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Der Glaube der iranischen Christen wächst

Die HMK Schweiz gibt Einblick in die Situation iranischer Christen (Symbolbild: Teheran)
Vor rund zwei Monaten begann der Krieg im Iran. Einheimische Christen leiden ebenso wie die übrige Bevölkerung. Gegenüber der HMK Schweiz gaben sie kürzlich einen Einblick in ihre Situation. Sie erklärten, dass ihr Glaube wächst.

Iraner sind momentan von der Öffentlichkeit abgeschirmt und es ist schwierig, an zuverlässige Informationen zu gelangen, beobachtet die «HMK – Hilfe für Mensch und Kirche». Dennoch ist es dem Werk aus der Schweiz gelungen, Stimmen aus dem biblischen Land zu erhalten.

Die HMK hält fest: «Für sie ist es wichtig zu wissen, dass sie nicht allein sind. Sie bitten um Gebet.» Von aussen könne man nicht viel tun, berichten einheimische Christen, «ausser für ein Ende der Islamischen Republik beten. Seid aber vorbereitet für den Moment, wenn sich das Land öffnet. Dann wird es viel Hilfe brauchen und zwar nicht nur für die Christen, sondern für alle.»

Es gehe darum, «sofort vor Ort zu sein und Liebe zu zeigen, denn die Menschen sind enttäuscht und frustriert. Sie hassen die Mullahs und wegen ihnen auch Allah. Es ist wichtig, dass wir mit den Verletzten trauern. Wenn eine Mutter ihren Sohn während der Proteste verloren hat, tut es ihr weh und sie leidet. Da sollten auch wir mitleiden und zwar unabhängig davon, ob diese Mutter an Jesus glaubt oder nicht.» 

Regierung gegen jede Opposition

Die Christen leiden wie alle anderen Menschen auch, wie einheimische Christen gegenüber der HMK sagten: «Sie kämpfen ums Überleben und beten für den endgültigen Zusammenbruch des Regimes und ein definitives Ende der Islamischen Republik. Grundsätzlich gibt es bei den Iranern oft tiefe Gräben in jeder Hinsicht, auch bei den Christen. Jetzt rücken sie viel näher zusammen und erleben praktisch, was Einheit heisst.»

Das Regime ist gegen jegliche Opposition und nicht explizit nur gegen die Christen, sagen einheimische Christen: «Es ist nicht so, dass in solchen Zeiten die Verfolgung speziell und allein gegen die Christen zunimmt. Die Regierung nimmt alle, die eine andere Religion als den Islam haben, ins Visier und beschuldigt sie schnell, die Feinde beim Umsturz unterstützen zu wollen.»

«Es gibt keinen anderen Ausweg»

Wenn jemand verhaftet wird, ist es für die Regierung besser, wenn die Kaution bezahlt wird und die Person nicht im Gefängnis bleibt. «Die Regierung weiss, dass bei den Häftlingen aus Religionsgründen noch mehr Vorsicht geboten ist, denn der Westen kennt die Fälle, berichtet darüber und behält sie im Auge. Deshalb legen sie es solchen Ex-Gefangenen ans Herz, so bald wie möglich das Land zu verlassen.»

Wenn sie sich jedoch dafür entscheiden, im Iran zu bleiben oder keine Ausreiseoption finden, würden sie schnell bis zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, erklärten einheimische Christen der HMK. Das Volk (Christen und Nicht-Christen) sagt: «Es ist besser, wir sterben wegen den Bomben von Trump und von Netanjahu, als dass wir weiterhin unter diesen schrecklichen Umständen in der islamischen Republik leben. Natürlich ist es sehr schade und schmerzhaft, dass unser wunderschönes Land durch diesen Krieg zerstört wird, aber es gibt keinen anderen Ausweg.» 

Angriff auf Ansage

Einige Christen aus dem Iran, waren gerade für Schulungen und Seminare in der Türkei, als der Krieg ausbrach. «Alle haben sich dafür entschieden, in den Iran zurückzugehen, auch wenn es sehr schwierig war und sie problemlos drei Monate lang als Touristen in der Türkei hätten bleiben können. Sie gingen zurück, weil es ihnen wichtig war, auch in diesen Umständen Salz und Licht zu sein.»  

Die iranische Regierung hatte immer wieder zu den Golfstaaten gesagt, dass sie nicht einfach zuschauen wird, wenn sie es dem Westen erlauben, den Iran von dort aus anzugreifen. «Was der Iran jetzt macht, ist eigentlich die Erfüllung dieses Versprechens und kommt nicht überraschend. Es ist aber auch das Letzte, was das Regime noch machen kann, denn in Wirklichkeit ist es am Ende.»

«Der Glaube wächst»

Gegenüber HMK hielten die einheimischen Christen fest: «Als Christen lieben wir den Iran, Israel, die Hamas, die Hisbollah, den IS und so weiter … und wir beten dafür, dass das Reich Gottes an all diesen Orten und unter diesen Menschengruppen kommt. Wir beten, dass die Furcht verschwindet. Wir können unsere Ängste bei ihm deponieren. Der Herr greift aus unserer Perspektive vielleicht etwas zu spät ein, aber er hat alles im Griff. Er möchte uns Geduld beibringen.»

Während des Wartens werde gebetet und der Glaube wächst. «Im Gebet verbinden sich unsere Herzen noch mehr mit ihm und wenn sie mit ihm verbunden sind, dann kommt der Frieden: ‘Herr, ich kann das nicht tragen. Deshalb lege ich diese Last auf deine Schultern.’ In dieser Welt leben wir im Reich von Satan. Hier werden wir keinen Frieden und keine Sicherheit finden. Diese gibt es auch im Westen nicht. Gott weiss, was das Beste für den Iran ist. Trump und Netanjahu wissen es nicht. Wir beten für Erweckung und dass der Heilige Geist mit Kraft ausgegossen wird.»

Zum Autor: Daniel Gerber schreibt seit 25 Jahren für Livenet. Er ist freier Journalist und Autor mehrerer Bücher; zuletzt «Wo Jesus barfuss geht» (im SCM Hänssler-Verlag) mit Markus und Katharina Freudiger. Besonders wohl fühlt er sich in den Weiten Afrikas.

Datum: 26.04.2026
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet

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