Das Leben von Raphael Moser

«Gott verliert nicht den Überblick»

Raphael Moser am Bergsteigen
Raphael Moser aus Hinwil ist sowohl von Menschen und Sport wie auch von Technik fasziniert. Heute investiert er sich beruflich in beides - für ihn ein Geschenk Gottes. Über die Führung Gottes in seinem Leben ist er erstaunt und dankbar.

«Schon als Kind war ich am liebsten draussen am Inline-Hockey spielen, Skifahren oder in der Cevi-Jungschar», hält Raphael Moser fest. Er nahm an Unihockey-Tournieren teil und leitete als Snowboarder später viele Lager. Mit zwei jüngeren Brüdern ist er in einer christlichen Familie aufgewachsen. Als 11-Jähriger machte er in einem Besj-Lager die Entscheidung fest, Jesus nachzufolgen. Im Gebet und in Gedanken ist er immer wieder mit Gott verbunden und erkennt, wie er so durchs Leben geführt wird. Nach der Lehre als Automatiker bildete er sich zum Mechatronikingenieur weiter. «Ich arbeitete eine Weile als Inbetriebsetzungsingenieur bei einem Schweizer Zugbauunternehmer, später als Elektro-Teil-Projektleiter im Maschinenbau.» Doch dann erlebte er eine Lebenskrise und fühlte, dass er sich lieber mehr mit Menschen als Maschinen beschäftigen wollte. 2026 kündigte er die Anstellung, startete eine Coachingausbildung und spielte mit dem Gedanken, Bergführer zu werden.

Vielseitig interessiert

Privat ging es ihm damals auch wieder gut. Der heute 40-Jährige hatte jung geheiratet, doch knapp zwei Jahre nach der Hochzeit ging die Beziehung in die Brüche. Später folgte die Scheidung - für Raphael ein schwerer Schlag. «Als ich mich soweit erholt hatte, dass ich fand, nun könnte ich wieder bereit sein für eine neue Beziehung, fragte mich Andrea völlig unerwartet nach meiner Telefonnummer», erzählt er mit einem Lächeln im Gesicht. Andrea war die nette Bedienung im Café, wo er seit Jahren täglich mit Arbeitskollegen zu Mittag ass. Überrascht und gespannt liess er sich auf ein privates Treffen ein ... seit zehn Jahren sind die beiden nun verheiratet. Gern hätten sie eine Familie gegründet, doch es klappte nie. «Wir trafen uns dann mit anderen kinderlosen Paaren und stellten fest, dass sie ein erfülltes Leben haben.» Andrea und Raphael listeten auf, was für und was gegen Kinder spricht und kamen zum Schluss: «Wir haben beide genug Interessen, um das Leben auch als Paar erfüllend und glücklich gestalten zu können.» Seither haben sie Frieden über ihrer Situation und geniessen es, auch gemeinsam in den Bergen unterwegs zu sein.

Freude und Verantwortung

Kurz nach der Hochzeit mit Andrea hatte er mit der Ausbildung zum Bergführer begonnen. «Ich liebe die Berge, die Bewegung in der Natur, aber ich war nicht sicher, ob ich es bis zum Profi schaffen würde.» Gott schenkte Gelingen, und Raphael begann, als Bergführer Gäste zu führen. Es macht ihm grosse Freude, seine Faszination mit anderen zu teilen und sie auf verschiedene Touren zu begleiten.

Die Sicherheit seiner Gäste und die offene Kommunikation hat oberste Priorität für Raphael. Wenn sich das Wetter unerwartet stark verändert, kehrt er daher auch kurz vor dem Ziel um. «Wenn zum Beispiel ein Gewitter aufzieht, man das Knistern bereits spürt und sich die Nackenhaare aufstellen, ist es höchste Zeit umzudrehen – dann rede ich mit den Gästen und erkläre meine Entscheidung.» Er bete vor und während jeder Tour um Schutz und Gottes Begleitung.

Als er von einer ausgeschriebenen Stelle an der ETH Zürich, Abteilung Glaziologie hörte, bewarb er sich darauf. Seither ist er für die technischen Belange zuständig: Geräte, Sicherheit, Messtechniken. Er begleitet die Glaziologen auf ihren Erkundungstouren in den Gletschergebieten und unterstützt sie mit seinem Fachwissen. «Ja, die Gletscher schmelzen, die Umwelt verändert sich», stellt er klar. Aber Angst habe er deswegen nicht. «Egal, was sich verändert - Gott verliert den Überblick nicht.» Der Schöpfer nutze Vorkommnisse, um Menschen zu berühren. «Wir können die Erde nicht retten – aber er.»

Zwei Traumjobs

Raphael Moser

Die 80-Prozent-Jahresarbeitszeit bei der ETH erlaubt ihm, ungefähr 40 Tage pro Jahr als selbständiger Bergführer Ski-, Berg- und Klettertouren anzubieten. «Das ist optimal – wenn ich nur in einem Bereich arbeiten würde, ginge vielleicht die Faszination verloren…». So kann er auch während Bergsportaktivitäten seine Coaching-Erfahrung nutzen und erlebt dies als sehr bereichernd. Dass er einer Frau helfen konnte, ihre Höhenangst zu überwinden, freut ihn sehr. «Sie hatte volles Vertrauen zu mir, meisterte einen steilen und ausgesetzten Felsgrat und schaffte den ganzen Aufstieg und das Abseilen beim Abstieg völlig problemlos. Für mich eine grossartige Bestätigung, wie man Personen mit Ruhe, Professionalität und Empathie unterstützen kann.»

Auch Andrea hat sich weitergebildet und arbeitet als Pflegefachfrau im Kinderspital Zürich. Wenn sie nicht Kinder pflegt oder er Naturfreunde auf Berge führt, besuchen die beiden Anlässe der reformierten Kirche Gossau ZH. Hier tanken sie geistlich auf und teilen ihre Dankbarkeit für Gottes Spuren in ihrem Leben mit anderen. «Ich kann es nicht fassen, dass es mir so gut geht und welche Wege uns Gott führt», sagt Raphael.

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Datum: 04.05.2026
Autor: Mirjam Fisch-Köhler
Quelle: Jesus.ch

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