Himmel nahbar machen – im Business
Gemeinsam mit seinem Team führt Reto in verschiedenen Ländern der MENA-Region und im Kaukasus – etwa in Ägypten und Aserbaidschan – Kurse zum Aufbau von Unternehmen durch. Gerade dort sind die Lebensumstände oft herausfordernd. Die Teilnehmer werden ermutigt, eigene Geschäftsideen zu entwickeln, ihre Fähigkeiten gezielt einzusetzen und damit langfristig Perspektiven für sich und andere zu schaffen.
Auf die Frage von Sabine, was Empact konkret macht, erklärt Reto: «Empact ist eine NGO, die Unternehmertum im Ausland fördert.» Der Name setzt sich aus zwei Begriffen zusammen: «Em» steht für «Empowerment» – Menschen sollen für ihr jeweiliges Business befähigt werden. «Pact» steht für «Impact» – sie sollen im besten Fall einen positiven Einfluss auf ihr Umfeld ausüben. Zusammen ergibt sich daraus «Empact». Dabei steht für Reto der Mensch im Mittelpunkt. Dazu gehören beispielsweise auch persönliche Eins-zu-eins-Begleitungen.
Hilfe zur Selbsthilfe
Was unterscheidet Empact von anderen NGOs? «Wir sind kein Hilfswerk, sondern geben Hilfe zur Selbsthilfe», erklärt Reto. Es gehe weniger darum, akute Grundbedürfnisse zu decken, sondern Menschen langfristig dazu zu befähigen, unabhängig zu arbeiten und zu handeln. «Es ist interessant. Ich hatte jetzt ganz viel Kontakt zu Menschen im Ausland, die mit dem Wunsch zu mir kamen, unabhängiger vom Westen zu werden», erzählt er.
Doch was motiviert ihn persönlich zu dieser Arbeit? Neben seiner Tätigkeit bei Empact ist Reto auch im Bereich Leadership aktiv. «Ich weiss einfach, dass da viele Menschen im Ausland sind, die motiviert und talentiert sind. Die wollen, aber können nicht. Und ich habe erlebt, dass ich wollte und dann auch konnte», erzählt er.
Deshalb möchte er etwas von dem weitergeben, was er selbst von Gott geschenkt bekommen hat – etwa seine Ausbildung. «Ich will ihnen den Zugang zum Wissen geben, damit sie das umsetzen können», sagt er. Besonders motiviere ihn dabei das Leuchten in den Augen der Teilnehmer, wenn er ihren Hunger nach Wissen und Veränderung sehe. Gerade in Ländern, in denen beispielsweise der Zugang zu Universitäten eingeschränkt sei, könne dies einen grossen Unterschied machen.
Veränderung braucht Mut
Dass die Kurse überhaupt zustande kommen, ist vor allem durch Beziehungen möglich – etwa zu lokalen Partnern und Kirchen. Dadurch können Reto und sein Team nah an den Menschen sein und deren konkrete Situation im Blick behalten.
Die Teilnehmer selbst sind ebenfalls Christen. «Das ist wichtig zu sagen, denn es geht uns darum, konkret diese zu empowern, damit sie wiederum einen positiven Einfluss haben», erklärt Reto. Wer beispielsweise ein Unternehmen gründe und dadurch Arbeitsplätze schaffe, gewinne automatisch Einfluss und eine gewisse gesellschaftliche Stimme. Damit stellt sich für ihn auch die Frage, wie dieser Einfluss genutzt wird: «Was bedeutet es, ein Chef zu sein – und was bedeutet es, ein Leader nach christlichem Verständnis zu sein?»
«Jeder Schritt zur Veränderung braucht Mut», sagt Sabine Derron im Gespräch. Sie möchte von Reto Smonig wissen, was er Menschen raten würde, die sich nach Veränderung sehnen, sich aber nicht trauen. Ein erster Schritt sei, sich ehrlich zu fragen, ob man seine Talente am richtigen Ort einsetze – oder vielleicht sogar verschwende. Danach gehe es darum, im Vertrauen den Schritt aufs Wasser zu wagen. «Das kostet einfach Mut», sagt Reto.
Zur Website:
Empact
Zum Talk:
Datum: 14.08.2026
Autor:
Valentina Hepp
Quelle:
Livenet