einer Gruppe von Muslimen gegenüber, die sich über einen christlichen Strassenprediger beklagten, der angeblich Mohammed beleidigt haben sollte.

«Wir wohnen hier»

Das Predigen auf der Strasse hat Tradition in Grossbritannien. Es ist ein Ausdruck – und ein Test – des allgemeinen Rechts auf freie Rede, und jeder kann sich hinstellen und zu den Passanten reden. Immer wieder kommt es vor, dass solche sich über das beschweren, was sie hören. Die Polizei wird gerufen und nimmt den Prediger oft mit. Bisweilen gibt es Anklagen und Geldbussen.

Dass es auch anders geht, zeigte eine junge Polizistin vor kurzem in London. Fotos des Daily Mail zeigen: Ein Strassenprediger war von jungen Muslimen angerempelt worden, seine Ausrüstung wurde mit den Füssen weggekickt. Die Polizei wurde gerufen – und dann kam es anders als erwartet: Die Polizistin verteidigte das Recht des Predigers, wie ein Video auf X zeigt, das viral ging. Während des Wortwechsels hörte man muslimische Umstehende sagen: «Aber wir leben hier» und «Das ist unsere Gemeinschaft», während sie sie dazu drängten, etwas zu unternehmen. Als ein Umstehender den Strassenprediger beschuldigte, Hass zu schüren, sagte sie ihm ruhig: «Das tut er nicht.» Sie erklärte der Menge stattdessen, dass der Prediger das Recht habe, über seine Religion zu predigen, und dass sie, wenn ihnen seine Worte nicht gefielen, einfach weitergehen und ihm nicht zuhören sollten.

«Sie verdient Anerkennung»

Der Leiter von «Reform UK», Nigel Farage, lobte PC Moule öffentlich. In Jeremy Kyles «Breakfast Show» auf TalkTV sagte er: «Sie verdient es, geehrt zu werden. Ich habe mir das Video angesehen. Sie war ruhig und logisch. Meine Güte, was für eine Ehre für die Metropolitan Police. Was für eine Ehre für sie selbst, was für eine Ehre für den gesunden Menschenverstand und für das, was wir gerne als freies Land betrachten. Sie hat das absolut brillant gemacht. Ich wünschte, es gäbe mehr Menschen wie sie.»

Toby Young von der Free Speech Union sagte, sie habe «eine Medaille verdient» und dass sie als Vorbild für gute Praxis in der zukünftigen Ausbildung von Polizeibeamten herangezogen werden sollte.

Auch in der London Assembly (eine Art Stadtrat) wurde die junge Beamtin gelobt. Susan Hall, die Vorsitzende der konservativen Fraktion im Rathaus, sagte zu Matt Twist, dem stellvertretenden Polizeichef von London: «Ich möchte Ihnen ganz besonders zu Ihrer Beamtin gratulieren, die, ich glaube, in Whitechapel war und den Menschen tatsächlich wieder ins Bewusstsein gerufen hat, was Meinungsfreiheit bedeutet. Ich möchte sie wirklich lobend erwähnen und würde mir wünschen, dass mehr Polizeibeamte so handeln. Ich hoffe, Sie danken ihr im Namen von sehr vielen von uns.» Polizeichef Twist antwortete: «Meiner Meinung nach war dies ein gutes Beispiel dafür, wie Polizeibeamte ohne Furcht oder Bevorzugung gesunden Menschenverstand walten lassen und gute Arbeit leisten.»

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Datum: 27.02.2026
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Livenet / Christian Today / X

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