Impuls aus den Sprüchen

Vermeide die Extreme!

Auch König Salomo hätte den Aufruf «Lasst uns beten» unterstützt.
Mitten im extremen Hitzesommer mag eine Empfehlung zur gesunden Mitte etwas seltsam anmuten. Die hitzige Debatte um die Klimaveränderung hat mich aber genau an diesen Ratschluss erinnert. Wir sollten demütig bleiben – und um Regen beten!

«…Es ist gut, wenn du dich an beides hältst und die Extreme vermeidest. Wer Ehrfurcht vor Gott hat, der findet den richtigen Weg.»
Prediger 7,18 / Hoffnung für alle

Die Berner Zeitung BZ berichtete am Mittwoch, 12. August, die Schweiz sei diesen Sommer so ausgetrocknet wie noch nie. Tatsächlich sind viel Schweizer Flüsse nur noch Rinnsale. Mindestens 70 Flüsse führen so wenig Wasser wie noch nie zuvor in den Sommermonaten, zeigen Daten des Bundesamts für Umwelt. Die Spitäler sind gefordert, all die Herz-Kreislauf-Notfälle zu bewältigen, die durch die Hitzewelle verursacht werden. In der Stadt Bern wurden Personen über 75 Jahre kontaktiert, um ihnen in dieser Ausnahmesituation Hilfe anzubieten.

Nichts Neues unter der Sonne?

Der Artikel der NZZ konzentriert sich auf die Dürre von 1540

Nun hat die «NZZ am Sonntag» interessanterweise mitten in diesem Hitzesommer einen Hintergrundbericht über die Megadürre von 1540 zusammengestellt. Darin wird dargestellt, wie dramatisch sich die damalige Hitze auf Mensch und Natur auswirkte. Im Unterschied zur heutigen Wahrnehmung glaubte man damals noch, dass Hexen und nicht der Klimawandel Schuld an solchen Naturkatastrophen seien.

Wobei, Moment mal, mit Blick in die Sozialen Medien fällt auf, dass auch heute extreme Positionen vertreten werden. Die Klimaerwärmung sei nur ein Märchen. Die Menschen – vornehmlich Journalisten – hätten wohl Alzheimer, wenn sie die früheren Wetterextreme ignorierten. Spannend ist zum Beispiel der Diskussionsverlauf auf den Kanälen des Zürcher EDU-Kantonsrats Hans Egli-Deflorin, der lediglich den NZZ-Artikel mit dem Kommentar «Im Jahr 1540 gab es eine Megadürre» auf LinkedIn und Facebook postete. In der Folge wurden alte Zeitungsartikel beigezogen, um auf extrem heisse Sommer der Vergangenheit zu verweisen und den Klimawandel in Zweifel zu ziehen.

«Dürrejahre von damals sind ein Mahnmal»

Darauf erwidert etwa Daniel Acklin nüchtern, ein extremes Ereignis vor fast 500 Jahren könne wenig über einen langfristigen Klimatrend aussagen. «Entscheidend sind Häufigkeit, Dauer und Intensität solcher Ereignisse über Jahrzehnte hinweg. Genau deshalb ist der Satz ‘Früher war es auch schon heiss und trocken’ zwar richtig, aber als Gegenargument zum heutigen Klimawandel wenig aussagekräftig.» Klingt für mich einleuchtend. Mit Blick auf die Zahlen der Klima-Entwicklungen der letzten Jahrzehnte, wie sie bei NOAA (National Centers for Environmental Information) zu finden sind, deutet doch einiges auf massive klimatische Veränderungen hin.

Für den pensionierten Historiker Christian Pfister vom Oeschger Zentrum der Universität Bern ist klar, dass die Dürrejahre von damals ein Mahnmal für heute sind. Interessant sind die Aussagen des Klimaforschers Erich Fischer der ETH Zürich. Dieser weist darauf hin, dass Dürren grossen dekadischen und multidekadischen Schwankungen unterworfen seien. Deshalb gebe es Zeiten mit vielen Dürren und dann wieder Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte ohne Dürren. Die Schwankungen hingen fast sicher mit Ozeanprozessen zusammen, die langsam abliefen, sagte er gegenüber der NZZ. Diese Beurteilung lässt immerhin einiges offen. Selbst Klimaforscher können nicht alles erklären und zuordnen.

Wo auch immer die Veränderungen unseres Klimas ihren Ursprung haben und wer mit welcher These genau recht hat, in einem Punkt sind sich die Experten einig: Die jetzige Lage entwickelt sich bedrohlich. So endet der Artikel mit Erich Fischers echten Sorgen. Er rechnet mit Nutzungskonflikten, vor allem um das Wasser. Und er möchte sich lieber nicht ausmalen, was eine richtige Wassermangellage mit den Menschen macht, zitiert der NZZ-Journalist Andreas Frey den Klimaforscher und endet mit dem Satz: «Die Dürre von 2026 ist jedenfalls noch lange nicht zu Ende.»

Lasst uns für Regen beten!

Ein Schlagabtausch über den Klimawandel in den Sozialen Medien ist nicht das, was im Moment gefragt ist. Vielmehr ist nun angesagt – und so will es auch ein Gebetsaufruf für den Eidg. Dank-, Buss- und Bettag – für Regen zu beten. Beat Schmid, einer der Initianten des Aufrufs zum Gebet, fordert die Christen heraus, aufzuwachen: «Die meisten Leute wollen es noch gar nicht wahrhaben, dass der fehlende Regen womöglich unseren Wohlstand und gar unsere Existenzen in der Schweiz gefährden wird. Die Prognose, dass alle einen schmerzhaften Teuerungsschub und Wirtschaftsrückgang zu spüren bekommen werden, ist realistisch.»

In seinem Aufruf unter dem Titel «Was hat die Trockenheit für die Schweiz zu bedeuten?» verweist Schmid auf Bibelverse aus dem Alten Testament, in denen Gottes Strafe durch Trockenheit angedroht wurde (5. Mose 11,16-17; 5. Mose 28,22-24; 2. Chronik 7,13; Jesaja 5,6). An vielen weiteren Bibelstellen spricht die Bibel ganz klar davon, wie Gott über die Natur herrscht (z.B. Psalm 147,8), auch im Neuen Testament (Markus 4,39).

Ohne mir anmassen zu wollen, die aktuelle Hitzeperiode geistlich oder prophetisch einordnen zu können, schliesse ich mich von der Stossrichtung gerne diesem Aufruf an. Lasst uns beten, liebe Mitchristen, denn letztlich ist es Gott, der über allen Naturgewalten und der Schöpfung herrscht:

«Mit Weisheit hat der Herr die Erde gegründet, mit Einsicht hat er das Dach des Himmels gebaut. Durch sein Wissen sprudelt das Wasser aus der Tiefe, und die Wolken laufen über von Tau.»
Sprüche 3,19-20 / Basis Bibel

Datum: 14.08.2026
Autor: Florian Wüthrich
Quelle: Livenet

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