«Wir sind eine Pioniergemeinde»
«Wir sind eine Pioniergemeinde, die nun im sechsten Jahr besteht», bilanziert Gemeindeleiter Andreas Lange im Gespräch mit Livenet. Der Gemeindeverband «Centro Cristiano Misión Global» (CCMG) zählt weltweit 758 Gemeinden, in der Schweiz ist «Centro Cristiano Weinfelden», kurz ICC Weinfelden, der erste Standort. «I» steht für Iglesia, aber auch für International.
Die Gottesdienste im ICC Weinfelden werden zweisprachig, auf Deutsch und Spanisch, gehalten. Andreas Lange: «Wir haben Besucher aus Kolumbien, Domenikanische Republik, Chile, Portugal, Deutschland, Brasilien und Mexiko. Gott sei Dank verstehen die meisten, die Portugiesisch sprechen, auch Spanisch.»
Das Büro der Gemeinde beheimatet auch das Studio von «WunderHeute TV»; der Sender existiert seit über 20 Jahren und hat mittlerweile 250 Geschichten über echte Wunder publiziert.
Häuser des Lebens
«Zusätzlich zur Gemeinde arbeiten wir an ‘Häusern des Lebens’. Dort geschieht Jüngerschaft und evangelistische Zurüstung.» Dies ist auch Teil der DNA des weltweiten Verbandes. Eine neue evangelistische Bewegung und Jüngerschaft liegen stark auf dem Herzen der Denomination … und auch auf dem von Andreas Lange: «Mein Vater Siegfried Lange war Mitbegründer vom ‘Missionswerk Bruderhand’ in Deutschland, bei dem auch Willhelm Pahls mit dabei war. Das ist auch in mir drin. Ich bin dankbar, dass wir da eingebettet sein dürfen, es ist ein riesiges Privileg.»
Die zweisprachige Gemeinde trifft sich in den Räumen der Pfimi Weinfelden («Begegnung im Giessenpark»). Zusätzlich wird jeweils noch ein Glaubensgrundkurs oder ein Jüngerschaftskurs angeboten. «Jüngerschaft ist ganz wichtig: Nachdem die Menschen Jesus kennengelernt haben, können sie zu starken Nachfolgern von Jesus heranreifen.»
Staatspräsident verleiht Staatsbürgerschaft
Der 1946 in Brasilien geborene Pastor, Missionar und Gründer der CCMG-Bewegung José Satírio Dos Santos zog 1975 zusammen mit seiner Frau Nair de Andrade Dos Santos und seinen drei Kindern nach Kolumbien; seit mittlerweile 50 Jahren wirkt er in der Stadt Cúcuta. Einmal sagte er: «Ich habe mir nicht ausgesucht, Gott in Kolumbien zu dienen. Eigentlich glaube ich, dass ich, wenn es um Missionsarbeit geht, nicht wählen, sondern gehorchen und dem konkreten Ruf folgen sollte.»
Für ihn ist klar: «Die Missionsarbeit in der Welt erfordert Menschen, die bereit sind, sich anzustrengen, zu lieben, sich weiterzubilden und auch Opfer zu bringen.» Im Laufe der Jahre erhielt er die kolumbianische Staatsbürgerschaft vom kolumbianischen Präsidenten überreicht, da er in Kolumbien sehr geachtet ist wegen seinem sozialen Engagement.
«Eine Kirche entsteht nicht, weil…»
60 Gemeinden stehen heute in Cúcuta und 119 in Norte de Santander (einem Departamento im Nordosten Kolumbiens, dessen Hauptstadt Cúcuta ist). Weitere 300 Gemeinden finden sich in ganz Kolumbien. Insgesamt zählt die Bewegung weltweit 758 Standorte. Einmal sagte José Satírio Dos Santos: «Eine Kirche entsteht nicht nur, weil jemand es so will. Diejenigen, die versuchen, eine Kirche mit dem natürlichen Verstand aufzubauen, geraten in Frustration und Scheitern.»
Manchmal glaube der Mensch sogar, dass er mit seinem Potenzial, seinen Strategien und seiner Fähigkeit die Welt bereisen und grosse Taten vollbringen könne; gewisse Erfolge könnten dabei erzielt werden. «Doch wenn die Fähigkeiten erschöpft sind, wenn die Ressourcen aufgebraucht sind und niemand da ist, der helfen kann, bricht alles zusammen, alles stürzt ein. Nur wenn man eine klare Berufung hat, genügend Glauben, um voranzuschreiten, und eine Vision, die Hindernisse überwindet, kann dieser Mensch sein prophetisches Ziel erreichen. Denn er wird sich nicht auf seine eigenen Fähigkeiten verlassen, sondern sich auf den Gott stützen, der ihn ruft.»
Der Gründungsimpuls für die Schweiz kam durch die enge Freundschaft von Johana und Andreas Lange und der geistlichen Zusammenarbeit des Pastorenehepaars Fausto Jiménez und Neliete Viegas vom Centro Cristiano Tucunaré, Kolumbien, die ebenfalls schon mehrere Male in der Schweiz und an den ICC-Jubiläen anwesend waren. Sie sind die Mentoren von Andreas und Johana Lange.
Grosses Jubiläum in der Schweiz
Im Gottesdienst werden mittlerweile 50 Leute begrüsst. «Bei speziellen Gottesdiensten, zum Beispiel Heilungsgottesdiensten, die wir mit unserem Partner, der Schule für Heilung Ostschweiz durchführen, kommen bis zu 150 Personen», erklärt Andreas Lange.
Weitere Gemeinden finden sich in Indien und in Afrika. In Europa ist mittlerweile eine zweite Gemeinde entstanden; dies in Madrid. «Das Ganze ist immer noch am Wachsen und sich multiplizieren.»
Auch in Weinfelden. «Wir feiern heuer unser sechsjähriges Jubiläum», schmunzelt Andreas Lange. «Auch wenn die Leute lächeln: Wir feiern jedes Jahr die Treue von Gott mit einem Jubiläum.» Ausserdem besucht Pastor José Satírio, der Gründer der Bewegung, in der Woche vom 14. September die Schweiz. «Es gibt auch Jubiläums-Veranstaltungen mit ihm als Sprecher.» Denn es gibt ein grosses Jubiläum zu feiern: sechs Jahre göttliche Treue!
Zum Autor: Daniel Gerber schreibt seit 25 Jahren für Livenet. Er ist freier Journalist und Autor mehrerer Bücher; zuletzt «Wo Jesus barfuss geht» (im SCM Hänssler-Verlag) mit Markus und Katharina Freudiger. Besonders wohl fühlt er sich in den Weiten Afrikas.
Datum: 19.04.2026
Autor:
Daniel Gerber
Quelle:
Livenet