Bundesrat lobt private Unterbringung von Geflüchteten
Es waren die Jahre, als Tausende von Männern, Frauen und Familien aus der Ukraine in die Schweiz kamen, wo sie den besonderen Schutzstatus S erhielten. Viele Christen öffneten ihre Häuser und nahmen Geflüchtete bereitwillig auf. Um diese Prozesse zu koordinieren, schlossen sich rund 100 Kirchen und Gemeinden im Netzwerk kirchen-helfen.ch zusammen. Federführend waren u.a. Peter und Paul Bruderer aus Frauenfeld. «Viele kirchliche Verantwortungsträgerinnen und -träger, aber auch Privatpersonen aus den Gemeinden bauten damals umgehend und unkompliziert Hilfsangebote auf», schreibt die Schweizerische Evangelische Allianz SEA in einem Bericht. Von rund 30`000 Geflüchteten – Stand 2022 – konnten gut 1000 im Rahmen dieses Netzwerks durch Privatpersonen aufgenommen werden.
Vom Bundesrat evaluiert und positiv gewürdigt
Der Schweizerische Bundesrat hat diese private Unterbringung von Geflüchteten aus der Ukraine auf ein Postulat des Nationalrats hin untersucht. Nun veröffentlichte er das Ergebnis. «Nach Ausbruch des Krieges gegen die Ukraine kamen in einer ersten Phase viele Geflüchtete aus der Ukraine bei privaten Gastfamilien unter. Diese Art der Unterbringung hat sich tendenziell positiv auf die Integration dieser Personen in der Schweiz ausgewirkt», heisst es in einer Medienmitteilung vom 1. April. Die private Unterbringung habe den Geflüchteten dabei geholfen, den Alltag in der Schweiz zu bewältigen. Auch bei der sozialen, sprachlichen, kulturellen und beruflichen Integration seien positive Tendenzen erkennbar, auch wenn sie nicht abschliessend belegt werden konnten. Aber der persönliche Kontakt zwischen Geflüchteten und Gastfamilien habe «einen positiven Effekt auf die Akzeptanz von Geflüchteten in der Bevölkerung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt».
Die private Unterbringung eigne sich auch für anerkannte Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen, so der Bundesrat weiter. Die Kantone wurden eingeladen, «die private Unterbringung zu prüfen und allenfalls als ergänzendes Angebot zu etablieren – insbesondere für ausserordentliche Situationen».
SEA: «Schöne Wertschätzung»
Auch wenn das kirchliche Netzwerk vom Bundesrat nicht ausdrücklich erwähnt wird, zeige der bundesrätliche Bericht «die Bedeutung der vor vier Jahren auch stark von Kirchen aus dem Netzwerk der Schweizerischen Evangelischen Allianz getragenen Unterstützung für ukrainische Geflüchtete», so die SEA in einer Mitteilung vom 7. April. Die positive Einschätzung des Bundesrats bringe «eine schöne Wertschätzung für all die Menschen im Land zum Ausdruck, die aus Nächstenliebe selbstlos gehandelt haben und bis heute geflüchtete Menschen begleiten».
Zum Autor: Reinhold Scharnowski ist Pfarrer, Netzwerker und Redaktor. 21 Jahre war er Pfarrer der FEGs in Thun und Steffisburg, dazu Leiter von DAWN Europo und drei Jahre Missionar in Bolivien. Heute im «Unruhestand», seit 2012 aktiv als Redaktor bei Livenet.
Datum: 18.04.2026
Autor:
Reinhold Scharnowski
Quelle:
Livenet / News Service Bund / SEA