Persönlicher Impuls

«Überheblichkeit steht vor dem Zusammenbruch»

Trumps neuer Post löst Provokation aus
Donald Trump als Erlöserfigur, die unsere Welt rettet. Dieses Bild provozierte gestern in den Sozialen Medien einen Sturm der Entrüstung. Zurecht. Doch wir sollten nicht dort stehenbleiben.

«Überheblichkeit steht vor dem Zusammenbruch,
und Hochmut kommt vor dem Fall.»
Sprüche 25,11 / Basis Bibel


Diesmal ist der Republikaner auch einem Grossteil seiner treuen Gefolgsleute zu weit gegangen: Donald Trump hat ein gotteslästerliches, selbstverherrlichendes KI-Bild auf seinem Truth Social-Kanal gepostet, das ihn als Jesus zeigt.

Jetzt ist er nicht mehr nur der Kriegsherr, der noch vor ein paar Tagen das Mullah-Regime «in die Steinzeit zurückbomben» wollte, sondern auch der Jesus-ähnliche Erlöser und Heilsbringer. Zudem hat er nebenbei Papst Leo XIV. attackiert, der nur dank ihm in sein Amt berufen worden sei. Leo sei «schwach im Umgang mit Kriminalität und eine Katastrophe in der Aussenpolitik», so Trump. Die Katholiken in den USA sind bestürzt (alle Hintergründe gibt’s hier im Artikel von pro Medienmagazin).

«Der Herr verabscheut alle überheblichen Menschen»

Im Wissen darum, dass Zurechtweisung von Spöttern wenig Wirkung hat (vgl. Sprüche 9,7-8), hätte ich doch ein paar Verse, die ich dem US-Präsidenten gerne zum Nachdenken mitgeben würde. Damit meine ich nicht nur das bekannte Zitat «Hochmut kommt vor dem Fall» aus Sprüche 25,11, das einem unweigerlich durch den Kopf geht. Eher auch Verse wie:

  • Sprüche 14,8: «Die Weisheit besteht bei einem klugen Menschen darin, über seinen Lebensweg nachzudenken. Die Dummheit aber führt bei dummen Menschen dazu, sich selbst zu belügen.»
  • Sprüche 16,2: «Ein Mensch hält alles, was er tut, für gut. Aber der Herr prüft seine wahre Gesinnung.»
  • Sprüche 25,28: «Wie eine zerstörte Stadt ohne Mauern ist ein Mann ohne Selbstbeherrschung.»

Sehr krass ist das Wort aus Sprüche 16,5: «Der Herr verabscheut alle überheblichen Menschen. Die Hand darauf: Sie bleiben nicht ungestraft!» Solche Verse sollten nicht nur den Mächtigen der Welt zu denken geben, sondern uns allen.

Blick auf meinen eigenen Stolz

In meinem Impuls aus den Sprichwörtern möchte ich die Aufmerksamkeit weglenken vom Zampano, der sich auf der Weltbühne austobt. Auf ihn haben wir alle keinen Einfluss. Lasst uns vielmehr den Blick in den Spiegel richten und uns selbst fragen: Wo stehe ich selbst mit meinem Stolz-Management?

Der brillante christliche Philosoph C.S. Lewis schrieb einmal «Wer von sich meint, er sei nicht stolz, der beweist nur, dass er es tatsächlich ist.» In seinem Klassiker «Pardon, ich bin Christ» beschreibt er mit starken Bildern, in welcher Form sich Hochmut in unserem Leben bemerkbar macht. Es lohnt sich, den eigenen Hang zum Stolz immer wieder im Blick zu halten. Für C.S. Lewis ist klar, dass der Stolz «die Quelle aller Sünden und der Ausdruck völliger Gottferne» ist.

«Nach Auffassung der grossen Kirchenväter ist der Hochmut, der Stolz, die schlimmste aller Sünden, das Böse an sich. Unkeuschheit, Jähzorn, Habgier, Trunksucht und Ähnliches sind im Vergleich zu ihr nur Mückenstiche.» (C. S. Lewis)

Weiter betont Lewis in «Pardon, ich bin Christ», dass der Hochmütige immer auf Menschen und Dinge herabschaue. «Aber solange wir herabschauen, können wir nicht sehen, was über uns ist.» Dann spitzt er es noch härter zu:

«Der wirklich schwarze, teuflische Hochmut zeigt sich dann, wenn wir so sehr auf die andern herabschauen, dass uns gleichgültig ist, was sie von uns denken… Solange der Mensch noch etwas lieben und bewundern kann, das ausserhalb seiner eigenen Person liegt, solange ist er dem seelischen Ruin noch nicht völlig preisgegeben.» (C. S. Lewis)

Wie sieht im Kontrast dazu die Demut aus?

Ich bin C.S. Lewis immer wieder dankbar für diese treffenden Prüffragen für mein Herz. Natürlich muss auch bemerkt werden, dass wir selbst für unseren Hochmut meist blind sind. Umso entscheidender ist, Menschen zu haben, die uns rechtzeitig ins Gewissen reden, wenn wir selbstbezogen, arrogant und überheblich werden.

Noch besser sind Vorbilder in Sachen Demut. Menschen, die tatsächlich dienen wie Jesus, ohne selbst eine grosse Sache daraus zu machen. Menschen aber auch, die nicht künstlich-fromm auf Gott verweisen und sich selbst klein machen. Auch hierzu hat Lewis in «Pardon, ich bin Christ» eine sensationelle Formulierung gefunden:

«Der wahrhaft demütige Mensch erweckt keineswegs den Eindruck von Demut, den wir mit dem Wort heute verbinden. Er ist kein schmieriger, kriecherischer Typ, der uns ständig erzählt, dass er - natürlich - völlig unbedeutend sei. Im Gegenteil! Er wird auf uns eher den Eindruck eines aufgeschlossenen und heiteren Menschen machen, der sich wirklich für das interessiert, was andere ihm erzählen. Wenn wir ihn nicht mögen, dann deshalb, weil wir ein bisschen neidisch sind auf jeden, der das Leben so scheinbar leicht nimmt. Er wird nicht über die Demut nachdenken, er wird sich selbst nicht so wichtig nehmen.» (C. S. Lewis)

Hier geht es zum ersten Teil der Sprüche-Serie.

Zum Autor: Florian «Flo» Wüthrich ist seit über 25 Jahren als Journalist tätig. 2014 wechselte er vom Radio- in den Online-Journalismus. Bei Livenet ist er seit über zehn Jahren als Chefredaktor und Talkmaster tätig, 2023 hat er zudem die Verantwortung als Livenet-CEO übernommen. Flo wirkt als Brückenbauer in der christlichen Szene mit dem Anliegen, das Evangelium authentisch und gesellschaftsrelevant zu kommunizieren.

Datum: 14.04.2026
Autor: Florian Wüthrich
Quelle: Livenet

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