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Mut in der Politik

Péter Magyar bei einer Wahlkampfveranstaltung
In der Wochenendausgabe der ZEIT beleuchtet diese unter anderem das Thema Angst, allerdings diesmal nicht, indem sie weitere Gründe vorlegt, warum man Angst haben sollte.

Immer wieder greifen Zeitungen das Schlagwort von der «German Angst» auf und tragen gleichzeitig dazu bei, sie zumindest nicht zu reduzieren. In seinem Wochenrückblick betrachtet Journalist und Autor Florian Illies allerdings aktuelle Beispiele von «mehr Mut, mehr Würde, mehr Gelassenheit» – und der christliche Glaube spielt für ihn eine wichtige Rolle dabei.

Menschen machen den Unterschied

Oft sind es Situationen, die uns wie gelähmt zurücklassen und Angst verbreiten. Illies zählt dazu aus den letzten Tagen hohe Benzinpreise genauso auf wie umherirrende Parteijugend und – natürlich – den gestrandeten Buckelwal in der Ostsee. Dabei entdeckt er bei der deutschen Bundesregierung bis hin zum Kanzler in vielen kleinen Gesten «das leichte Flackern der Angst». Im Umgang mit Donald Trump und seinen verbalen Grenzüberschreitungen äussert sie sich seiner Meinung nach von deutscher Seite in peinlichem Schweigen, wo man eigentlich die Stimme erheben müsste, oder von Schweizer Seite mit Rolex-Uhren als Besänftigung gegen angedrohte Zollerhöhungen.

Dem stellt Illies Menschen gegenüber, die nicht perfekt sind, aber Verantwortung übernehmen und offensichtlich nicht angstgeleitet: Péter Magyar, nach der Wahl designierter Ministerpräsident von Ungarn, liess sich von keiner Kampagne gegen seine Politik oder Person verängstigen. Papst Leo bezog gegen Donald Trumps Messias-Darstellung Position (Livenet berichtete). Als dieser ihn daraufhin vehement anging, antwortete er ruhig: «Ich habe keine Angst vor der Regierung von Trump. Ich werde weiterhin mit lauter Stimme von der Botschaft des Evangeliums sprechen.» Auch der gerade 70 gewordenen Musiker Herbert Grönemeyer wird hier mit seinem neuesten Lied «Angstfrei» eingereiht.

Der Glaube macht den Unterschied

Florian Illies geht es nicht darum, Werbung für den Glauben zu machen, trotzdem bemerkt er wiederholt, dass der Glaube an Gott zu einem angstfreien, integren Handeln führen kann – zum Beispiel, wenn er von dem texanischen Politiker James Talarico erzählt und diesen dabei als «in sich und seinem Glauben ruhend» beschreibt. Diese Haltung wird auch dem Papst attestiert, wenn er nicht hektisch reagiert oder aus persönlichem Getroffensein spricht, sondern ein Streitgespräch immer wieder auf seine Grundlage zurückführt und sagt: «Ich werde mich nicht auf eine Debatte einlassen. Die Dinge, die ich sage, sind mit Sicherheit nicht als Angriffe auf irgendjemanden gedacht. Die Botschaft des Evangeliums ist sehr deutlich: Selig sind die, die Frieden stiften.» (laut Tagesschau) So kommt Illies zu dem Schluss: «Angstfreiheit ist etwas Kostbares und Seltenes. Sie kann aus dem Glauben erwachsen.»

Zum Autor: Hauke Burgarth (*1964) ist gebürtiger Hamburger und lebt in Pohlheim bei Giessen. Hauke arbeitet freiberuflich als Lektor, Autor und Journalist. Daneben engagiert er sich in Teilzeit, aber mit ganzem Herzen, als Pastor der Christusgemeinde in Lich.

Datum: 20.04.2026
Autor: Hauke Burgarth
Quelle: Livenet / ZEIT 16/2026

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