Sozial wirksam

Biker- und Flugplatz-Gottesdienst zu Auffahrt

Zahlreiche Töff- und Flugplatz-Gottesdienste erwarten uns
Viele PS zu Christi Himmelfahrt: Im Hangar statt im Kirchenschiff lädt die reformierte Kirche Bleienbach zu Auffahrt zum Flugplatz-Gottesdienst. Und landauf landab warten im Frühling zahlreiche Töff-Gottesdienste.

Auf dem Flugplatz Bleienbach bei Langenthal (BE) wartet am Donnerstag, 14. Mai, ab 9.30 Uhr ein ganz besonderer Gottesdienst: Die reformierte Kirche Bleienbach lädt zum Flugplatz-Gottesdienst.

Deshalb die Frage an Pfarrer Pius Bichsel, ob er von einem Ballon aus predigen wird? «Von einem Ballon aus nicht gerade, aber man sitzt zwischen alten Flugzeugen, in einem Hangar der Firma Dätwyler», blickt Pius Bichsel nach vorne.

«Diese Flugzeuge sind ganz bunt.» Ein seltenes Gottesdienst-Ambiente also. «Kein Zufall ist, dass wir diesen Gottesdienst an Auffahrt durchführen. Christi Himmelfahrt und das Fliegen hatten schon immer einen Zusammenhang. Das Abheben eines Flugzeugs, in dem man drinsitzt, ist immer noch etwas Besonderes. Und die Auffahrt, die Himmelfahrt von Jesus ist dies auch.»

Jumbo-Pilot organisiert mit

Neben dem besonderen Ort macht auch die Mitwirkung der Jugendmusik Bleienbach den Anlass zu etwas Aussergewöhnlichem. Ausserdem hilft der frühere Jumbo-Pilot Willy Kämpfer aus Heimenhausen (BE) beim Organisieren des Anlasses; eine ganz wichtige Person, so Pius Bichsel: «Ohne ihn würde es den Flugplatz-Gottesdienst wohl nicht geben.»

Für Bichsel ist es eine Ehre, den Gottesdienst zu gestalten. «Ich hatte mich einst selbst einmal für den Flug-Vorkurs angemeldet. Als Brillenträger fiel ich schnell aus dem Rennen. Geblieben ist aber die Faszination des Fliegens, wozu wir Menschen – im Gegensatz zu den Vögeln – nicht geschaffen sind.»

Viele Menschen aus der Region besuchen den Auffahrts-Gottesdienst. Daneben gibt es einen Apero, der vom Aero-Club unterstützt wird. «Einen gewöhnlichen Gottesdienst in der Kirche zu besuchen, ist leider etwas aus der Mode gekommen, aber an einem besonderen Ort zieht es viele an. Und die Botschaft ist ja eigentlich die gleiche.»

«Jesus Wings» laden zu Predigt mit Stephan Maag

Ebenfalls zu Auffahrt, am 14. Mai, zu Auffahrt, laden die «Jesus Wings» zum Biker-Gottesdienst ins «Isebähnli Trimbach» in Trimbach (SO). Auf die Besucher wartet «wieder eine Gastfreundlichkeit wie in jedem Jahr», sagt Bruno Hasler, Präsident der «Jesus Wings.» Der Anlass beginnt um 13 Uhr mit rockigen Klängen der Band «Highway Rebells».

Um 15 Uhr folgt der Input, respektive die Predigt, erneut mit Stephan Maag; in diesem Jahr zum Thema Herzschlag. Bruno Hasler: «Herzschlag kann man vergleichen mit dem Glauben. Wenn dieser nicht mehr geht, geht nichts mehr. Und so ist es auch bei uns Menschen: Dann ist 'Ende Feuer'.»

Stephan Maag ist seit mehreren Jahren als Pastor bei verschiedenen Bike-Segnungen dabei. «Ich finde das sehr bereichernd, ich glaube, dass Töff-Fahrer eine spannende und coole Subkultur sind, die auch viel mit meinem Leben zu tun haben. Ich bin Schäfer und Bergbauer und bei uns sind es ähnliche Werte: Man will frei sein, will in der Natur sein und man merkt auch, dass es einen Schöpfer und etwas Grösseres gibt.»

Viele Biker sind dem in ihren Werten ähnlich: «Ein Handschlag gilt. Das gefällt mir, es ist authentisch, es ist echt, es ist ungeschminkt, das gefällt mir enorm. Gleichzeitig brauchen sie den Segen Gottes: Töff-fahren ist gefährlich … da gibt es nichts Besseres, wenn man den Segen Gottes von oben erbeten kann.»

Echte Freiheit und Hilfe für andere

Ausserdem sei es so, dass wenn man diese Freiheit immer wieder schnuppert, «so ist die Freiheit in einem drinnen und das ist Jesus. Mir ist immer wieder wichtig zu sagen, dass wenn man mit Jesus am Töff-fahren ist, man dann wahrhaftig frei ist. Dann ist man in sich drinnen frei und kann die Freiheit von aussen umso mehr geniessen.»

Später im Jahr wirken die «Jesus Wings» ausserdem bei einem Blutspende-Anlass des «Roten Kreuzes» mit (27. und 28. Juni auf dem Glaubenberg) und am 5. September wartet die «Schulreise». Bruno Hasler: «Das ist eine Töff-Ausfahrt, die wir immer mit Menschen mit Beeinträchtigungen durchführen.»

Erste Biker-Segnung in Grenchen

Thomas Wehrli mit einem Triumph Tiger

Erstmals wurde im laufenden Jahr in der Eusebiuskirche in Grenchen eine Töffsegnung durchgeführt. Organisiert wurde die Töffsegnung von Pfarreiseelsorger Thomas Wehrli, der selbst leidenschaftlicher Motorradfahrer ist. Gerade diese persönliche Verbindung prägt den Anlass: «Motorradfahren steht für Freiheit, Intensität und Unterwegssein. Gleichzeitig wissen wir, dass wir nicht alles in der Hand haben. Der Segen bringt beides zusammen – die Freude am Fahren und das Vertrauen, getragen zu sein.»

Thomas Wehrli: «Die Idee für die erste Grenchner Töffsegnung ist aus einer konkreten Erfahrung heraus entstanden. Im vergangenen Sommer war ich mit meinem Töff im Schwarzwald unterwegs.» Die Situation auf der Strasse spitzte sich zu. «Ein Auto hat mir die Vorfahrt genommen.» Er musste bremsen, ausweichen, stabilisieren. «Und dann der eine Gedanke: Puh, das ist gerade noch einmal gut gegangen. Solche Momente gehören zum Töff-fahren dazu. Man denkt mit, denkt voraus, aber weiss, dass es einen Bereich gibt, der sich nicht kontrollieren lässt.»

Der zentrale Teil der Segnung war, das eigene Unterwegssein vor Gott zu bringen, «konkret, persönlich, ohne Umweg». Als stiller, dichter Moment, der mitgeht, wenn man wieder losfährt. Bei seiner Recherche fand Thomas Wehrli heraus, dass es in der Schweiz mindestens 20 Töff-Segnungen gibt.

Zum Autor: Daniel Gerber schreibt seit 25 Jahren für Livenet. Er ist freier Journalist und Autor mehrerer Bücher; zuletzt «Wo Jesus barfuss geht» (im SCM Hänssler-Verlag) mit Markus und Katharina Freudiger. Besonders wohl fühlt er sich in den Weiten Afrikas.

Datum: 12.05.2026
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet

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