Nachgefragt

«Ein Händedruck Gottes für beide Hände»

Jonathan, Benaja und Peter Schenk der Firma Pioneer Bore
Peter Schenk baut mit seinen Söhnen Jonathan und Benaja die Firma Pioneer Bore auf. Sie sind spezialisiert auf Bohrmaschinen, entwickeln und bauen sie selbst. Dass seine Nachfolge damit bereits geregelt ist, erkennt er als Gottes Führung.

«Unternehmer wollte ich nie werden – ich habe beim Vater gesehen, was das heisst», stellt Peter Schenk klar. Der 61-Jährige lernte Maschinenmechaniker, arbeitete als Monteur. 1989 lief es nicht mehr rund in der Tiefbaufirma des Vaters, zudem war er an Krebs erkrankt. Nun entschloss sich Peter, ihn zusammen mit seinen Brüdern zu unterstützen. «Beni ist der Techniker, Ueli ist der Analytiker, der Beobachter und Bremser, ich der Bauchmensch – wir brauchen und ergänzen einander», stellt er klar. «So bauten wir die Schenk AG auf.»

Es lief nicht immer glatt. Zwischenmenschlich wie auch technisch waren und sind sie immer wieder gefordert. So brach einmal bei einer Felsbohrung in den Zürichsee ein Werkzeug entzwei, ein Teil blieb unter Wasser stecken. Um das Problem zu lösen, bauten Peter und seine Brüder schliesslich selbst ein Werkzeug, um das Abgebrochene «herauszufischen». Damit konnte der Auftrag erfüllt werden. «Die Familie hielt zusammen», betont Peter Schenk. Ein einzelner Unternehmer trage die ganze Last auf seinen Schultern. «Wir konnten sie auf mehrere verteilen.»

Neues anpacken

Doch als CEO habe er die Verantwortung für die Firma mit so grosser Komplexität schon gespürt. 2019, beim 50-Jahre-Jubiläum, gab der damals 55-Jährige die Geschäftsleitung der Schenk AG ab. Sie hatten einen kompetenten, spezifisch ausgebildeten Geschäftsführer angestellt. Er sei nur gelernter Maschinenmechaniker – das fehlende Rüstzeug für die wachsende Komplexität in der Schenk AG belastete ihn zunehmend. «Ich erkannte, dass es nicht weise ist, ausgebildeten Kadermitarbeitern im Weg zu stehen, und an einem 'Nicht-loslassen-können' letztlich zu zerbrechen», stellt Peter klar. Das habe ihm die Freiheit gegeben, den Posten des CEOs und später des VRPs abzugeben. «Hätte ich das nicht gemacht, wäre die Pioneer Bore nicht entstanden.»

Er hat schon immer Maschinen selbst gebaut – doch das passte nie recht zum Ursprungsunternehmen. Und wenn ein Unternehmen an eine nächste Generation übergehen soll, braucht es Veränderung. So entschloss sich Peter, seine Leidenschaft in einer neuen Firma zu leben. Dazu holte er seine beiden Söhne an Bord, Jonathan, 25, Anlage- und Apparatebauer, und Benaja, 23, Landmaschinenmechaniker. «Der Aufbau der Schenk AG wie auch jetzt wieder bei Pioneer Bore war und ist zwar die intensivste, aber auch die schönste Zeit in deren Entwicklung», findet Peter. Für ihn müsse es komplex sein, etwas schwierig, dann habe er Freude. «Gemeinsam zu tüfteln, analytisch vorzugehen – das hat uns vorwärtsgebracht.» Als Grundlage für ihre Firma wählten die drei Psalm 127. Vor allem der Vers «Wenn Gott nicht das Haus baut, ist alle Mühe der Bauleute umsonst» ist ihnen wichtig.

Aushalten, vergeben, weitergehen

Vater und Zweitgeborener sind die Visionäre und Tüftler, Jonathan ist strukturierter und Praktiker. Er baut jeweils, was die anderen virtuell entwickeln. Es gebe neuralgische Punkte bei der Zusammenarbeit. Benaja sagt: «Bei Konflikten schlichtet meistens der, den es nicht betrifft – das ist eben Familie.» «Es funktioniert nicht immer reibungslos», gibt Peter zu. «Aber wir wollen miteinander weiterkommen – wir können uns entschuldigen, um Vergebung bitten.» Die Fähigkeit, auszuhalten, zu vergeben und weiterzugehen, hätten sie von den Eltern und der Bibel gelernt. «Die Werte, die unsere Eltern uns vorgelebt haben, prägten uns», hält Peter fest.

Seit 2016 ist Peter für die EDU im Grossen Rat Thurgau. Sein politisches Engagement sei ein Auftrag für ihn. «Ich mache es für die Jungen, ich will mithelfen, mich um ihre Zukunft zu kümmern.» Mit zunehmendem Alter treibt es ihn immer mehr zum Wort Gottes und in die Gemeinschaft mit anderen Gläubigen. «Das erdet mich und tut mir gut, grad auch fürs Politisieren.» Seit Corona gehe er nicht mehr zur Kirche, vertiefe sich viel mehr selbst und im Hauskreis ins Wort Gottes. Da finde er Wahrheiten, die über den täglichen gesellschaftlichen Irrsinn hinaustragen. Auch schon habe er gesagt: «Kommt Jungs, wir machen es wie Luther. Wenn die Welt untergeht, pflanzt er einen Baum.»

Gottvertrauen

(v.l.n.r.) Peter, Jonathan und Benaja Schenk mit Phillipp Fisch der Christian Business Leaders Thurgau

Jeden Montagmorgen um sieben Uhr trifft sich die Geschäftsleitung zum Gebet. «Die Firma gehört Gott – und ich denke nicht, dass er sein Unternehmen Konkurs gehen lässt», schmunzelt Jonathan. Nach zwei schlechten Erfahrungen mit Banken, die unverschuldet die Kredite streichen wollten, arbeiten das Dreier-Team heute ohne diese. «Wir schwimmen nicht im Geld, haben aber gute Partner», führt Jonathan aus. Nachdem sie sich entschlossen hatten, als Firma Life on Stage grosszügig zu unterstützen, erhielten sie auffallend viele Aufträge. «Wir sehen darin einen Händedruck Gottes für beide Hände.»

Auch dass seine Söhne die Firma weiterleiten wollen, freut Peter. «Mit 65 will ich die Verantwortung vollständig an die Jungen abgeben. Das wird mir keine Mühe machen», stellt er klar. Er könne trotzdem jeden Tag auf dem Werkhof da mithelfen, wo es ihn brauche. Das werde ihm genügen. Das ganze Team zählt darauf: «An Gottes Segen ist alles gelegen.»

Zur Autorin: Mirjam Fisch-Köhler aus Seegräben arbeitet als Redaktorin für Livenet.ch, als freie Journalistin und Referentin. Ihre Hobbys sind Lesen, Fotografieren, Reisen, Singen und kreatives Gestalten.

Datum: 25.04.2026
Autor: Mirjam Fisch-Köhler
Quelle: Livenet

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