Angriffe in Vor-Osterzeit in Nigeria
Bewohner des Viertels Angwan Rukuba in Jos berichteten, dass sich der Angriff gegen 20 Uhr am Palmsonntag ereignete, in einem Gebiet mit zahlreichen belebten Geschäften. Die Angreifer kamen in einem Kleinbus und auf Motorrädern und töteten Männer, Frauen und Kinder; ausserdem verletzten sie Dutzende weitere Personen.
«Bewaffnete Angreifer drangen gegen 20 Uhr in das Gebiet ein und schossen wahllos auf jeden, den sie sahen», sagte der Anwohner Samson Glabe gegenüber «Morning Star News».
Arin Izere, ein in Jos ansässiger Gospelsänger, erklärte, die Angreifer hätten Militäruniformen getragen, was Zeugen zu der Annahme veranlasste, es handle sich um Einsatzkräfte der nationalen Drogenbekämpfungsbehörde. «Ich brachte gerade meinen Freund nach Angwan Rukuba, und in diesem Moment sahen wir die Terroristen aus ihrem Fahrzeug mit Waffen aussteigen. Viele wurden getötet, ich bin zutiefst erschüttert.»
Präsident: «Ein herzloser Feigling»
Eine Sprecherin des Bundesstaates Plateau, Joyce Lohya Ramnap, bezeichnete den Angriff als verwerflich und ungerechtfertigt. Die Behörden verhängten eine 48-stündige Ausgangssperre für das gesamte Verwaltungsgebiet Jos North.
Sowohl der Präsident Nigerias als auch der Gouverneur des Bundesstaates Plateau verurteilten den Angriff. «Jeder, der sich im Schutz der Nacht anschleicht und wehrlose Bürger tötet, wie es in Jos geschehen ist, ist ein herzloser Feigling», sagte Präsident Bola Ahmed Tinubu in einer Pressemitteilung. «Indem sie weiche Ziele in Jos angreifen, verfolgen sie nicht nur das Ziel, Schaden anzurichten, sondern auch, eine Spirale von Vergeltungsangriffen und weiteres Blutvergiessen auszulösen.»
Nigerias Christen kommen nicht zur Ruhe
Immer wieder gerät das bevölkerungsreichste Land Afrikas (und die Nummer sechs der Welt) wegen anhaltenden Übergriffen radikale Muslime in die Schlagzeilen.
- Eingangs Februar 2026 wurden laut «BBC» 162 Menschen ermordet, weil sie nicht muslimisch beten wollten.
- Es wurden am 18. Januar 2026 177 Christen von militanten Fulani aus drei Gottesdiensten heraus entführt; inzwischen sollen sie wieder frei sein.
- Am 21. November 2025 entführten Bewaffnete aus der «St. Mary’s Catholic Primary and Secondary School» 315 Schüler und Angestellte später wurden laut «Agence France»-Presse 100 der Kinder freigelassen. Rund 50 Personen konnten bereits kurz nach dem Angriff fliehen.
- Im März 2024 wurden bei einem Überfall im nördlichen Kaduna fast 300 Schüler entführt.
- Einer der frühesten Entführungsfälle, der internationale Aufmerksamkeit erregte, ereignete sich 2014, als Boko Haram fast 300 Schülerinnen aus Chibok verschleppte und damit weltweite Empörung auslöste.
- Im vergangenen Sommer jährte sich die ebenfalls international beachtete Entführung von Leah Sharibu zum siebten Mal.
Das tödlichste Land für Christen
In seinem jährlichen Bericht über Verfolgungstrends warnte Release International (RI), dass sich die Situation weiter verschlechtern könnte. RI geht von 7’000 Todesopfern im Jahr 2025 aus (Schätzungen über die Zahl der allein 2025 ermordeten Christen in Nigeria reichen von 3’000 bis zu 7’000). Sollte sich die Prognose des RI-Partners bewahrheiten, könnten im kommenden Jahr mehr als 14’000 Christen ihr Leben verlieren.
Nigeria war laut «Open Doors» zuletzt das tödlichste Land für Christen weltweit: Laut dem Weltverfolgungsindex 2026 kamen 3'490 der 4'849 weltweit dokumentierten Opfer christenfeindlicher Gewalt in Nigeria ums Leben.
Datum: 06.04.2026
Autor:
Daniel Gerber
Quelle:
Livenet