Eine geistliche Ausfahrt auf zwei Rädern
Die Katholische Kirche im Bistum St. Gallen möchte die Menschen dort abholen, wo sie sind: mitten im Alltag. Dafür werden immer wieder innovative Angebote geschaffen. Eines davon ist «Benzin & Geist» der Katholischen Kirche Wil. «Die Idee dahinter ist, dass auch Motorradfahrer eine geistliche Ausfahrt schätzen», sagt Walter Kroiss. Er begleitet die Motorradfahrerinnen und -fahrer auf der spirituellen Ausfahrt mit seiner eigenen Maschine, einer BMW R1200RT. Diese Fahrt führt gemütlich auf landschaftlich schönen Strecken zu einer Kapelle, einem Kirchlein oder einem anderen Kraftort. Bei einer kurzen Andacht besteht die Möglichkeit aufzutanken, Ruhe zu finden und mit Gott ins Gespräch zu kommen, bevor es wieder zurück nach Wil geht.
Mit dem Angebot «Benzin & Geist» sollen gemäss Walter Kroiss zwei Komponenten verbunden werden: Die Liebe zum Motorrad und das Bedürfnis nach Spiritualität. «Ich habe in all den Jahren erfahren, dass auf der ganzen Welt und in den unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen die Sehnsucht nach spirituellen Angeboten da ist. So auch bei Motorradfahrenden.»
Entstanden ist die Idee für «Benzin & Geist» als Weiterzug der Motorradsegnungen. Als Diakon der Seelsorgeeinheit Mittleres Sarganserland war Walter Kroiss 2017 bis 2024 unter anderem auch für die Segnungen der motorisierten Zweiräder in Sargans zuständig. Und das Interesse war gross: Rund 90 Fahrerinnen und Fahrer folgten jeweils der Einladung. «Dort zeigte sich, dass es Motorradfahrerinnen und -fahrer gibt, die mehr wollen als eine Segnung des Motorrades. Für genau diese Menschen ist das Angebot ‹Benzin & Geist› gedacht», erklärt Kroiss. Seit 2025 macht er die Motorradsegnungen auch für die Katholische Kirche Wil. Mit Erfolg: Bereits bei der ersten Durchführung nahmen rund 45 Motorradfahrerinnen und -fahrer vom Angebot Gebrauch.
Aber nicht nur die Verantwortlichen in Wil lassen sich immer wieder Neues einfallen. So kann im Bistum St.Gallen zum Beispiel in Kirchen übernachtet werden oder an Abendwanderungen mit Grillhalt teilgenommen werden. Die Pfarreien und Seelsorgeeinheiten im Bistum St.Gallen schaffen immer wieder neue spannende Angebote.
Mit Gottes Segen ins neue Schuljahr
Die langen Sommerferien neigen sich dem Ende zu: Am nächsten Montag fängt in den meisten Luzerner Gemeinden die Schule wieder an. Für die älteren Kinder beginnt damit der Alltagstrott wieder, für die Jüngsten ist es nichts weniger als der Start in den «Ernst des Lebens». In vielen Kirchgemeinden hat sich dabei die Tradition etabliert, den Schulstart mit einem speziellen Gottesdienst zu feiern. Dieser findet jeweils am Sonntag vor Schulbeginn statt, schreibt die «Luzerner Zeitung».
Der Schulstartsegen ist bewusst anders gestaltet als ein gewöhnlicher Gottesdienst. Im Mittelpunkt stehen die Kinder mit ihren Hoffnungen, Erwartungen und vielleicht auch kleinen Sorgen, die sie mit dem neuen Schuljahr verbinden. Das Angebot kommt bei Familien gut an – die Gottesdienste sind jeweils sehr gut besucht. Die Religionslehrerin Susanne Wallimann sagt: «Für Kinder, die neu die erste Klasse besuchen, und die Eltern bedeutet der Beginn des Schuljahres einen neuen, einschneidenden Lebensabschnitt. Auch für die älteren Kinder ist der Schulstart immer wieder ein Neubeginn.» Diesen wichtigen Übergang sollen die Schulgottesdienste ganz bewusst thematisieren.
Etwas ganz Spezielles hat sich die Reformierte Kirche Horw zum Schulstart einfallen lassen: Der Gottesdienst findet am See in der Winkelbadi statt. Damit habe man letztes Jahr schon gute Erfahrungen gemacht, sagt Pfarrer Jonas Oesch. «Es gibt ein steigendes Bedürfnis, auch mal aus der Kirche rauszugehen.» Beim letztjährigen «Open-Air-Gottesdienst» zum Schulstart kamen denn auch weit über 100 Personen in die Winkelbadi.
100 Jahre Krematorium Luzern
In der neuen Folge des Podcasts «Laut + Leis» von kath.ch geht es diese Woche um das Krematorium Luzern, das 100-jährig wird. Zu diesem Jubiläum findet noch bis zum 15. November eine Ausstellung mit Themenfokus «Frieden im Tal» auf dem Friedhof Friedental in Luzern statt. Als Erster liess sich Literaturnobelpreisträger Carl Spitteler einäschern. «Spitteler war ein Marketing-Event sondergleichen», sagt Jürg Stadelmann im Podcast. Er ist Historiker und Ausstellungsmacher. Gemeinsam mit seinem Büro für Geschichte, Kultur und Zeitgeschehen haben sie für oben genannte Ausstellung den Auftrag erhalten. Im 30-minütigen Gespräch erzählt Stadelmann unter anderem, warum der Bau des Krematoriums einen grossen Streit auslöste und wie der Wandel der Kremation zu erklären ist. Denn: 90 Prozent aller Verstorbenen lassen sich heute in Luzern verbrennen. Für Katholikinnen und Katholiken ist es erst seit 1963 erlaubt.
Zum Autor: Markus Baumgartner ist Inhaber der Kommunikationsagentur b-public AG und u.a. Mediensprecher Dachverband Freikirchen.ch, Co-Präsident Forum Christliche Führungskräfte, Vizepräsident der Agentur C und Herausgeber des Dienstagsmail.
Datum: 16.08.2026
Autor:
Markus Baumgartner
Quelle:
Livenet