Mitten unter Menschen
Der Bistumstag im Zürcher Hauptbahnhof war ein Erfolg: Eine volle Bahnhofshalle mit rund 5'000 teilnehmenden Personen, 30 Informationsständen von Gefängnisseelsorge bis zur Fachstelle bei Arbeitslosigkeit, ein Gottesdienst mit 140 Ministrantinnen und Ministranten und eine ökumenische Vesper. Bischof Joseph Maria Bonnemain begründete die bewusste Wahl des unkonventionellen Veranstaltungsortes mit dem pastoralen Auftrag der Kirche, informiert TeleZüri.
Es sei ein zentrales Anliegen, nicht darauf zu warten, dass die Menschen zu kirchlichen Veranstaltungen kämen, sondern aktiv die Orte aufzusuchen, an denen sich die Menschen im Alltag aufhalten, um dort am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Gestartet wurde der Tag mit einer Eucharistie-Feier mit Generalvikar Luis Varandas und Bischof Joseph Maria Bonnemain. Im Nu waren 2'000 Hostien weg. Raphael Meyer, Synodalratspräsident der Katholischen Kirche im Kanton Zürich, sagt dazu: «Mein grosser Wunsch war es, dass der Bistumstag ein Volksfest wird, an dem die Bevölkerung vorbeikommt und mitfeiert. Wenn ich hier in die Runde schaue, dann ist uns das gelungen. Es ist kein stierer, interner Anlass, es sind wirklich Leute von extern hier zum Mitfeiern.» Mit dem Glockengeläut im Grossmünster am letzten Sonntagabend war der Bistumstag wieder vorbei.
Aus Schiffscontainer wird Treffpunkt
Die Gäste des Mosaik-Treffpunkts im Osten der Stadt St. Gallen haben mit der Organisation «Cup of Color» einen Schiffscontainer neu gestaltet. Er beheimatet unter anderem den Quartierschalter «Help Net», wo es Hilfe bei Alltagsfragen gibt. Nun wird der Pavillon samt Begegnungszone eingeweiht, berichtet das Onlineportal stgallen24.
Der Container soll von der Nachbarschaft selbst erzählen. Ein dichtes Geflecht aus Mustern bildet den Hintergrund. Jedes davon steht für eine andere Herkunft oder Kultur. Im Vordergrund sieht man Hände, die für Begegnung und Hilfe stehen. Der Verein Mosaik ist ein sozial-diakonischer Zweig der Freikirche Stami in St. Fiden. Beim Mosaik handelt es sich um einen Treffpunkt für Menschen aus verschiedenen Kulturen. Das Projekt des Containers wurde von der Arnold-Billwiller-Stiftung und der Stadt St. Gallen unterstützt.
Friedensmarsch auf den Spuren von Bruder Klaus
Auf den Spuren von Bruder Klaus: Angesichts zahlreicher Kriege weltweit wollen die Kommission der Schweizer Bischofskonferenz Justitia et Pax und weitere Organisationen das Potenzial des Friedens fördern. Dazu organisierten sie einen «Walk for Peace» (Friedensmarsch) von Stans nach Flüeli-Ranft. Zudem fanden stündliche Besinnungsmomente statt, an denen man sich online oder offline beteiligen kann. Menschen waren eingeladen, sich über Grenzen hinweg zu engagieren und das Potenzial des Friedens zu fördern. Der Weg von Stans nach Flüeli-Ranft ist 17 Kilometer lang und verläuft auf dem historischen Bruderklausenweg bis zur Ranftschlucht, der Wirkungsstätte von Bruder Klaus, dem Schweizer Schutzpatron.
Paternosterkirche auf dem Ölberg restauriert
Nach umfassenden Restaurierungsarbeiten ist die Paternosterkirche auf dem Jerusalemer Ölberg wiedereröffnet worden. Die Jerusalemer Kirche, an der Jesus das Vaterunser gelehrt haben soll, war lange geschlossen. Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, rief bei der Feier am Montag zu Versöhnung angesichts der Gewalt im Heiligen Land auf. Nach den Steinen müssten die Beziehungen repariert werden. «Eine Gemeinschaft, die nicht vergibt, ist eine Kirche in Trümmern, auch wenn die Mauern neu sind», so der Patriarch.
Die Kirche erhebt sich über der Grotte, in der der Überlieferung nach Jesus seine Jünger das Vaterunser lehrte. An der Stelle der Paternosterkirche entstand im 4. Jahrhundert die byzantinische Eleona-Kirche, die 614 von den Persern zerstört wurde. Der heutige Kirchenkomplex, den Keramiktafeln mit dem Vaterunser in rund 200 Sprachen schmücken, wird seit Ende des 19. Jahrhunderts von Frankreich verwaltet. Die Regierung finanzierte die Restaurierung laut eigenen Angaben mit rund 1,2 Millionen Euro. Eine neue Pflasterung macht die Umrisse der alten Basilika sichtbar. Zur sogenannten «Domaine national français en Terre sainte» gehören auch die Königsgräber, die Annakirche in der Jerusalemer Altstadt und die Abtei Abu Gosch westlich von Jerusalem. Frankreich betrachtet die vier Stätten als eigenes Territorium.
Zum Autor: Markus Baumgartner ist Inhaber der Kommunikationsagentur b-public AG und u.a. Mediensprecher Dachverband Freikirchen.ch, Co-Präsident Forum Christliche Führungskräfte, Vizepräsident der Agentur C und Herausgeber des Dienstagsmail.
Datum: 07.06.2026
Autor:
Markus Baumgartner
Quelle:
Livenet