Ein Gossauer hütet über 1000 Bibeln
Wer zum Estrich von Alois Schaller hineinkommt, tritt in eine eigene, faszinierende Welt aus Papier, bunten Farben und Jahrhunderten voller gelebten Glaubens. Hier hütet der pensionierte Seelsorger und Erwachsenenbildner einen ganz besonderen Schatz: Weit über tausend Kinder-, Jugend- und Schulbibeln hat der Gossauer im Laufe der Jahrzehnte zusammengetragen, berichtet das St. Galler Tagblatt.
Schaller ist verheiratet, Vater von drei erwachsenen Kindern und vierfacher Grossvater. Die Bibel bildet für den Theologen das unerschütterliche Fundament seines Glaubens und der Menschenrechte. Doch nicht nur die Religion, sondern vor allem die Begegnung von Mensch zu Mensch prägt seine tief verankerte Lebensphilosophie. «Alles Zwischenmenschliche ist mir wichtig und hat Vorrang vor dem Sachlichen», betont er, während er ein Buch aus dem Regal zieht. Nicht Gesundheit, Ansehen, Intelligenz oder Reichtum, sondern Zufriedenheit ist für den Gossauer wesentlich.
Das unbestrittene Prunkstück der Sammlung ist ein geschichtsträchtiger Bestseller aus dem Jahr 1751 von Johann Hübner. Dieses historische Werk erlebte unglaubliche 230 Auflagen und wurde in mindestens 15 Sprachen übersetzt. Seine grosse Liebe gilt der Geschichte des Propheten Jona, dem dritthäufigsten alttestamentlichen Thema in Kinderbibeln überhaupt. Über 50 verschiedene Einzelausgaben nur zu dieser einen Erzählung besitzt er mittlerweile. Als gestalterisches Meisterwerk hebt er das Jona-Buch seines verstorbenen Freundes, des Schweizer Kinderbuchautors Max Bolliger, hervor.
Neuer Trend: Ein Kreuzchen um den Hals
Vermehrt tragen die jungen Leute den Kreuz-Anhänger, wenn man auf der Strasse oder Zug herumschaut. Es stellt sich die Frage, ob es ein Beweis für die Hinwendung zum Christentum oder ein reines Modeaccessoire ist? Christian Fichter, Professor für Wirtschaftspsychologie an der Kalaidos Fachhochschule in Zürich, erklärt dieses Phänomen: «Die jungen Leute wissen, was sie tragen, aber sie tragen es nicht als Glaubensbekenntnis», sagte er gegenüber kath.ch. Gewisse tragen es auch zum Polarisieren.
Weitere Gründe sieht der Professor auch in den anhaltenden Krisen. In diesen Zeiten suchen die Menschen nach Halt und brauchen das Kreuz als Talisman. Zudem bestätigen Google-Suchdaten den Trend. In Deutschland hat sich die Suche nach Kreuzketten zwischen 2021 und 2025 verdreifacht. 2026 ist die Suche zurückgegangen. Neu ist der Hype nicht. «Wie bei vielen Symbolen oder Mode-Accessoires kommt das alle 15 bis 20 Jahre wieder», sagt der Wirtschaftspsychologe.
Die Tür als Kunstwerk
Vor mehr als einer Woche fand eine Vernissage zum Projekt «TürWerk» in Altstätten SG statt. Bewohnerinnen und Bewohner können verschiedene Türkunstwerke in der evangelischen Kirche und im Museum Prestegg in den nächsten Wochen begutachten. Involviert an der Ausstellung sind 45 Kunstschaffende. Aline Schäpper, Mitglied des Stadtrats Altstätten, sagte an der Eröffnung: «Eine Tür kann offenstehen oder verschlossen sein, Grenzen setzen oder Horizonte öffnen.» Weiter berichtet der Rheintaler, dass die Exponate auf physische, aber auch symbolische und transzendente Realitäten verweisen.
Pfarrer und Co-Projektleiter Thomas Beerle sagt: «In vielen Philosophien und Religionen wird nach der richtigen Tür zum sinnvollen Leben gesucht.» Dabei führt er aus, dass von Protagonisten im neuen Testament der Bibel geschrieben wird, dass Jesus die Tür sei. Die Fotografien können im Gewölbekeller Prestegg von Mittwoch bis Sonntag bewundert werden. Ebenfalls in diesem Zeitraum sind die Gemälde und Skulpturen in der Evangelischen Kirche verfügbar zum Anschauen. Im Rahmen dessen wird es auch noch andere Veranstaltungen, wie Kunstführungen und Gottesdienste, geben. Die Finissage des Projekts «TürWerk» findet dann am Samstag, 24. Oktober in der Evangelischen Kirche Altstätten SG statt.
Zum Autor: Markus Baumgartner ist Inhaber der Kommunikationsagentur b-public AG und u.a. Mediensprecher Dachverband Freikirchen.ch, Co-Präsident Forum Christliche Führungskräfte, Vizepräsident der Agentur C und Herausgeber des Dienstagsmail.
Datum: 20.09.2026
Autor:
Markus Baumgartner
Quelle:
Livenet