Der «Segens-Rückfluss» der Re-Evangelisation
Dr. Harvey Kwiyani, Professor für Afrikanisches Christentum in Liverpool, wuchs in jenem Dorf in Malawi auf, das einst vom britischen Missionar David Livingstone evangelisiert wurde. Missionare des 19. Jahrhunderts beteten für das, was sie den «gesegneten Rückfluss» nannten: dass eines Tages Christen aus den von ihnen erreichten Nationen zurückkehren würden, um Europa neu zu evangelisieren. «Dieser Rückfluss geschieht jetzt», sagt Kwiyani.
Afrikanische Gemeinden erleben in London einen Aufschwung
In London ist die Veränderung unübersehbar. Nach Jahrzehnten des Rückgangs steigt die Zahl der Gottesdienstbesucher wieder an – nahezu ausschliesslich durch afrikanische Gemeinden. Über 60 Prozent der Sonntagsgottesdienstbesucher in London sind schwarze Afrikaner, obwohl sie nur 14 Prozent der Stadtbevölkerung ausmachen.
Eine ähnliche Bewegung prägt auch Irland neu. Nach einer dramatischen Hinwendung zum Säkularismus kommt neues Leben durch gläubige Einwanderer, die als «die neuen Iren» bezeichnet werden. Von Nigerianern gegründete Denominationen wie die Redeemed Christian Church of God zählen mittlerweile über 100 Gemeinden im ganzen Land. «Die Iren brachten einst das Evangelium nach Afrika», sagt Pastor Tunde Oke. «Nun bringen Afrikaner es zurück.»
Rumänische Pfingstgemeinden sind die grössten Kirchen Irlands
Auch Osteuropäer sind Teil dieser Ernte. Irlands zwei grösste Gemeinden sind heute rumänisch-pfingstlich. Die Betania-Gemeinde nahe Dublin errichtet eine neue Anlage für 5,5 Millionen Dollar, um mit dem Wachstum Schritt zu halten. «Niemand kam als Missionar hierher», räumt Pastor Valerian Jurjea ein. «Aber Gott hatte einen Plan. Wir sehen nur ein Puzzleteil – Er sieht das ganze Bild.»
In ganz Irland entstehen neue Gemeindegründungen in Städten, die seit Generationen kein lebendiges christliches Zeugnis mehr erlebt hatten. «Gott brachte diese Menschen hierher», sagt Pastor Sean Mullarkey, «und sie sind zu den neuen Iren geworden.»
Kwiyani ist überzeugt, dass diese Bewegung die weltweite Mission neu definieren wird: «So sieht ein Missionar im 21. Jahrhundert aus.» Oder, wie Pastor Oke es ausdrückt: «Nun, da Europa so säkular geworden ist, bringt Gott die Ernte zu den Menschen zurück, die uns einst Jesus brachten.»
Datum: 30.04.2026
Quelle:
Joel News