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Neue Missionswelle kommt aus Krisenregionen

Beim «Arise Asia 2026 Congress» wurden auch dieses Jahr wieder viele junge Asiaten in die Mission berufen (Symbolbild)
Mission verändert ihr Gesicht: Nicht mehr vor allem Christen aus komfortablen Ländern machen sich auf den Weg. David Ro erwartet eine Welle von Missionaren aus Konflikt- und Armutsregionen. Zugleich wächst in Afrika die Vision, Europa zu erreichen.

Für David Ro ist klar: Die weltweite Missionsbewegung steht am Anfang eines Wandels. Dies sagte David Ro, Leiter von «Arise Asia», im Gespräch mit «Christian Daily International» nach der Abschlussveranstaltung des «Arise Asia 2026 Congress».

Dieser Wandel werde demnach dazu führen, dass Missionare aus schwierigen Lebensumfeldern hinausgehen, um das Evangelium an schwer erreichbaren Orten weiterzugeben. «Der Missionsmitarbeiter ist heute anders als vor fünf, zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahren. Und er ist anders als in den vergangenen hundert Jahren.»

Nicht aus dem Westen kommend

Neue Missionare werden laut David Ro überwiegend nicht aus dem Westen kommen und überproportional häufig aus Regionen stammen, die von Konflikten, Armut und Verfolgung geprägt sind. Gerade diese Herkunft, so argumentierte er, befähige sie für ihre Aufgabe. «Diese schwierigen Orte werden Menschen hervorbringen, die in schwierige Orte gehen. Für jemanden aus einem schwierigen Umfeld ist es einfacher, an einen Ort mit schwierigem Kontext zu gehen, als für jemanden aus einer komfortablen Umgebung.»

Er spricht von einer «Arise»-Bewegung in einem Land, in dem derzeit Krieg herrscht. Doch da gebe es «17- und 18-jährige Mädchen, die inzwischen Missionarinnen bei einem anderen Volksstamm geworden sind. Und das entsteht aus einem Kontext des Krieges heraus.»

Neue Geschichten und neue Arbeiter

«Christian Daily International» berichtet, dass auf der Konferenz auch Joshua Bogunjoko von der «Lausanner-Bewegung» sprach. Er kam als Stimme aus Afrika und veranschaulichte seine Botschaft anhand mehrerer Geschichten: von nigerianischen Chirurgen, die in einer Stadt eines feindseligen Landes blieben, nachdem ausländische Missionare wegen Terroristen evakuiert werden mussten; von Missionaren, die in die Sahelzone zurückkehrten, obwohl sie zuvor bewaffnete Kontrollposten auf wundersame Weise überlebt hatten; und von einer Gemeinde in Äthiopien, die Blutspenden sammelte, um ihre nächste Missionarsentsendung zu finanzieren.

David Ro erläuterte im Interview: «Die Missionswelt und die Welt der Kirche … wir müssen uns auf diese neue Welle von Erntearbeitern vorbereiten, die aus diesen Kontexten kommen werden. So wirkt Gott.»

Afrika will Europa erreichen

Bei Recherchen von Livenet in Afrika stiess unsere Redaktion auf den gleichen Wunsch von Christen aus dem globalen Süden, die Welt mit dem Evangelium zu erreichen. Namentlich Europa wird mittlerweile als Missionsgebiet angesehen.

Im Südwesten der kenianischen Hauptstadt Nairobi trafen wir Pastor Stephen Mutua, der die Gemeinde «Eagles Christian Church» leitet. «Es ist an der Zeit, ein Segen für diejenigen zu sein, die Afrika gesegnet haben – Europa und die USA. Wir wollen agieren statt reagieren, mit einem Herzen voller Glauben und einer Hand, die bereit ist, zu arbeiten», erklärte Stephen Mutua im Gespräch mit Livenet. «Als Pastoren denken wir darüber nach, wie wir Europa erreichen können. Und wir beten bei unseren Treffen für Europa.»

Europa, Kanada, die USA sollen durch die afrikanische Diaspora erreicht werden und durch Menschen, die gezielt in den Westen ziehen, um dort zu arbeiten und ihr Umfeld zu erreichen.

Ruanda besorgt über Europa

In Ruanda traf Livenet Bishop Esron Maniragaba, Generalsekretär der Evangelischen Allianz Ruanda. «Wir machen uns Sorgen um die Menschen in Europa, die uns das Evangelium von Jesus gebracht haben. Wir bedauern, dass das Christentum in Europa schrumpft», so Maniragaba gegenüber Livenet.

Er appellierte an Europa, sich stärker auf die christlichen Wurzeln zu besinnen, und er forderte die Kirchen auf, die Grundlagen des Glaubens intensiver zu vermitteln. «In Europa muss mehr getan werden, und die wirklichen Grundlagen müssen der Jugend vermittelt werden.»

Die Idee, Missionare aus Ruanda nach Europa zu schicken, um dort das Evangelium zu verbreiten, ist nicht neu, wird aber immer konkreter. «Es gibt Gemeinden, die darüber nachdenken, Europa zu erreichen und Missionare auszusenden», blickte Bishop Esron Maniragaba in die Zukunft. Mehr und mehr wird ersichtlich, wie sich Christen aus Asien und Afrika aufmachen, um den Rest der Welt zu erreichen.

Daniel Gerber schreibt seit 25 Jahren für Livenet. Er ist freier Journalist und Autor mehrerer Bücher; zuletzt «Wo Jesus barfuss geht» (im SCM Hänssler-Verlag) mit Markus und Katharina Freudiger. Besonders wohl fühlt er sich in den Weiten Afrikas. Er ist verheiratet mit Guilene und Vater von drei Kindern. 

Datum: 16.08.2026
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet

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