Livenet-Talk

Zwischen Heilungskraft und Nicht-Geheilt

Wie lebt man mit der Spannung, dass Gott jeden heilen will, aber viele Menschen keine Heilung erfahren?
Als Christen den Glauben bewahren, dass Jesus heilen kann, trotz «Misserfolgen»? Der langjährig erfahrene Pfarrer Martin Kaltenrieder und Andreas Straubhaar mit starkem Heilungsdienst tauschen zusammen aus und ringen um Antworten im Spannungsfeld.

Im Teil 1 des Talks war der Schwerpunkt «Wie man in der Identität in Christus leben kann», auch in sehr schwierigen Zeiten. Auch in der Fortsetzung hat Flo Wüthrich von Livenet den Pfarrer Martin Kaltenrieder und «Heil und Heilung»-Leiter Andreas Straubhaar zum Gespräch. Diesmal geht’s konkret um die Thematik von Krankenheilungen.

Herz, Heil und Heilung

Andreas Straubhaar, der gerade einen Event mit vollem Saal hinter sich hat, erzählt aus seinem beachtlichen Dienst: «Es geht immer ums Ganzheitliche. Heute weiss man laut Studien, dass um die 80 Prozent der Ursprünge von Krankheiten im Herzen liegt. Die Bibel hat die Kraft, positiv zu prägen. Sie will Wahrheiten bringen und das bringt immer Leben, davon bin ich überzeugt.»

Es brauche nicht viel Glauben, er könne klein wie ein Senfkorn sein. Nur schon ein Besucher, der den Schritt mache, seine kranke Bekannte mitzunehmen, könne reichen. Sogar skeptische Personen seien geheilt worden, sagt Straubhaar und ergänzt, dass er dazu hunderte Beispiele erzählen könnte. «Glaube ist Aktion – man macht sich auf, resigniert nicht und bleibt dran, wenn nötig.»

Mit Heilung rechnen – und dem Tod ins Auge sehen

Martin Kaltenrieder war lange mit der «Schule für Heilung» und ihrem Leiter Walter Bernhard unterwegs und erlebte seinen Tod. So ist dies eine grosse Spannung für ihn selber, auch weil viele Leute vorher an eine Genesung glaubten. Dann musste er ihn beerdigen. «Es waren Pioniere des Heilungsdienstes, und schweizweit nahmen Heilungen zu. Doch dann kam plötzlich so ein Deckel aufs Ganze, weil man dachte, das hat doch nicht gestimmt», erklärt der Pfarrer. Aber Gott habe angefangen, den Leib Jesu in etwas hineinzuführen, wo viel mehr Autorität drin sei.

Man müsse die Erwartung behalten können, dass Gott alles möglich ist; aber auch nicht denken, dass einem Heilung zustehe und loslassen können, wenn der Tod näher komme. Und Kaltenrieder meint, dass es auch für ihn manchmal einfacher wäre, zu «diesem Straubhaar» zu gehen, als selber dran zu bleiben.

Zuoberst Barmherzigkeit und Liebe

Auch Andreas Straubhaar erlebt diese Spannung: «Mir ist aber im Neuen Testament die Theologie wichtig, dass es über zehnmal heisst, dass Gott alle Menschen heilte, alle. Der Grundsatz, dass Gott Heilung will.»

Er ergänzt: «Der Motor ist für mich Barmherzigkeit und Liebe für die Menschen. Ich hatte auch Heilungsabende, wo ich dachte, es lief nicht viel. Nachher hörte ich schöne Erlebnisse, aber ein zweites Mal hätte ich nicht gehen wollen. Aber dann kommt diese Barmherzigkeit, die braucht es.»

Weniger solo und mehr als Team

Talkmaster Flo Wüthrich spricht das Prophetische an, das auch auf Abwegen sein kann. In den letzten Monaten kam prophetischer Betrug in einer US-Gemeinde ans Licht. Wie gehen sie damit um? «Es geht ums Authentischsein. Sind wir Teil einer Gemeinschaft? Rechenschaft geschieht, wo man sich schärft und herausfordert. Sind wir ehrlich unterwegs? Nicht nur gegen aussen, sondern innerlich. Auch Erfolgsdruck ist für Berühmtheiten ein Thema. Achten wir darauf, nicht mit dem Finger auf diese bekannten Personen zu zeigen. Wir sollten weniger Solo und mehr als Team leben», antwortet Kaltenrieder.

«Dieser lebensbejahende Gott»

Er fährt fort und zitiert zum Dienst der Kirche: «Von Watchman Nee: Gemeinde ist Christus in der Welt. Prophetisches sollte in der Gemeinde einen hohen Stellenwert haben. Und sie braucht Output, damit die Gemeinde sich nicht nur um sich selber dreht. Es braucht eine neue Qualität der ‘fünf Dienste’, kraftvolle Dienste.»

Andreas Straubhaar ist einverstanden und vertritt stark das Wirken der Kirchen nach aussen. Seine Veranstaltungen stehen immer im Zusammenhang mit Evangelisation. So sagt er: «Meine Heilungsabende dienen ja hauptsächlich dazu, Menschen für diesen wunderbaren, lebensbejahenden Gott zu gewinnen.»

Zum Talk:

Datum: 03.04.2026
Autor: Roland Streit
Quelle: Livenet

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