Hoffnungsfestival am meistfrequentierten Ort der Schweiz
Im September 2027 soll in der grossen Bahnhofshalle von Zürich ein dreitägiges christliches Hoffnungsfestival stattfinden. Dabei soll die zentrale Drehscheibe des Landes zu einem Begegnungsort für Christen und Passanten werden. Glaube, Gebet und Gemeinschaft wollen den Menschen Hoffnung machen.
Eine zehn Jahre alte Vision
Die Idee entstand 2014. Damals sass Manuel mit einem Mitstudenten des ISTL in der Bahnhofshalle in Zürich und die beiden wurden Zeugen einer spontanen Gesangsdarbietung. Eine Opernsängerin machte eine Empore zur Bühne und Hunderte hörten zu. Sofort dachten die Studierenden: «Hey, da gehört eigentlich die beste Botschaft hin.» Wo Hunderttausende Menschen zusammenkommen, sollte die christliche Botschaft sichtbar werden. Sie begannen sofort zu planen, scheiterten aber im ersten Anlauf an den Schweizerischen Bundesbahnen. Die hatten jegliche religiöse Veranstaltungen in ihren Einrichtungen ausgeschlossen. Als Manuel Jahre später einmal die Website der SBB anschaute, stellte er fest, dass dieser Paragraf verschwunden war. Sofort fragte er wieder an und erhielt nicht nur grünes Licht für seine Idee, sondern auch einen vergünstigten Non-Profit-Preis für die Nutzung der Bahnhofshalle. Für ihn ein Zeichen, dass der richtige Zeitpunkt gekommen war.
Hoffnung für ein Land, das Hoffnung braucht
Manuel Leiser, dem Leiter der evangelistischen Arbeit «The Four», gerät im Gespräch ins Schwärmen, als er die Kulisse für den geplanten Hoffnungsevent beschreibt, doch sein eigentlicher Antrieb ist die gesellschaftliche Realität der Schweiz. Sie gehört zu den wohlhabendsten und sichersten Ländern der Erde, doch Freude sei in Afrika mehr zu finden. Viele Schweizer leiden dagegen unter Einsamkeit, Depression und Perspektivlosigkeit. Diese Diskrepanz beschäftigt Manuel seit Jahren. Er ist davon überzeugt, dass diesem Land, das äusserlich alles hat, innerlich oft die Hoffnung fehlt.
Für ihn bieten der christliche Glaube und insbesondere die Begegnung mit Jesus Christus die Antwort auf diese Sehnsucht. Das geplante Festival soll deshalb keine Show werden, sondern ein Anlass, bei dem Menschen Sinn, Trost und neue Perspektive finden können.
Über Konfessionsgrenzen hinaus
Das Projekt kann und soll nicht von einer einzelnen Kirche oder Gruppe getragen werden, sondern braucht eine gewisse Breite. Organisator ist deshalb der Verein «Aktionskomitee Christen Schweiz», in dem Vertreter aus Freikirchen, Landeskirchen, evangelischen Werken und etlichen christlichen Organisationen zusammenarbeiten. Schon die Vorbereitung ist somit ein Zeichen für christliche Einheit. Dies wird auch in der jetzt anlaufenden Programmplanung deutlich: Kirchen, Organisationen und Privatpersonen können sich mit Ideen, im Gebet oder auch finanziell beteiligen.
Ein Festival für Suchende und Gläubige
Durch Mitarbeitende aus der gesamten Schweiz und viele eingeladene Kirchen und Gemeinden soll das Hoffnungsfestival die Begegnung zwischen Christen und suchenden Menschen ermöglichen. Der Termin wurde deshalb bewusst auf den 17. bis 19. September 2027 gesetzt, rund um den eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag. Manuel Leiser freut sich über die Chance, damit an die christlichen Wurzeln des Landes anzuknüpfen und das Thema Gebet wieder ins öffentliche Bewusstsein zu bringen.
Bis jetzt ist ein buntes Programm geplant: Gebetsräume, kreative Installationen, live gestreamte Bibellesungen, Lobpreis, grosse Chorprojekte, Mitmachaktionen und Bühnenformate. Angesprochen werden sollen sowohl Besucher, die extra deswegen in den Zürcher Bahnhof kommen, als auch Reisende, die eigentlich nur auf ihren Zug warten – und plötzlich mitten in ein Glaubensfestival geraten.
Es geht nicht um die Masse
Trotz grosser Bühne und vieler Aktionen geht es Manuel und den Mitinitiatoren letztlich nicht um die Masse, sondern um die Begegnung mit Einzelnen. Als Beispiel erzählt er von einem älteren Mann, den er bei «Reach Mallorca» am Ballermann traf. Er sah nicht nur düster aus, sondern outete sich als «hoffnungsloser Fall», doch er besuchte immer wieder die Veranstaltungen. Und irgendwann kniete er sich nieder und vertraute Jesus sein Leben an. Bereits am Tag darauf liess er sich taufen – hier war etwas Neues gewachsen. Mit solchen Begegnungen rechnet Manuel auch im hektischen Durcheinander des Zürcher Hauptbahnhofs: mit echter Hoffnung, die sich breit macht.
Die gesamte Schweiz als Ziel
Dabei ist Manuel Leisers eigentliche Vision, den christlichen Glauben dorthin zu bringen, wo die Menschen sind, die ihn brauchen: an öffentliche Orte, bei der Arbeit, in den Alltag und mitten ins gesellschaftliche Leben. Genau hier sollen möglichst viele Menschen mit der christlichen Botschaft der Vergebung in Berührung kommen, egal, wo sie herkommen oder glaubensmässig stehen. Es mag sich erst einmal «unschweizerisch» anfühlen, doch der Bahnhof kann zu einem Symbol der Hoffnung werden: Wo sich täglich Hunderttausende Wege kreuzen, erhält Hoffnung einen Platz.
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Zum Talk:
Datum: 15.05.2026
Autor:
Hauke Burgarth
Quelle:
Livenet