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Schweizer Film über verlorenen Sohn

Im Film sieht man die Liebe vom Vater und das er gütig ist und sich nach seinem Sohn sehnt.
Mitten in der Felsenstadt Matera dreht Claudia Schäfli einen wortlosen Kurzfilm über das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Eine Vision wurde zum Herzensprojekt mit 20 Mitwirkenden, Tanz, Musik und der Botschaft von Gottes Vaterliebe für die ganze Welt.

Ende April drehte Claudia Schäfli aus Pontresina (GR) mit ihrem Team in Südeuropa, in Matera. Ein Teil dieser italienischen Stadt sieht aus, wie vor 2000 Jahren; Mauern, Staub und Stein eignen sich gut, um das antike Israel zu verkörpern und biblische Szenerien zu bebildern.

«Hier werden Monumentalfilme inszeniert», weiss Claudia Schäfli. «Die Kreuzigungsszene von ‘The Chosen’ wurde hier gedreht. Mel Gibson machte hier ebenfalls Aufnahmen. Und wir wollten ebenfalls ein authentisches Setting.»

Vater auf dem Flachdach

Da Claudia Schäfli die Länder, die kaum Glaubensfreiheit haben, am Herzen liegen, hat sie den Film wortlos gemacht.

Claudia Schäfli erinnert sich an den November 2023: «Ich hörte unter Tränen Gottes Stimme tief in meinem Herzen und habe sein Erbarmen und seine Liebe für die Menschen körperlich wahrgenommen. Er teilte mir mit, dass die Menschen kein Interesse mehr an ihm haben, dass aber sein Wort nichts an Kraft verloren hat. Ich solle mit Musik, Tanz und Kunst einen direkten Weg in ihre Herzen suchen.»

Ihr wurde bewusst, dass sie an ihren regelmässigen Fastentagen immer dasselbe innere Bild von einem Vater auf einem Flachdach sieht, der in die Ferne schaut – der Film ist aus der Perspektive des Vaters gedreht. «Ich merkte, dass ich den ersten Auftrag schon habe: Das Gleichnis vom verlorenen Sohn.»

Gottes Zuwendung und Zuneigung für die Menschen, die er geschaffen hat, «darf ich mit diesem Film zum Ausdruck bringen.»

Plötzlich ins Rollen gekommen

Vergeblich versuchte sie andere zu gewinnen. «Ich erhielt fast nur Absagen. Ich bat Gott um ein Zeichen und spürte, dass ich es machen soll. Dass ich seine Liebe und seinen Charakter zeigen soll, da er oft als strafender Gott missverstanden wird.»

Ab diesem Tag fragte Claudia Schäfli niemanden mehr an, sondern erzählte «nur» noch vom Projekt.

«Die Freundin unseres Sohnes sagte: ‘Wow, das klingt nach einem Herzensprojekt. Ich tanze selbst und kenne Leute, die filmen können.’ Das Projekt war innerlich gestorben und abgegeben, doch nun kam eines nach dem anderen ins Rollen.» Bald stand ein Team von 20 Personen.

Nicht mit Ketten rasseln

Während dem Dreh blickte der Vater des verlorenen Sohnes vom Flachdach aus in die Ferne. «Ich schaute auf den Bildschirm und das Bild sah genau gleich aus wie in meiner Vision.»

Viele Szenen mit zahlreichen Flashbacks wurden im italienischen Weltkulturerbe gedreht. «Jeder gibt sich so stark rein, als wäre es sein eigenes Projekt.»

Der Kurzfilm zeigt die Sehnsucht, die Gott nach uns hat, «dass er nicht mit den Ketten rasselt und Corona sendet, sondern es geht um seine Liebe und Barmherzigkeit.»

Überall auf der Welt verständlich

Der Film kommt komplett ohne Worte aus. Claudia Schäfli: «Die Idee ist, dass er in jedem Land auf der Welt gezeigt werden kann. «Ich habe Länder wir den Iran, Pakistan, China und Nordkorea auf dem Herzen.» Erdregionen, in denen kaum Glaubensfreiheit besteht.

«Man erlebt die Liebe des Vaters. Er sollte berühren und direkt ins Herz gehen.» Die beiden spielen und tanzen zusammen. «Es ist schwer zu ertragen, als der Sohn plötzlich geht. Gott legt die Sehnsucht nach dieser Wärme, Zuneigung und Bestätigung von ihm als Vater in einen hinein. Dieses tiefste Verlangen kann nur er stillen. Ich bin überzeugt, dass die letzte Ernte – vor Jesus wiederkommt – durch die Vaterliebe geschieht.»

Ein wichtiger Punkt im Film ist: «Nicht der Sohn ist schuldig und versagt, sondern der Vater ist so gütig und sehnt sich nach seinem Sohn. Er vermisst mich.»

Kostüme ausgeliehen

Unter anderem drehte die Crew in einer Wohnung, die aussah wie vor 2000 Jahren. «Dort entstanden mehrere Szenen, in denen der Sohn noch klein war. Unter anderem wurde ein Fest gedreht, bei dem alle mitfeierten, auch jene, die ansonsten für die Schminke zuständig waren.»

Die Kostüme konnten von einer christlichen Gemeinde ausgeliehen werden, andere Kleider wurden bestellt. «Mein Sohn, der auch mitspielte, stand einmal in einem Kostüm am Drehort. Da kam eine Asiatin und fragte, ob sie ein Selfie mit ihm machen dürfte – sie dachte wohl, dass er ein berühmter Star sei.»

Hinaus in alle Welt

Der Trailer ist im September fertig geworden. Das Ziel ist, den sechs- bis zehnminütigen Film am 22. November erstmals im Kino zu zeigen, der Film heisst «The Father’s Longing». Danach können ihn Gemeinden und Werke nutzen.

Das Ziel ist, «dass wir – geschlechtsunabhängig – in die Rolle des Vaters kommen. Das soll im Reich Gottes wachsen. Die Welt sehnt sich danach und braucht es. Es gibt nichts Ansprechenderes als eine väterliche Person, die zuhört, fördert und weiterführt. Ich träume gross davon, dass er in alle Nationen der Welt geht. Ich stehe mit verschiedenen Werken in Kontakt.»

Den Vater zurückbringen

Als Claudia Schäfli von der Vision erzählte, sagte jemand zu ihr: «Die Menschen in diesem Land sind heimatlos geworden. Sie haben psychische Probleme, wissen nicht mehr, woher sie kommen und wer ihre Familie ist.»

Sie selbst hatte eine schwierige Beziehung zu ihrem Vater. «Der himmlische Vater hat mich verändert. Ich habe seine Begeisterung für mich in einer Vision gesehen und ich begann zu ahnen, dass dieser Gott viel besser ist, als wir ihn beschreiben. Der Film soll helfen, diese Sehnsucht zu wecken.»

Insgesamt hat Claudia Schäfli fünf Filme auf dem Herzen. «Wir möchten auch auf Filmfestivals präsent sein und sagen: ‘Hallo, da sind wir. Wir wollen das Licht nicht unter den Scheffel stellen.»

Zum Autor: Daniel Gerber schreibt seit 25 Jahren für Livenet. Er ist freier Journalist und Autor mehrerer Bücher; zuletzt «Wo Jesus barfuss geht» (im SCM Hänssler-Verlag) mit Markus und Katharina Freudiger. Besonders wohl fühlt er sich in den Weiten Afrikas. Er ist verheiratet mit Guilene und Vater von drei Kindern. 

Datum: 13.09.2026
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet

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