Freikirchen-Pastorin zur Ehe: «Es ist viel Spass, viel Freude.»
Zum Thema «Mono, Poly, KI – Wer liebt am glücklichsten?» trafen sich diese Woche im «Club» von SRF eine Sexologin und Beziehungstherapeutin, ein Paar- und Sexualberater, ein Schauspieler, eine Theaterpädagogin sowie mit Lydia Siegenthaler die Pastorin der Vineyard Kirche in Olten. Bei den Ausführungen zu Fragen «Wie lieben wir heute, wie in Zukunft? Monogam, in offenen Beziehungen, polyamor oder in einer Liebe zu Künstlicher Intelligenz?» konnte die Freikirchen-Pastorin punkten: «Ich hatte bis jetzt einen Mann im ganzen Leben. Wenn alles gut geht, möchte ich irgendwann so sterben und die nächsten 40 Jahre glücklich bleiben.»
Die Beziehungstherapeutin Sabine Altermatt gab zu bedenken: «Nur weil ich jemanden liebe, bedeutet das nicht, dass wir eine gute Beziehung führen können. Wir haben hier sehr starke Normen, wie wir eine Beziehung leben, vor allem von der kirchlichen Norm, moralisch aufgeladen. Das prägt unser Verständnis, wie eine perfekte Beziehung sein sollte, immer noch sehr stark, auch wenn wir nicht mehr so stark an Religionen gebunden sind. Das ist sehr stark verankert.»
Wieso kann Lydia Siegenthaler so sicher sein? «Ich habe im Voraus überlegt, wie ich unsere Ehe beschreiben würde. Ich würde sagen, es ist wie ein Haus, das wir gebaut haben. Wir sagten, da bleiben wir drin, das steht. Das ist viel Sicherheit, Stabilität. Das sind vielleicht nicht die Wörter, die super sexy sind. Aber dieser Ort ist mein Rückfallort. Es kostet mich wenig Energie. Es ist etwas Schönes. Es ist viel Spass, viel Freude. Es gibt unseren Kindern einen Ort, um sicher zu sein und zu wissen, wo sie hingehören.»
Zur idealen Ehe erwähnte Lydia Siegenthaler: «Nähe, Vertrautheit, Geborgenheit und Lust. Eine gemeinsame Vision oder Mission, etwas, das grösser ist als nur unsere Beziehung. Familie, Kinder, was auch immer, aber wir gehen zusammen in die gleiche Richtung, wir schauen einander nicht nur an.»
Ordensschwestern erzielen halbe Milliarde mit Spitalverkauf
Nach einer halbjährigen internen Vorbereitung ist im Juli 2025 bekannt gegeben worden, dass das Institut Ingenbohl das Claraspital in Basel an das dortige Universitätsspital (USB) verkaufen wird. Jetzt hat das öffentlich-rechtliche Spital seine Bilanz veröffentlicht. Daraus wird ersichtlich: Die Übernahme dürfte rund 530 Millionen Franken gekostet haben. Die Vertragsparteien haben Stillschweigen über den Kaufpreis vereinbart. Deshalb konnte man über den Preis bislang nur spekulieren. Nun ist in den Büchern einsehbar, dass die Darlehen Dritter im letzten Jahr um 520 Millionen Franken gestiegen sind. Die Bilanzsumme selber hat um 530 Millionen Franken zugenommen, wie der «Bote» schreibt.
Mit dem Verkauf des Spitals sei sichergestellt, dass die Schwestern auch in Zukunft versorgt seien. Von den rund 290 Schwestern in der Provinz Schweiz waren damals 230 älter als 80 Jahre. Schon heute lebten 125 Mitglieder in Pflegeheimen oder im betreuten Wohnen. Die Alterung der Mitglieder war auch der Grund, weshalb der Orden die Verantwortung für das Claraspital abgeben musste. Längerfristig war es nicht mehr möglich, genügend Verwaltungsrätinnen geschweige denn operative Kräfte für die Führung der Clara-Betriebe zu stellen. Die letzten drei in Basel stationierten Ordensschwestern haben schon 2023 das Claraspital verlassen. Das Claraspital soll zu einem «umfassenden Krebszentrum entwickelt werden», das auf internationalem Niveau wohnortnah Krebspatienten betreuen könne.
Singen macht Freude
Der Kirchenchor Thun Strättligen wurde 1926 gegründet. Er zählt heute etwa 25 Mitglieder, die aus Thun oder der näheren Umgebung kommen. Seit 100 Jahren trägt der Kirchenchor zur kirchlichen und musikalisch kulturellen Vielfalt in Thun bei und kann 2026 auf eine lange Chorgeschichte zurückblicken. Der Jubiläumsfestgottesdienst findet am 26. April 2026 um 11.00 Uhr in der Markuskirche Thun statt, wie «Radio BEO» berichtet. Seit 2022 wird er von Elena Shchapova mit fachlicher Kompetenz geleitet. Elena Shchapova hatte sich bereits in ihrer Heimat in Russland als studierte Pianistin auf Chormusik spezialisiert. In Bern erwarb sie zusätzlich ein Diplom im Orchesterdirigieren. Der Chor singt regelmässig in den Gottesdiensten an den verschiedenen Predigtorten der Kirchgemeinde Thun-Strättligen: Johanneskirche, Markuskirche und in den Kirchen Gwatt, Allmendingen und Scherzligen. Dazu werden an speziellen Feiertagen wie Karfreitag, Pfingsten oder Bettag besondere Musikstücke aufgeführt. Das Repertoire des Chors ist vielseitig und umfasst unter anderem Kompositionen von Schütz, Bach, Händel, Haydn, Mozart und Mendelssohn.
Die älteste Kirche Berns zeigt den Besuchenden ihre musikalische Vergangenheit. Von gregorianischen Gesängen über Hugenotten-Psalmen führen zwölf Stationen durch die Jahrhunderte, berichtet die «Berner Zeitung». Ein neuer Audioguide führt ab kommendem Mittwoch Besuchende durch die Französische Kirche im Berner Stadtzentrum. Im Fokus steht insbesondere die Musik, die in der ältesten Kirche Berns stets eine grosse Rolle gespielt hat. Von gregorianischen Gesängen der Dominikanermönche, die die Kirche im 14. Jahrhundert erbauten, über die Musik der Renaissance und des frühen Barocks, dem Musikverbot nach der Reformation bis hin zu Psalmen, die von geflohenen französischen Hugenotten geprägt wurden, spannt sich der weite musikalische Bogen. Der Rundgang dauert rund eine halbe Stunde. Nach wie vor werden in der Kirche Gottesdienste in französischer Sprache gefeiert. Aufgrund der hervorragenden Akustik hat sie sich aber längst auch als wichtige Konzertkirche in Bern etabliert.
Zum Autor: Markus Baumgartner ist Inhaber der Kommunikationsagentur b-public AG und u.a. Mediensprecher Dachverband Freikirchen.ch, Co-Präsident Forum Christliche Führungskräfte, Vizepräsident der Agentur C und Herausgeber des Dienstagsmail.
Datum: 19.04.2026
Autor:
Markus Baumgartner
Quelle:
Livenet