So machten Kirchen Schlagzeilen

«Hallo» verdrängt «Grüss Gott»

So machten Kirchen Schlagzeilen
Diese Woche machten die Bedeutung von Grussformeln, die Kirche der Zukunft und der internationale Tag des Dankes Schlagzeilen.

Ob man jemanden mit einem lockeren «Hallo», einem förmlichen «Grüss Gott» oder einem vertrauten «Griass di» begrüsst, ist selten Zufall. Eine aktuelle Studie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zeigt, wie eng Grussformeln in ländlichen Regionen Österreichs mit Alter, Region und sozialer Nähe verknüpft sind – und wie unterschiedlich Jung und Alt das Grüssen wahrnehmen. Grüssen wirkt banal, ist aber hochkomplex. «Grussformeln sind in unserem Alltag extrem wichtig», sagt die Linguistin Katharina Korecky-Kröll. Sie hat die Grussformeln anhand einer Untersuchung von 152 Personen aus 13 ländlichen Orten analysiert.

Wir wünschen der Familie und der Nachbarin einen guten Morgen, grüssen die Angestellten in der Bäckerei, Kolleginnen und Kollegen am Arbeitsplatz. Dabei passen wir unseren Gruss meist unbewusst an unser Gegenüber an – und berücksichtigen dabei intuitiv Alter, soziale Hierarchie und die Beziehung zur jeweiligen Person, sagt Katharina Korecky-Kröll. Denn: «Wir wissen, dass sich die 80-jährige Nachbarin über ein herzliches Grüss Gott freut, während für unseren Lieblingskollegen oder für den jungen Supermarktangestellten ein Hallo viel besser passt, aber der Geschäftsführerin oder dem wichtigen Kunden wünschen wir dann doch lieber einen guten Tag.» Hallo ist mittlerweile die mit Abstand häufigste Grussformel und wird zunehmend als neutral statt als informell wahrgenommen. Aber basisdialektale Grussformeln verschwinden keineswegs – auch nicht bei den Jungen.

Debatte über die Kirche der Zukunft

Mehr als 70 Personen haben in Lenzburg an einer Tagung der Reformierten Kirche Aargau über die Zukunft der Kirche teilgenommen. Die Veranstaltung der Theologischen Kommission war Teil des laufenden Reformprozesses der Aargauer Landeskirche. 2021 hat der Kirchenrat der Reformierten Landeskirche Aargau einen umfassenden Reformprozess angestossen. Bis 2030 soll die Kirche neue Wege finden, um unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen für die Menschen relevant zu bleiben. Die Basler Theologieprofessorin Miriam Rose plädierte für eine «kreative Kirche», die unterschiedliche Perspektiven zulässt und zugleich Gemeinschaft schafft. Entscheidend sei dabei nicht der vollständige Konsens, sondern die Bereitschaft, gemeinsam herauszufinden, was Christsein heute bedeute. Auf einem Podium wurde unter anderem darüber diskutiert, wie die Kirche Menschen erreicht, die ihr nicht mehr angehören. Dabei wurde dafür plädiert, weniger Antworten vorzugeben, stärker zuzuhören und den Menschen vor Ort zu begegnen.

Auch die Katholische Kirche im Kanton Zürich führte eine Tagung zur Zukunft der Kirche durch: Über 100 Interessierte beschäftigten sich mit der Frage, wie Kirche sich weiterentwickeln kann. Den Auftakt machte Prof. Bernhard Spielberg mit Impulsen, die zum Weiterdenken anregten. Es brauche es diesen besonderen Mut, im Scheitern aufzuhören: «Da, wo die Dinge nicht funktionieren, soll man loslassen.» Eingängig war sein Bild der Kirche als Frucht: «Viele sagen, Kirche solle sich auf ihren Kern konzentrieren. Allerdings muss man bedenken, dass die Kirche keine Pflaume ist», so Spielberg. Dabei sei sie eine Erdbeere, also eine Sammelnussfrucht: «In der Mitte liegt ein Geheimnis, die Kerne liegen am Rand.» Überall dort, wo Kirche das Aussen berühre. In fünf Workshops konnten die Teilnehmenden einzelne Themenfelder vertiefen. Einen ganzen Tag lang setzten sich Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Akteure des dualen Systems mit der Frage auseinander, wie Kirche unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen glaubwürdig gestaltet werden kann. «Das ganze Volk Gottes ist zur Teilhabe aufgerufen», sagte Generalvikar Luis Varandas zur bunten Schar aus allen Bereichen der katholischen Kirche, «denn sie sollen sich an Orten und bei Gelegenheiten treffen, wo man sich gegenseitig zuhören kann.»

Tag der Dankbarkeit

Ein kleines Danke hat grosse Auswirkung

Ein kleines Wort mit grosser Wirkung: Am letzten Montag war internationaler Tag des Dankes. Es ist der Ausdruck von Wertschätzung – manchmal für alltägliche Dinge, manchmal für einen Lebensretter oder den starken Partner an seiner Seite. Laut einer aktuellen Ipsos-Umfrage sagen 72 Prozent der Deutschen, sie seien glücklich. Wichtigster Faktor mit 40 Prozent ist dabei nicht etwa Geld, sondern das Gefühl, geliebt oder wertgeschätzt zu werden. Sabine Langenbach ist «Dankbarkeitsbotschafterin». Sie möchte helfen, Dankbarkeit zu lernen. Was Tomatenpflanzen und Unkraut damit zu tun haben, erklärt sie im Interview mit dem Medienmagazin PRO.

Der «World Happiness Report» untersucht jedes Jahr, wie die Lebenszufriedenheit der Menschen weltweit ist. Deutschland liegt aktuell auf Platz 17. Lebenszufriedenheit hängt auch mit Dankbarkeit zusammen. Wer den Fokus auf die Dinge legt, wofür er dankbar sein kann, dann macht das automatisch zufriedener. Man geht mit einem positiven Vorzeichen durchs Leben. Leider ist in der Gesellschaft oft das Negative Thema. Man spricht am Stammtisch doch lieber über die Dinge, über die man sich richtig aufregen kann, als über das, was gut läuft. Sabine Langenbach ist Autorin von «Brille der Dankbarbkeit».

Zum Autor: Markus Baumgartner ist Inhaber der Kommunikationsagentur b-public AG und u.a. Mediensprecher Dachverband Freikirchen.ch, Co-Präsident Forum Christliche Führungskräfte, Vizepräsident der Agentur C und Herausgeber des Dienstagsmail.

Datum: 27.09.2026
Autor: Markus Baumgartner
Quelle: Livenet

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