Wachstum auf historischem Boden

Das «Nazareth Village» wird ausgebaut

Im Nazareth-Village
Im «Nazareth Village» taucht man in die Welt des ersten Jahrhunderts ein. Zwischen Steinterrassen und Olivenbäumen wird das Galiläa zur Zeit Jesu greifbar. Die Anlage stösst an ihre Kapazitätsgrenze und wird nun ausgebaut.

Auf einem Hügel mit Blick auf das moderne Nazareth treten Besucher aus dem Verkehr und den Wohnblöcken heraus und betreten eine rekonstruierte Agrarlandschaft, geprägt von Steinterrassen, Weinbergen und Olivenbäumen – eine Umgebung, die das Alltagsleben in Galiläa vor zwei Jahrtausenden widerspiegeln soll.

Die Guides im «Nazareth Village» tragen selbst moderne Kleidung und stellen den Besuchern Dorfbewohner, Bauern und Handwerker in Gewändern des ersten Jahrhunderts vor und verweben biblische Passagen mit Erklärungen zu landwirtschaftlichen Zyklen, Familienleben und gemeinschaftlichem Gottesdienst, so wie sie zur Zeit Jesu erlebt wurden.

«Bibel wird real»

«Wir erleben immer wieder, dass die Bibel für Menschen real wird, wenn sie hierherkommen», sagte Maha Sayegh, Direktorin des Nazareth Village. «Viele erzählen uns, dass sie die Schrift ihr ganzes Leben lang gelesen haben, doch dass sich etwas verändert, wenn sie durch das Dorf gehen. Plötzlich verstehen sie, wie kraftvoll und greifbar die Bibel ist.»

Sie selbst empfindet es als Privileg, Teil dieses Projekts zu sein. «Als Christin, die in diesem Land lebt, in einer christlichen Organisation in Jesu Heimatstadt zu dienen, ist eine einzigartige Gelegenheit.»

Jesus «zurückbringen»

Die Evangelien berichten, dass Jesus in Nazareth aufwuchs und dort von seiner Kindheit an bis zum Beginn seines öffentlichen Wirkens im Alter von etwa 30 Jahren lebte. Später kehrte er nach Galiläa zurück, wo er in der Synagoge seiner Heimatstadt aber abgelehnt wurde.

Nazareth Village bietet, so Maha Sayegh, eine Möglichkeit, ihn «zurückzubringen» und seine Geschichte von dem Ort aus zu erzählen, an dem sie begann. «Die Geschichte von Jesus von Nazareth von hier aus zu erzählen und nicht aus der Ferne von dort, wo er aufgewachsen ist, ist sehr bedeutsam», sagt sie.

Von Botschaft berührt

In Spitzenzeiten empfängt die Stätte mehr als 100’000 Besucher aus über 110 Ländern. Vor der Pandemie erreichte die Zahl im Jahr 2019 mehr als 123’000 Besucher. «Sie verstehen, wie Jesu Worte in die Realität des ersten Jahrhunderts passen. Wenn er über Landwirtschaft, Weinberge oder Gemeinschaft spricht, können wir den Menschen hier genau zeigen, wie das aussah.»

Sie sehe Menschen mit Tränen in den Augen. «Sie werden nicht nur von der Geschichte berührt, sondern von der Botschaft selbst.»

Zum Team gehören lokale arabische Christen, messianische Gläubige und internationale Freiwillige, die für Zeiträume von einigen Wochen bis zu einem ganzen Jahr dienen.

Anlage stösst an Grenzen

So soll das neue Discovery Center aussehen

Das Nazareth Village stösst an räumliche Grenzen. Das Welcome Center ist angemietet und in den vergangenen Jahren musste die Organisation Besucher abweisen, da keine zusätzlichen Gruppen aufgenommen werden konnten.

Um dem zu begegnen, haben die Verantwortlichen einen mehrphasigen Entwicklungsplan gestartet. Dieser umfasst ein neues Besucherzentrum mit erweiterten Sanitäranlagen, multimedialen Einführungsräumen und Ausstellungen, die Besucher in das Nazareth des ersten Jahrhunderts einführen, bevor sie das Dorf betreten. Ausserdem ist ein Amphitheater mit 300 Sitzplätzen für Lehre, Aufführungen und grössere Gruppentreffen geplant.

Turbulente Zeiten

Die Fundamente für das neue Gebäude wurden in diesem Jahr gelegt – ein Schritt, den Sayegh angesichts des anhaltenden Konflikts in der Region als herausfordernd und zugleich hoffnungsvoll beschrieb.

Wie ein Grossteil des israelischen Tourismussektors hat auch Nazareth Village Jahre der Instabilität erlebt. Nach den Schliessungen während der Corona-Pandemie erholten sich die Besucherzahlen 2023 deutlich: Mehr als 80’000 Menschen kamen vor dem 7. Oktober. Zehntausende weitere Besuche wurden nach Ausbruch des Krieges abgesagt.

Dennoch bleibt Sayegh zuversichtlich im Hinblick auf die langfristige Berufung des Dienstes. «Es waren fünf sehr schwierige Jahre und doch sind wir noch hier. Durch Gottes Gnade planen wir für die Zukunft.»

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Datum: 17.02.2026
Autor: Timothy Goropevsek / Daniel Gerber
Quelle: Christian Daily International / gekürzte Übersetzung: Livenet

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