Impuls aus den Sprüchen

Ein Wort, gesagt im rechten Augenblick

Ein Wort im richtigen Zeitpunkt ist ein Volltreffer.
Menschen führen Schätzungen zufolge täglich rund 4'000 unbewusste Selbstgespräche. Ein grosser Teil davon ist kritisch, negativ oder hemmend geprägt. Wie wir mit uns und anderen reden, definiert die Richtung unseres Lebens.

«Wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen, so ist ein Wort, gesagt im rechten Augenblick.»
Sprüche 25,11 / BasisBibel

Über die Macht der Worte durfte ich neulich beim YouTube-Kanal TBN Deutsch ein paar Gedanken teilen. Wer lieber gleich ein Video dazu anschauen möchte, kann dies hier tun, kann dies hier tun.

Gern vergleiche ich die Sprüche mit einem Seemanns-Lenkrad: Sie helfen dabei, das eigene Leben bewusst zu steuern, statt sich einfach den Stimmungen und dem «Wellengang» des Lebens auszuliefern. Das ist für mich Weisheit im Sinne der Bibel: nicht jedem Impuls folgen zu müssen, sondern mehr und mehr zu lernen, reife und bewusste Entscheidungen zu treffen, die Gott ehren.

Die Macht der Worte

Ein zentraler Aspekt von Weisheit ist die Wirkung unserer Sprache. Im TBN-Talk haben wir auch Sprüche 18,21 thematisiert. Dort heisst es: «Die Sprache hat Macht über Leben und Tod…»

Unsere Worte können andere Menschen verletzen – oder ihnen guttun und sie zum Aufblühen bringen. Dabei geht es Salomo nicht darum, einfach möglichst schöne Worte zu finden. Vielmehr geht es um Wahrhaftigkeit: Liebe und Wahrheit gehören zusammen.

«Es ist wie ein Kuss auf die Lippen, wenn einer eine ehrliche Antwort gibt.»
Sprüche 24,26 / BasisBibel

Doch selbst ehrliche und gut gemeinte Worte können verletzen, wenn sie unbedacht oder im falschen Moment ausgesprochen werden. Das habe ich vor Kurzem selbst erlebt. Meine Worte haben jemanden verletzt, obwohl das überhaupt nicht meine Absicht war. Umso wichtiger ist es, bewusst und sensibel mit den eigenen Worten umzugehen. Ein treffendes Wort kann im richtigen Augenblick besonders viel bewirken.

Worte weise wählen – im Konflikt

Wie jemand mit Sprache umgeht, zeigt für mich auch, ob er lernfähig ist und sich korrigieren lässt – oder ob er arrogant auf seinem eigenen Standpunkt beharrt. Gerade bei Frust und Ärger ist es wichtig, in einem Konflikt bewusst ein «Time-out» einzulegen, statt mit einer «Dampfwalze» über den anderen hinwegzurollen. Hier zeigt sich, was ein weiser Umgang mit Worten bedeutet: Nicht alles, was einem gerade durch den Kopf geht, muss sofort ausgesprochen werden. Manchmal ist es weiser, innezuhalten, bevor man antwortet.

Das habe ich auch beim Relaunch von jesus.ch erlebt. Die Umsetzung hat mehr Zeit in Anspruch genommen als gedacht und dabei immer wieder an meiner Geduld gerüttelt. Gerade in solchen Situationen merke ich, wie wichtig es ist, nicht jedem Impuls sofort nachzugeben, sondern einen Moment innezuhalten und bewusst zu entscheiden, wie ich reagieren möchte.

Segen oder Fluch?

Auch Jakobus greift dieses Thema etwa tausend Jahre nach Salomo auf. Er schreibt: «Mit unserer Zunge loben wir Gott, unseren Herrn und Vater, und mit derselben Zunge verfluchen wir unsere Mitmenschen, die doch nach Gottes Ebenbild geschaffen sind. Segen und Fluch kommen aus ein und demselben Mund. Aber genau das, meine lieben Brüder und Schwestern, darf nicht sein!» Jakobus 3,9-10; HFA

Jakobus macht damit deutlich: Unsere Worte sind nicht belanglos. Sie zeigen etwas darüber, was in unserem Inneren vor sich geht. Aus demselben Mund sollen nicht gleichzeitig Lob für Gott und verletzende Worte über Menschen kommen, die nach seinem Ebenbild geschaffen sind. Deshalb lohnt es sich, auf die eigenen Worte zu achten. Sie können uns selbst helfen, unser Herz wahrzunehmen: Was beschäftigt mich? Wo bin ich verletzt oder wütend? Und was kommt zum Vorschein, wenn ich unter Druck gerate?

Lass dich direkt von den Sprüchen herausfordern und im weisen Umgang mit deinen Worten weiterkommen. Jetzt die neue Livenet-Edition der Sprichwörter bestellen unter www.livenet.ch/sprueche.

Im Video gibt es noch mehr Infos zu der neuen Sprüche-Ausgabe von Livenet:

Datum: 28.08.2026
Autor: Florian Wüthrich
Quelle: Livenet

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