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Netanjahu empfängt christliche Soldaten

Netanjahu trifft sich mit christlichen Soldaten und Kommandeuren aus zahlreichen Einheiten der israelischen Streitkräfte
Die Aufregung war gross, als ein IDF-Soldat vor kurzem im Libanon eine öffentliche Jesus-Statue brutal zerschlug. Jetzt hat Premierminister Netanjahu christliche Mitglieder der Streitkräfte empfangen und ihnen gedankt.

In letzter Zeit hat das Verhalten einiger Soldaten der israelischen Streitkräfte (IDF) bei Einsätzen in christlichen Dörfern im Südlibanon für Empörung gesorgt; so hatte ein Soldat am 20. April Aufnahmen gepostet, auf denen zu sehen war, wie er eine öffentliche Jesus-Statue zerschlug. Premier Netanjahu entschuldigte sich «fassungslos und traurig» für diese Tat, und zwei Soldaten müssen für die Zerstörung der Jesus-Statue nun in Haft.

Prominente christliche Leiter in Israel, die auch militärisch gedient haben, forderten den Stopp von christenfeindlichen Aktionen innerhalb der IDF. Der Hintergrund: jüdische Extremisten fahren einen zunehmend harten und ablehnenden Kurs gegen Christen im Lande. Allerdings traf der brutale Akt auch auf deutliche Kritik aus der jüdischen Welt. So veröffentlichten etwa 150 orthodoxe, konservative und reformierte jüdische Persönlichkeiten einen offenen Brief, in dem sie die Tat verurteilten und sich bei den Christen weltweit entschuldigten.

Netanjahu dankt Christen

Nun lud Netanjahu christliche Angehörige der Streitkräfte zu einem Treffen ein, offenbar bemüht, die Wogen zu glätten. «Ich bin hier mit einer aussergewöhnlichen Gruppe junger Männer und Frauen zusammen», sagte der Premierminister. «Es handelt sich um christliche Soldaten, Männer und Frauen, in den israelischen Streitkräften. Sie besetzen alle wichtigen Positionen in unserem grossartigen Militär und leisten unglaubliche Arbeit.»

Netanjahu räumte ein, dass die Handlungen einiger IDF-Soldaten Kontroversen ausgelöst haben, wies jedoch darauf hin, dass christliche Bürger Israels im Militär dienen, die Nation verteidigen und auch in Gebieten wie dem Südlibanon helfen, für Sicherheit zu sorgen.

«Dies steht in völligem Widerspruch zu dem, was nach aussen hin dargestellt wird» erklärte er. «Es ist nicht nur so, dass Israel für die Rechte der Christen im gesamten Nahen Osten kämpft, sondern dass Israel christliche Soldaten hat, die für die Verteidigung Israels und für unsere christlichen Brüder und Schwestern in der gesamten Region und darüber hinaus kämpfen.»

«Sehr bewegt»

Ein X-Post zur Zerstörung der Statue

Jürgen Bühler, Präsident der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem (ICEJ), war ebenfalls anwesend. «Wir wurden vor einigen Tagen vom Büro des Premierministers (PMO) gebeten, an einem besonderen Empfang in seinem Büro für christliche, überwiegend arabische Soldaten teilzunehmen», erklärte Bühler. «Ich teilte dem Büro des Premierministers mit, dass es viele evangelikale Soldaten gibt, die ebenfalls in der Armee dienen und deren Eltern aus dem Ausland stammen.» Das PMO bat Bühler, «so viele wie möglich von ihnen mitzubringen». Daraufhin konnte er 17 evangelikale Soldaten in das Büro des Premierministers mitnehmen. «Einige dienten in Eliteeinheiten, andere als Piloten, viele kämpften in Gaza», berichtete Bühler. «Er [Netanjahu] war sehr bewegt und ermutigt durch ihre Geschichten, insbesondere durch die derjenigen, die aus dem Ausland zu uns gekommen sind, um zu dienen.» «Er begrüsste jeden persönlich und nahm sich Zeit, sich die Geschichten anzuhören», sagte Bühler. «Das war heute ein sehr historisches Treffen.»

«Ich muss sagen, dass mich die persönlichen Geschichten, ihr Engagement, ihre Opferbereitschaft und ihre Leistungen beeindruckt haben», erklärte Netanjahu nach dem Treffen. «Israel ist das einzige Land im Nahen Osten, in dem die christliche Gemeinschaft floriert, wächst und sich ausbreitet. Und sie ist sehr, sehr erfolgreich, mit unglaublichen Männern und Frauen. Und ich möchte euch allen meine Anerkennung aussprechen.»

Zum Autor: Reinhold Scharnowski ist Pfarrer, Netzwerker und Redaktor. 21 Jahre war er Pfarrer der FEGs in Thun und Steffisburg, dazu Leiter von DAWN Europo und drei Jahre Missionar in Bolivien. Heute im «Unruhestand», seit 2012 aktiv als Redaktor bei Livenet. 

Datum: 02.05.2026
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Livenet / All Israel News / Jerusalem Post

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