Wo die Hauptsache noch die Hauptsache bleibt
Die Kernabsicht von «Every Home for Christ» ist es, jedem Menschen auf der Erde – bis in die entlegensten Regionen – eine echte Chance zu geben, die Botschaft von Jesus Christus zu hören. Dies geschieht mit unterschiedlichsten Strategien, je nach kultureller und geografischer Situation eines Landes. Von Audio-Bibeln über Traktate bis hin zu Zeitungen (wie zum Beispiel in der Schweiz mit den Hope-Zeitungen) sind alle möglichen Werkzeuge im Einsatz.
«Ein Mann sprach voller Leidenschaft von Jesus…»
Für mich als Schweizer, der noch wenig Zeit in anderen Teilen der Welt verbracht hat, war es eindrücklich, all die Geschichten über Gottes Wirken zu hören.
Ein Mann in Argentinien erzählte zum Beispiel, wie er seinem erbärmlichen Leben ein Ende setzen wollte. Er habe bereits ein Seil präpariert und seinen Selbstmord vorbereitet, als er plötzlich aus dem Nebenraum eine laute Stimme vernahm. Ein Mann sprach voller Leidenschaft von Jesus, der die innere Leere im Herz füllen und dem Leben einen Sinn geben könne. «Ich lauschte den Worten dieses Mannes und wurde so neugierig, dass ich bei der Tür zu diesem Raum klopfte.» Im Gespräch mit dem «Every Home for Christ»-Missionar sei ihm klar geworden, dass dieser Jesus die Lösung für sein kaputtes Leben sein könnte. So kam der Strick nicht zum Einsatz, sondern dieser Mann fand neue Hoffnung und predigt heute selbst das Evangelium von Jesus in Argentinien.
Ein zentraler Bestandteil der Jubiläumskonferenz, der in den einzelnen Präsentationen der Kontinente oft erwähnt wurde, war die Evangelisation im nahen Umfeld. Mit der globalen Initiative «Love your Neighbor», die ein Paket mit veschiedenen Werkzeugen für die direkte Vermittlung des Evangelium beinhaltet, soll weiterer Schub in die Missionsarbeit kommen. Auch in der Schweiz sollen diese Pakete 2027 getestet werden (übersetzt in die deutsche Sprache).
«The Voice»-Siegerin erreicht drei Mio. Follower
Blessing Chitapa aus Zimbabwe sang bei der Präsentation ihres Kontinents zu rhythmischen Klängen von der Freude, Jesus als ihren Retter zu verkündigen. Erst nachträglich verriet sie mir, dass sie über die Sozialen Medien über drei Millionen Follower erreiche. Hintergrund dieser grossen Reichweite ist, dass Blessing 2020 mit gerade mal 17 Jahren die Castingshow «The Voice UK» gewann (hier geht's zum Video von ihren The Voice-Auftritten). Als jüngste «The Voice»-Teilnehmerin aller Zeiten hatte sie die besondere Möglichkeit, junge Menschen zu ermutigen, ihren Traum zu leben und im Leben auf Jesus zu vertrauen.
Heute, mit 23 Jahren, nutzt die Afrikanerin nach wie vor ihren Einfluss als Sängerin, um jungen Menschen von ihrem Leben als Nachfolgerin von Christus zu erzählen. Sie mache dies so authentisch wie möglich, ohne sich zu scheuen, auch ihre Schwächen und dunkle Erfahrungen im Leben transparent zu zeigen.
Wie wär’s mit «Every Phone for Christ»?
An der Konferenz in Colorado Springs ermutigte sie die Leiterinnen und Leiter aus aller Welt, die Möglichkeiten der digitalen Welt zu nutzen. Wenn es nach ihr ginge, müsste Every Home for Christ eigentlich in «Every Phone for Christ» umbenannt werden, so die Powerfrau aus Zimbabwe, die in Harare lebt und dort nach wie vor in der Kirche engagiert ist.
Im Gespräch mit Livenet betont sie, wie sie berührt sei vom Mut der Missionare, die unter Lebensgefahr das Evangelium zu den Menschen bringen. «Das verändert mich und ermutigt mich umso mehr, meine Plattform zu nutzen, um mutig das Evangelium weiterzugeben.» Im südlichen Teil Afrikas, zu dem Zimbabwe dazugehört, sei das Christentum noch stark verbreitet, so dass man frei den Glauben leben könne. Doch sie wolle ihr Herz vorbereiten und auch klar zu Jesus stehen, wenn Verfolgung kommen sollte. Für den Moment sei ihr wichtig, sich auf die Not der Menschen einzulassen und nicht halbherzig oder gleichgültig zu werden. In diesem Punkt habe sie diese Konferenz in einem guten Sinn neu wachgerüttelt.
Rick Warren: «Millionen Seelen wurden gerettet»
Sehr bewegend war die Trauerfeier für Dick Eastman, den langjährigen Präsidenten von «Every Home for Christ», die im Rahmen des 80-jährigen Jubiläums abgehalten wurde. Der bekannte Pastor und Bestsellerautor Rick Warren würdigte als einer der langjährigen Weggefährten zusammen mit der Familie und Freunden diesen Mann des Gebets, der gerne im Hintergrund blieb. Sinnigerweise hatte Dick Eastman auch seine Autobiografie, die kurz vor seinem Tod im Frühling 2026 herauskam, mit «Aus dem Schatten» betitelt und dabei auf Psalm 91,1 verwiesen: «Wer unter dem Schutz des Höchsten wohnt, darf bleiben im Schatten des Allmächtigen.» (Neue Genfer Übersetzung)
Dick Eastman habe überall auf der Welt die evangelistische Arbeit – gegründet auf Gebet – vorangetrieben, berichtete ein anderer Weggefährte. Oft habe dieser Mann des Glaubens die Christen nur ermutigt, Gott nah zu sein und treu zu tun, wozu sie der Herr berufen hat. In grossen Herausforderungen habe er zu sagen gepflegt: «Lasst uns einfach beten und dann sehen wir, was passiert.» Aus diesen unzähligen Stunden im einsamen Gebet sei eine globale Arbeit entstanden, durch die Millionen Seelen gerettet wurden.
«Es gibt nur zwei Dinge, die niemals vergehen»
Rick Warren zeigte in seiner Botschaft auf, warum ein einfacher Mann wie Dick Eastman von Gott so gebraucht wurde. Es sei auf den Charakter und das Herz zurückzuführen. Gott suche immer Menschen, die ihm mit ungeteiltem Herz vertrauen, sagte Warren mit Verweis auf 2. Chronik 16,9. «Wir sind alle gebrochen! Der Herr sucht nicht perfekte, sondern hingebungsvolle Menschen, die bereit sind zu dienen.»
Dick Eastman habe mit klaren Prioritäten gelebt. Er wollte sich mit allem, was er hat, ins Reich Gottes investieren. «Er hat sein Leben nicht festgehalten, nein, er hat es weggegeben und danach gestrebt, dass Menschen Jesus kennenlernen können.» Eastman habe gedient, unermüdlich gebetet und grosszügig geteilt, was ihm an Wissen und an Möglichkeiten geschenkt wurde. Am Ende gebe es nur zwei Dinge, die niemals vergehen, betonte Rick Warren: «Das Wort Gottes wird nie vergehen und die Menschen, die Jesus Christus kennenlernen, sind ebenfalls für immer gerettet. Deshalb steht in der Bibel, dass wir uns Schätze im Himmel sammeln sollen» (Matthäus 6,20). Der wichtigste Schatz, den Gott auf dem Herzen habe, seien immer Menschen, so Warren. Deshalb bleibe immer die erste Priorität, verlorene Kinder zu finden.
Zum Autor: Florian «Flo» Wüthrich ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Er liebt es, das Evangelium authentisch und gesellschaftsrelevant zu kommunizieren und als Brückenbauer in der christlichen Szene zu wirken. Flo ist seit über 25 Jahren als Journalist tätig. 2014 wechselte er vom Radio- in den Online-Journalismus zu Livenet. 2023 hat er die Verantwortung als Livenet-CEO übernommen. Als Talkmaster, Redaktor und Redaktionsleiter Hope Schweiz bringt er seine Stimme jedoch weiterhin auf allen Livenet-Portalen ein.
Datum: 14.09.2026
Autor:
Florian Wüthrich
Quelle:
Livenet