Europa im Wandel

Keine Mehrheitsreligion mehr in England und Wales

Europa wandelt sich (Symbolbild)
Eine neue Studie zeigt auf, wie sich die religiöse Identität weltweit verändert. Grossbritannien gehört mittlerweile zu einer Handvoll Länder, in denen keine einzelne Glaubensrichtung mehr die Mehrheit bildet.

Der Bericht stellte fest, dass der Anteil des Christentums in England und Wales unter die Hälfte gefallen ist. Die vom «Pew Research Center» im Rahmen seines Projekts «Global Religious Futures» durchgeführte Untersuchung analysierte 201 Länder und Gebiete anhand eines «Religious Diversity Index» (RDI), der misst, wie gleichmässig sieben grosse Religionsgruppen vertreten sind, darunter Christen, Muslime, Hindus, Buddhisten, Juden, andere Religionen sowie Konfessionslose.

Die Studie ergab, dass Singapur das religiös vielfältigste Land der Welt ist und auf dem RDI 9,3 von 10 Punkten erreicht. Rund 31 Prozent der Bevölkerung Singapurs bezeichnen sich als buddhistisch, 20 Prozent sind konfessionslos, 19 Prozent christlich und 16 Prozent muslimisch.

England ohne Mehrheit

Die Studie zeigte, dass kein Land die volle Punktzahl erreichte. Im Gegensatz dazu zählt das Vereinigte Königreich insgesamt nicht zu den vielfältigsten Nationen, ist jedoch eines von sieben Ländern, in denen keine einzelne Religion die Mehrheit stellt (die sechs anderen Länder sind – in alphabetischer Reihenfolge: Australien, Elfenbeinküste, Frankreich, Mauritius, Singapur und Südkorea).

Volkszählungsdaten zeigen, dass sich 46 Prozent der Menschen in England und Wales als christlich bezeichnen, gegenüber 72 Prozent im Jahr 2001, während 37 Prozent angeben, keiner Religion anzugehören. Der Anteil der muslimischen Bevölkerung stieg von fünf Prozent im Jahr 2011 auf fast sieben Prozent im Jahr 2021.

Abwendung vom Christentum in Europa

Die Ergebnisse spiegeln einen breiteren Trend der religiösen Abwendung in Westeuropa wider. Doch trotz des Rückgangs der traditionellen christlichen Zugehörigkeit wachsen einige Strömungen, darunter pfingstkirchliche und orthodoxe Kirchen. Diese Bewegungen werden häufig von jüngeren Gläubigen und Einwanderern getragen, so der Bericht weiter.

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Datum: 26.02.2026
Autor: Nayana Mena / Daniel Gerber
Quelle: Premier / Übersetzung: Livenet

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