Religion gehört zum Bildungsauftrag
Der Entwurf des neuen St. Galler Volksschulgesetzes sieht vor, dass der Religionsunterricht künftig aus den Blockzeiten und damit an die Randzeiten verlegt werden soll. Das habe für die Stellung der Religion im Fächerkanon spürbare negative Folgen. Religion als Wahlfach tut sich ja jetzt schon schwer damit, möglichst viele Schülerinnen und Schüler zu erreichen. «Rückt das Fach an die Randzeiten, wird sich diese Schwierigkeit noch verschärfen», schreibt Mario Andreotti, Dozent für Neuere deutsche Literatur, Historiker und Buchautor in einem Gastbeitrag im «St. Galler Tagblatt» und anderen CH-Medien.
Das Fach werde dann von den Schülern, aber auch von den Lehrkräften kaum mehr ernst genommen. Die St. Galler Regierung sah im Religionsunterricht eine ungerechtfertigte Privilegierung der Kirchen an öffentlichen Schulen. Dabei übersah man, dass die vielgehörte These, die Religion werde in der modernen Gesellschaft allmählich verschwinden, sich als falsch erwiesen hat. Religion prägt unsere Gesellschaft und Kultur weiterhin. Sie gibt Antwort auf existentielle Fragen unseres Lebens, die uns alle beschäftigen, ob wir nun gläubig sind oder nicht. Hier setzt auch der Religionsunterricht an, indem er die Vermittlung von religiösem Grundwissen mit der Frage nach der Orientierung für das eigene Leben verbindet.
Mit dem religiösen Grundwissen erschliesst der Religionsunterricht auch das christliche Fundament unserer abendländischen Kultur. Ohne eine gewisse Kenntnis der biblischen Botschaft, der grossen Gestalten und Kontroversen der Kirchengeschichte oder der Symbole des Glaubens sind weder unsere Alltagskultur noch die Grundwerte unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens, zu denen Menschenwürde, Toleranz, Freiheit und Gleichheit gehören, zu verstehen. Eine kontinuierliche und systematische Beschäftigung mit religiösen Fragen und Inhalten erfordert jedoch ein eigenständiges Unterrichtsfach, das nicht an den Rand gedrängt werden darf und so an Relevanz verliert.
30-Jahr-Jubiläum im Urnerland
Der «Brennpunkt» in Schattdorf beim Heizwerk der Oeko Energie AG feiert sein 30-Jahr-Jubiläum. Als evangelische Freikirche ist der «Brennpunkt» Teil des Vereins Viva Kirche Schweiz. Die Kirche möchte gemeinsam mit anderen Kirchen möglichst nahe mit Menschen unterwegs sein und Gottesdienste mit praktischer Hilfe verbinden, schreibt das «Urner Wochenblatt». Dies zeigt sich in verschiedenen Angeboten wie Seelsorge, Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit.
Zudem engagiert sich der «Brennpunkt» in Integrationsprojekten für und mit Menschen mit Migrationshintergrund: «Wir sind eine Kirche, die aus unperfekten Menschen besteht, wollen da sein für Menschen mit ihren Fragen. Wir wollen echt sein und gemeinsam Glauben ohne Masken leben.» Das Jubiläumsfest findet im Schulhaus Gräwimatt in Schattdorf statt. Gleichzeitig öffnet der «Brennpunkt» seine Kirchentüren für eine freie Besichtigung. Das Motto «Kleine Kirche, grosse Wirkung» nimmt Bezug darauf, wie die christliche Botschaft und ihre Werte heute praktisch umgesetzt werden sollen.
Kampagne gegen Sparbefehl
Mit einer gemeinsamen Kampagne wollen 40 Hilfswerke zeigen, was langfristige internationale Zusammenarbeit konkret leistet – für Menschen in Krisenregionen und für die Schweiz selbst. Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe – das eine tun und das andere nicht lassen: Was für Nepal gelte, soll schon bald nicht mehr der Normalfall sein, berichtet «Schweiz heute». Im Juni präsentierten Aussenminister Ignazio Cassis und Wirtschaftsminister Guy Parmelin eine Neuausrichtung der internationalen Zusammenarbeit. Sie läuft darauf hinaus: mehr Geld für humanitäre Soforthilfe – auf Kosten der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit.
Doch nun wollen die betroffenen Organisationen Gegensteuer geben: So lancieren 40 Hilfswerke eine breit angelegte Kampagne, um die Bedeutung und den Wert der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit in Erinnerung zu rufen. Dies über Online-Plattformen und Plakate. «Halt in haltlosen Zeiten» lautet der Titel. «Kriege, Krisen und Katastrophen haben weltweite Folgen und machen nicht an unseren Landesgrenzen halt», heisst es auf der Kampagnen-Website: «Wenn wir in Sicherheit und Wohlstand leben wollen, müssen wir auch dazu beitragen, dass Menschen weltweit Perspektiven auf ein Leben in Frieden und Würde haben.» Deshalb engagierten sich die Schweizer Hilfswerke gemeinsam mit ihren Partnern rund um den Globus: «Im Interesse der Menschen weltweit und in unserem eigenen Interesse.» Zu den 40 Organisationen zählen die Glückskette, Heks, Helvetas, Caritas oder die Heilsarmee. Sie betreiben rund 2400 Projekte auf der ganzen Welt und erreichen laut eigenen Angaben über 81 Millionen Menschen.
Zum Autor: Markus Baumgartner ist Inhaber der Kommunikationsagentur b-public AG und u.a. Mediensprecher Dachverband Freikirchen.ch, Co-Präsident Forum Christliche Führungskräfte, Vizepräsident der Agentur C und Herausgeber des Dienstagsmail.
Datum: 06.09.2026
Autor:
Markus Baumgartner
Quelle:
Livenet