Auf dem Weg zum Besten

Bettler oder Anbeter?

Nichts bewegt den Arm Gottes so sehr wie unsere Haltung des Glaubens
Wie lebst du? Wie sieht dein Gebetsleben aus? Betest du wie in Bettler oder gehst du als Anbeter durchs Leben? Gedanken dazu von Konrad Blaser.

Wenn wir verstanden haben, wer wir in den Augen Gottes sind – dass Gott uns erschaffen hat und alles in uns hineingelegt hat, was wir brauchen, um den nächsten Segen zu erleben –, dann können wir gar nicht anders, als jeden Tag aufzustehen und vom Besten auszugehen.

Wir dürfen jeden Tag aufs Neue den Segen Gottes erwarten. Wir dürfen erwarten, dass alles, was wir mit Gott zusammen in die Hand nehmen, zum Erfolg wird. Wir stehen morgens auf und gehen voller Vorfreude in den Tag, weil wir wissen, dass wir mit unseren Gaben und Talenten einen Unterschied in dieser Welt bewirken können. Und wir wissen auch: Wir können uns allen Herausforderungen stellen, weil Gott uns die nötige Kreativität gegeben hat, um Probleme zu lösen.

Als Bettler unterwegs?

Doch leider ist es oft so, dass wir – statt das Leben eines Kindes Gottes zu führen – wie Bettler leben. Was ich damit meine, zeigt sich sehr schön in einer Geschichte aus der Bibel: Jesus ist unterwegs, als ihm eine Frau begegnet, deren Tochter von bösen Geistern geplagt wird. Normalerweise, so lesen wir es in vielen Geschichten, lässt sich Jesus von seinem Erbarmen bewegen und hilft den Menschen. Doch in dieser Geschichte scheint es anders zu sein. Wir lesen:

Da kam eine kanaanäische Frau aus jener Gegend und rief: «Herr, du Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Meine Tochter wird von einem Dämon furchtbar gequält.» Aber Jesus gab ihr keine Antwort. Schliesslich drängten ihn seine Jünger: «Erfüll ihr doch die Bitte, sie hört ja nicht auf, hinter uns herzuschreien!« Er aber entgegnete: «Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Volkes Israel gesandt.» Da kam die Frau näher, warf sich vor Jesus nieder und bat: «Herr, hilf mir!» Jesus wehrte ab: «Es ist nicht recht, den Kindern das Brot wegzunehmen und es den Hunden vorzuwerfen.» (Matthäus Kapitel 15, Verse 22–26 NGÜ)

Die Jünger Jesu ärgern sich so sehr über die Frau, dass sie Jesus bitten, ihr doch einfach ihren Wunsch zu erfüllen. Doch selbst das verändert die Haltung Jesu nicht. Er bringt einen klaren Grund vor, weshalb er diesmal kein Wunder tut. Doch die Frau gibt nicht auf – und erlebt am Ende, wie Jesus ihre Tochter doch noch heilt. Warum? Das sehen wir hier:

«Das stimmt, Herr», erwiderte sie, «aber immerhin fressen die Hunde die Brotkrumen, die vom Tisch ihrer Herren herunterfallen.» Da sagte Jesus zu ihr: «Frau, dein Glaube ist gross! Was du willst, soll geschehen.» Von diesem Augenblick an war ihre Tochter gesund. (Matthäus Kapitel 15, Verse 27–28 NGÜ)

Zuerst begegnete die Frau Jesus als Bettlerin, und wir lesen, wie sie Jesus zweimal um ein Wunder bat – doch er ging nicht auf sie ein. Dann aber handelte sie im Glauben. Sie wechselte ihre Haltung und betonte mit dem Beispiel vom Tisch, den Brotkrumen und den Hunden die Grösse und Macht Gottes. Indem sie seine Möglichkeiten lobte, bewies sie den Glauben einer Anbeterin. Obwohl Jesus sie zweimal abgewiesen hatte, traute sie Gott uneingeschränkt zu, das Wunder zu tun – und genau diese Haltung bewegte Jesus schliesslich dazu, ihr doch zu helfen.

Dank und Lob statt Bitten und Flehen

Erlebe auch du, wie Gott Wunder um Wunder in deinem Leben beginnt zu tun, indem du aufhörst, ein Bettler zu sein, und beginnst, ein Anbeter zu werden. Du bringst deine Anliegen vor Gott und beginnst dann, Gott zu danken, ihn zu loben und grosszumachen für all das Wunderbare, was er in deinem Leben bereits getan hat und noch tun wird. Dadurch wird Glaube in dir freigesetzt, und du wirst immer mehr den direkten Segen Gottes in deinem Leben erfahren. Denn nichts bewegt den Arm Gottes so sehr wie unsere Haltung des Glaubens.

Und Glauben bedeutet letztlich nichts anderes, als darauf zu vertrauen, dass sich das, was wir noch nicht sehen, tatsächlich verwirklichen wird. So können wir mutig vorwärtsgehen, stehen nicht still und erwarten immer wieder neue Wunder, Segen und die Erfüllung von Gottes Verheissungen in unserem Leben. Wir streben voran, weil wir wissen: Dank unseres Glaubens, unseres Dankens und unserer freudigen Erwartung liegt das Beste noch vor uns! Wir sind unterwegs zum nächsten Segen in unserem Leben.

Zum Autor: Dies ist ein Ausschnitt aus dem Buch «Auf dem Weg zum Besten» von Konrad Blaser. Er ist Pastor und leitet zusammen mit seiner Frau Andrea die Freikirche HOPE & LIFE. Der Emmentaler ist Vater von zwei Kindern und liebt es, mit anderen Menschen zusammen denselben Traum zu leben und ist begeistert von Jesus und der Kirche am Ort.

Hier gibt es noch mehr Infos zum Buch:

Zum Thema:
Den Glauben entdecken
Auf dem Weg zum Besten: Bleib unterwegs!

Auf dem Weg zum Besten: Nur eine Frage der Zeit

Datum: 13.06.2026
Autor: Konrad Blaser
Quelle: Hope und Life Church

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