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«Denen eine Stimme geben, die noch keine haben»

Erneut fand der «Marsch fürs Läbe» in Zürich Oerlikon statt, eine Route durch die Zürcher Innenstadt wurde nicht genehmigt.
Mit rund 2200 Teilnehmern fand in Zürich-Oerlikon der «16. Marsch fürs Läbe» statt. Unter dem Motto «Together for life» galt der Aufruf dieses Jahr allen voran den Männern, ihre Verantwortung als Väter wahrzunehmen.

Auf der Bühne kamen zahlreiche Männer zu Wort, darunter auch SVP-Nationalrat Nicolas Kolly. Der Freiburger Nationalrat plädierte am Marsch für das Leben für einen stärkeren Schutz ungeborener Kinder. «Wenn sich eine Mehrheit heute mit der aktuellen Rechtslage abfindet, hindert dies eine Minderheit – zu der ich gehöre – nicht daran, unter Achtung der Meinungen aller eine andere Ansicht zu äussern», erklärte Kolly. Seine Haltung fasse sich in wenigen Worten zusammen: «Das Leben schützen.» Er sei gekommen, um «in aller Demut denen eine Stimme zu geben, die noch keine haben».

Kolly forderte, Frauen in Schwangerschaftskonflikten umfassend zu unterstützen und ihnen Alternativen aufzuzeigen. «Angesichts einer schwierigen Schwangerschaft sollte es unsere Pflicht sein, jeder Frau alle Alternativen und die notwendige Unterstützung anzubieten.» Auch die Verantwortung der Väter müsse stärker thematisiert werden. «Die erste Pflicht eines Mannes besteht darin, Verantwortung zu übernehmen. Zu unterstützen. Zuzuhören. Zu beschützen.» Zum Abschluss unterstrich Kolly, dass der Schutz des ungeborenen Lebens und die Begleitung der Mutter zusammengehören: «Diese beiden Ideen müssen Hand in Hand gehen: der Schutz des Kindes und die Begleitung der Mutter.»

Ein Umdenken ist möglich

Weitere Aufrufe, das Leben zu schützen, kamen von Georg Winkler, Familienvater und Männercoach bei SaveOne Europe, einer internationalen Organisation, die Männer und Frauen nach einer Abtreibung begleiten. «Männer haben eine grosse Verantwortung in der Familie, sie müssen die Frau schützen und eine Umgebung schaffen, wo Kinder wachsen dürfen», so der Coach, der über das Leiden von Männern nach einer Abtreibung berichtete.

Jonas Streule von ProLifeEurope und ein Arzt aus Deutschland berichteten im Anschluss von ihren persönlichen Erfahrungen mit Abtreibungen. Auch ihre Geschichten zeigen: Verantwortung wahrzunehmen ist nicht immer selbstverständlich – aber ein Umdenken ist möglich.

«Schluss mit der Zürcher Doppelmoral»

Politisch machte die Kundgebung u.a. auf die eine Woche vor dem Marsch gestartete Petition «Schluss mit der Zürcher Doppelmoral» aufmerksam. Während andere Demonstrationen durch die Zürcher Innenstadt ziehen dürfen, wird dem «Marsch fürs Läbe» seit Jahren eine zentrale Route mit Verweis auf Sicherheitsrisiken verweigert. Die Veranstalter fordern deshalb mit der Petition eine Gleichbehandlung gegenüber anderen Demonstrationen.

Wenn andere Demonstrationen trotz konkreter Störungen zentrale Routen nutzen dürfen, dürfe eine friedliche Veranstaltung nicht allein wegen erwarteter Gegenproteste aus der Innenstadt verbannt werden, so Beatrice Gall, Präsidentin vom «Marsch fürs Läbe». Innerhalb einer Woche haben bereits 4000 Menschen die Petition an die Zürcher Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart unterzeichnet. Mit der Petition soll dem aktuellen Rechtsweg, den der «Marsch fürs Läbe» inzwischen für eine öffentlichkeitswirksame Route durch die Zürcher Innenstadt beschritten hat, Nachdruck verliehen werden. Derzeit wartet der «Marsch fürs Läbe» auf den Entscheid des Bezirksrat, bei dem der Verein Rekurs eingereicht hat.

Marschzug durch Zürich-Oerlikon

Der Höhepunkt des Tages war der fröhliche Marsch durch die Strassen Oerlikons, der von strahlendem Sonnenschein, viel Musik, darunter eine Samba Steel Band, begleitet wurde und unter grossem Polizeieinsatz stattfand, da Gegendemonstranten versuchten, den Demonstrationszug zu stören. Musikalisch wurde der Anlass von dem Rapper MIKE aus der Ostschweiz und der «Allianzband Baden-Wettingen» umrahmt, die jeweils für viel Begeisterung sorgten. Gegen 18 Uhr ging die Veranstaltung schliesslich zu Ende.

Zur Website:
Marsch fürs Läbe
Petition «Schluss mit der Zürcher Doppelmoral»

Datum: 21.09.2026
Autor: Beatrice Gall
Quelle: Marsch fürs Läbe

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