So machten Kirchen Schlagzeilen

Zwei Freikirchen-Mitglieder in Baselbieter Regierung

So machten Kirchen Schlagzeilen
Diese Woche haben die Ersatzwahlen im Kanton Baselland, eine Premiere in der Schweizer Fernsehlandschaft sowie der Beitritt des Dachverbands Freikirchen.ch zur Schweizerischen Menschenrechtsinstitution zu reden gegeben.

Matthias Liechti, 46, wurde am letzten Wochenende für die SVP in die Regierung des Kantons Baselland gewählt. Nach dem Rücktritt des Grünen Isaac Reber war im Kanton Baselland eine Ersatzwahl nötig. Der leidenschaftliche Gleitschirmflieger glaubt, auch von seinem Hobby profitieren zu können. «Es gibt immer wechselnde Bedingungen, wie das in der Politik auch der Fall ist. Der Wind weht, von wo er will. Man muss antizipieren können, wo er einem nützt und wo es Gegenwind gibt und man besser einen Bogen macht», schreibt die Onlinezeitung Bajour

Matthias Liechti

Für den Wahlkampf erhielt er Aufwind. Der Oberbaselbieter vertritt auch den ländlichen Teil des Kantons und die SVP. Eine Rolle im Wahlkampf spielte auch der christliche Glaube: Matthias Liechti ist Mitglied der evangelischen Freikirche gate44 (ehemals Chrischona Sissach) und verfügt über eine theologische Ausbildung. Auf YouTube kann man eine Predigt von ihm hören. Auch der bisherige EVP-Regierungsrat Thomi Jourdan gehört einer Freikirche an.

«Der Oberbaselbieter hat es mit seiner moderaten, besonnenen und sachlichen Art geschafft, dass er selbst in Kreisen wählbar ist, die eigentlich als anti SVP gelten (Mitte-Basis). Trotz – oder wie bei der EVP gerade wegen – seines freikirchlichen Hintergrunds», schreibt die Plattform Onlinereports über Liechti. Er gilt als untypischer Vertreter der SVP: Der Oberbaselbieter beschreibt sich als einen Menschen, der versuche, «argumentativ zu überzeugen». Er nehme die «vermittelnde Position ein und beziehe nicht per se Stellung für die eine oder andere Seite». Laut sein? Provozieren? «Ist einfach nichts für mich», zitiert ihn die Basler Zeitung. Matthias Liechti ist vierfacher Vater, ausgebildeter Treuhänder, nebenamtlicher Kleinbauer und stellvertretender Vorsitzender der Raiffeisenbank am Eppenberg.

Premiere in der Schweizer Fernsehlandschaft

Freuen sich: Marcello Del Zio (links) und Joël Pelet von Canal B.

Am 1. Juli um 18:30 Uhr können die Zuschauerinnen und Zuschauer zum ersten Mal auf Canal B die regionalen Nachrichten aus Biel, dem Grossen Chasseral, dem Seeland, dem Grossraum Grenchen und dem Seebezirk verfolgen. Getreu seinem Engagement wird der neue offizielle Regionalsender seine Programme auf zwei Sprachkanälen ausstrahlen, einen auf Französisch und einen auf Schwiizerdütsch. In der Nachrichtensendung vom 1. Juli wird eine prominente Persönlichkeit zu Gast sein.

Geleitet wird der Sender von Aline Studer, Chefredakteurin des schweizerdeutschen Kanals, Laurent Kleisl, Chefredakteur des französischsprachigen Kanals, sowie Christian Willi und Paul Friedli, CEO bzw. COO, die Freikirchen nahestehen. Die TV-Studios von Canal Alpha dienten der Freikirche «La Ruche» (zu Deutsch: Bienenstock), wo beide Besitzer Mitglied sind, als Räumlichkeiten für ihre Gottesdienste, berichtet der Tagesanzeiger. Der Bund entzog dem bisherigen Lokalfernsehen TeleBielingue die Sendelizenz und erteilte sie an das Projekt Canal B. Nach langen rechtlichen Auseinandersetzungen wies das Bundesverwaltungsgericht die letzte Beschwerde im März 2026 endgültig ab. Die Zuschauer können die Sendungen von Canal B über zahlreiche Pakete wie Swisscom, Sunrise, Quickline, Evard und Zattoo sowie auf der Website von Canal B und ab Ende August über die Canal-B-App für iOS und Android verfolgen.

Beitritt zur Menschenrechtsinstitution

Peter Schneeberger bei der Schweizerischen Menschenrechtsinstitution

Der Dachverband Freikirchen.ch ist am 12. Juni in die Schweizerische Menschenrechtsinstitution (SMRI) aufgenommen worden. «Religions- und Gewissensfreiheit gehören zu den grundlegenden Menschenrechten. Wenn Freikirchen in der SMRI vertreten sind, können sie ihre Perspektive einbringen, wenn über Fragen der Religionsfreiheit, Diskriminierung von Minderheiten oder das Verhältnis von Staat und Religionsgemeinschaften diskutiert wird», erklärt Peter Schneeberger, Präsident Dachverband Freikirchen.ch, zur Motivation des Beitritts. Freikirchen werden manchmal als Randerscheinung oder nur über einzelne kontroverse Themen wahrgenommen. Die Mitgliedschaft signalisiert laut Peter Schneeberger Folgendes: «Wir verstehen uns als Teil der demokratischen Zivilgesellschaft und engagieren uns für die Würde aller Menschen, weil wir das stark in der Gottesebenbildlichkeit der Menschen verankert sehen.»

Die Schweizerische Menschenrechtsinstitution (SMRI) versteht sich ausdrücklich als pluralistisch zusammengesetzte Institution, die verschiedene gesellschaftliche Akteure zusammenbringt. Menschenrechte werden in der Schweiz oft aus juristischer oder politischer Sicht diskutiert. Freikirchen können daran erinnern, dass die Idee der Menschenwürde historisch vor allem starke christliche Wurzeln hat. Das Fachwissen, die Unterstützung und die Ideen ihrer Mitglieder sind für die SMRI von unschätzbarem Wert. Insbesondere die Mitgliederversammlung ist ein Moment der Begegnung zwischen der SMRI und ihren Mitgliedern. Die Mitgliedschaft bei der SMRI ist keine Zertifizierung der Einhaltung der Menschenrechte. Sie bescheinigt lediglich ein Engagement für das Thema und/oder Kenntnisse in diesem Bereich.

Zum Autor: Markus Baumgartner ist Inhaber der Kommunikationsagentur b-public AG und u.a. Mediensprecher Dachverband Freikirchen.ch, Co-Präsident Forum Christliche Führungskräfte, Vizepräsident der Agentur C und Herausgeber des Dienstagsmail.

Datum: 21.06.2026
Autor: Markus Baumgartner
Quelle: Livenet

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