Bevölkerung schätzt Seelsorge und Gemeinschaft der Kirche
Nur 15 Prozent der Bevölkerung nehmen die katholische Kirche positiv wahr, 27 Prozent der Mitglieder liebäugeln mit dem Austritt. Mit der Kampagne «miteinander – füreinander» will die Katholische Kirche im Kanton Zürich auf 550 Plakatstellen, einem Kinospot und Planen für Gebäude und Kirchtürme gegensteuern.
Kommunikationsleiter Simon Spengler erklärte im Branchenportal «persoenlich» die Grenzen einer Kampagne und nötige Reformen: «Die katholische Kirche hat zweifellos ein Imageproblem, und eine Kampagne kann dieses Problem nicht billig überspielen. Aber eine Kampagne kann Aspekte hervorheben, die auch die Kirche ausmachen und die bei weiten Teilen der Bevölkerung Zustimmung finden.» Mit dem Meinungsforschungsinstitut Sotomo wurde 2025 eine Umfrage durchgeführt, die ähnlich einem politischen Argumententest angelegt war. Diese hat gezeigt, dass Seelsorge und Begleitung in schweren Momenten, soziales Engagement und die Pflege von Gemeinschaft und Tradition von grossen Teilen der Bevölkerung geschätzt werden.
Simon Spengler: «Das Gemeinschaftliche und Solidarische gehören zum Kern der katholischen Kirche. Dies getragen und motiviert aus dem gemeinsamen Glauben. Deshalb wird die katholische Kirche nicht als NGO neben anderen positioniert. Der Akzent liegt auf den wichtigen Lebensmomenten, in denen die Kirche die Menschen begleitet.» Die Kampagne zeigt spielende Kinder, eine Hochzeit, gemeinsames Kochen, aber auch die Notfallseelsorge. Die Kampagne wird über zwei Jahre hinweg rund 500’000 Franken kosten.
Partei von Bundesrat Furgler aufgelöst
Die Christlich-Soziale Partei (CSP) St. Gallen gibt es seit März nicht mehr, wie das SRF-Regionaljournal Ostschweiz berichtet. An der letzten Generalversammlung wurde einstimmig die Auflösung beschlossen, weil es keinen Nachwuchs mehr gab. Eine 115-jährige Politgeschichte geht damit zu Ende. Die CSP war Teil der CVP-Fraktion. Kurt Furgler von der St. Galler CSP war von 1972 bis 1986 im Bundesrat. CSP steht für christlich und sozial auf dem Fundament der Frieden- und Nächstenliebe.
Der frühere CSP-Präsident Othmar Gerschwiler erklärt: «Wie auch die Kirche an Einfluss in der Gesellschaft verloren hat, ist auch der Einfluss der CSP zurückgegangen. Es gibt einen Zusammenhang mit den christlichen Werten, die immer mehr in den Hintergrund gedrückt wurden.» Die Wurzeln und Werte der CSP sollen in der heutigen Mitte-Partei weiterleben. Dafür wird ein Forum soziale Mitte geschaffen.
Moscheen stossen auf Widerstand
Islamische Gotteshäuser stossen auf viel Widerstand: In der Innerschweiz und in Bern sind Moscheeprojekte gescheitert. In Siebnen SZ wollten Muslime mitten im Dorf ein Gebäude in ein Kulturzentrum mit Restaurant und Gebetsraum umwandeln, schreibt die «Neue Zürcher Zeitung» (NZZ). Die albanisch-islamische Gemeinschaft (AIG) hatte zwar vor, das ältere Haus äusserlich unverändert zu lassen. Auch Muezzin-Rufe hätte es keine gegeben. Zudem sollte der Kauf durch Spenden von hier lebenden Muslimen finanziert werden, ganz ohne ausländische Geldgeber. Dennoch war der Widerstand riesig: Die Muslime verzichten auf das Projekt, wie diese Woche bekannt wurde.
Die Muslime beabsichtigen nun, einen anderen Standort für ihr Gotteshaus zu suchen. Auch in der Stadt Bern sieht es schlecht aus für eine geplante neue Moschee. Besonders brisant ist, dass das Islamische Zentrum Bern (IZB) in Wittigkofen das Gemeinschaftszentrum der Reformierten übernehmen möchte, schreibt die NZZ. Obwohl die IZB-Leute als moderat gelten, gab es auch hier Widerstand. Doch anders als in Siebnen dürfte das Moscheeprojekt in Bern vor allem am Geld scheitern. 1,8 Millionen Franken verlangt die reformierte Kirche für die Liegenschaft. Die zukünftige Nutzung des Standorts ist wieder offen. In der Schweiz leben ungefähr 450’000 Muslime. Es gibt rund 250 Moscheen oder Gebetsräume. Der Grossteil davon sind umgenutzte Gewerberäume oder Keller.
Zum Autor: Markus Baumgartner ist Inhaber der Kommunikationsagentur b-public AG und u.a. Mediensprecher Dachverband Freikirchen.ch, Co-Präsident Forum Christliche Führungskräfte, Vizepräsident der Agentur C und Herausgeber des Dienstagsmail.
Datum: 12.04.2026
Autor:
Markus Baumgartner
Quelle:
Livenet