Livenet-Talk

Alten Weisheiten neu Leben einhauchen

Andrea und Konrad Blaser im Gespräch mit Florian Wüthrich
Obwohl schon einige tausend Jahre alt ist, gibt das biblische Buch der Sprüche auch heute viele wertvolle Hinweise, wie ein gutes Leben gelingen kann. Im Talk mit Florian Wüthrich gibt das Pastoren-Ehepaar Konrad und Andrea Blaser einen Einblick.
So sieht die Sprüche-Edition von Livenet aus.

Livenet lanciert in diesen Tagen eine moderne Ausgabe der biblischen Sprichwörter mit dem Wunsch, dass diese alten Weisheiten fürs heutige Leben neu entdeckt werden können. Ab dem 6.8.26 wird diese Ausgabe auf livenet.ch/sprueche offiziell erhältlich sein. Die Emmentaler Freikirche HOPE & LIFE CHURCH gestaltet direkt im August eine Serie zu den Sprüchen.

Für Konrad Blaser, Gründer und Leiter der «Hope & Life Church» in Hasle bei Burgdorf, kann es schwieriger sein, über die Sprüche als über andere Bibel-Passagen zu predigen: «Weil die Sprüche immer einzelne Verse haben, die schon in sich Aussage genug sind. Aber es ist natürlich sehr spannend, sie reinzunehmen. Was ich aber an den Sprüchen liebe, ist das Bild mit der Weisheit, die zu unserem Freund werden soll.»

Wenn wir Weisheit in unserem Leben haben, «die ja auch für den Geist Gottes steht – so habe ich es versucht zu verstehen – werden sich viele Türen öffnen.» Sie helfe einem, die richtigen Entscheidungen zu treffen. «Das ist ja schon spannend. Wir leben ja in einer Zeit, in der ganz viel drunter und drüber geht. Und ich wage zu behaupten, in einer Zeit, der du ja gar nicht mehr weisst, wem du was trauen kannst. Du weisst auch gar nicht mehr, welcher Nachricht oder welchem Newsportal du wirklich noch zu 100 Prozent vertrauen kannst. Der eine schreibt das, der andere schreibt dieses. Und am Ende weisst du gar nicht mehr, was jetzt wirklich stimmt. Und ich glaube, wir brauchen mehr, um auch Weisheit herauszufinden, auf was ich mein Leben baue, wem ich glaube und wem vielleicht eher nicht.»

Es gehe auch darum, zu schauen, was Gott in das Ganze hineinzusagen hat. «Ich glaube, wenn wir es schaffen, mit Gott unser Leben zu leben, dann werden wir ein erfolgreiches, spannendes, interessantes, glückliches, fröhliches und erfülltes Leben haben. Darum liebe ich die Sprüche. Sie helfen, die Weisheit in unserem Leben zu entdecken.»

Lustig und schonunglos

Andrea Blaser, Frau von Konrad Blaser und Gründerin und Pastorin in der «Hope & Life Church», mag die Sprüche sehr, «weil sie sehr lustig sind, sehr direkt und sehr schonungslos gegenüber Mann und Frau. Man ist ja auch nicht zu hundert Prozent sicher, wann Salomo sie geschrieben hat. Aber als ich sie gelesen habe, habe ich gedacht, dass er auch viele Sprüche gegen das Ende seines Lebens geschrieben hat, als er Rückblende hielt.»

Salomo blickte auf ein facettenreiches Leben. Andrea Blaser: «Als ein König, der auch versagt hat, der mega viel erreicht hat, der Gott den Tempel bauen durfte, ein Milliardenprojekt. Und gleichwohl bei den Frau ein bisschen ausgeschert ist und fremde Götter dann auch reinkamen und er in der Rückblende erzählt, was er gelernt hat und seine Erkenntnisse weitergibt. Dass die Ehrfurcht vor Gott das Oberste ist für unser Leben; einfach Gott erkennen, als das Oberste.»

Leute indirekt gesegnet

In den Sprüchen, Kapitel 11, Vers 10 steht: «Ehrliche Leute sind ein Segen für das Ansehen der Stadt. Durch den Mund böser Leute wird ihr Ruf zerstört.» Diesen Vers brachte Konrad Blaser unlängst in einer Predigt.

Als Christen seien wir berufen, den Segen Gottes in Empfang zu nehmen. Konrad Blaser: «Das ist das, was Gott will. Er will uns segnen. Und Segen ist ja nicht nur in finanzieller Hinsicht zu betrachten. Es kann auch sein, dass wir gerade auch in den schweren Zeiten unseres Lebens Glück finden können, trotzdem zufrieden sein können, weil wir eine grössere Hoffnung haben als nur unsere Gesundheit oder als unsere Umstände oder was auch immer.»

Es gehe auch darum, das Umfeld und die Nachbarschaft zu prägen. «Wir haben uns das dann so vorgestellt, dass eigentlich, wenn ich mit Gott unterwegs bin, so wie es in den Sprüchen beschrieben ist, die Leute darüber jubeln sollten, dass sie dort leben, wo ich bin. Sie wissen: Da lebt der Könu, der ist Christ, und weil er da ist, erlebt er den Segen von Gott, und weil er gesegnet ist, sind auch wir indirekt gesegnet.»

«Was, wenn wir nicht mehr da wären?»

Er habe sich begonnen zu fragen für unsere Kirche, aber auch für sein Leben: «Wenn ich jetzt nicht mehr da wäre, oder unsere Kirche nicht mehr da wäre, würde das jemand in der Region merken? A: Würden sie es überhaupt merken? Und B: Was würden wir hinterlassen? Wären sie froh, weil wir fromme ‘Schnäutze’ waren und keine Zeit für Menschen hatten, die Gott nicht kennen? Oder haben wir als Kirche einen solchen Impact, dass die Leute in der Gegend, in der wir Kirchen bauen, sagen, es ist schade, dass die Kirche nicht mehr da ist? Weil sie uns trotzdem Segen gebracht hat. Sie hat uns geholfen, gutgetan und so weiter. Das hat mir in ganz vielen Fragen ganz viel ausgelöst, einfach dieser Vers aus den Sprüchen.»

Andrea Blaser wiederum hat der Vers in Sprüche 27,6 sehr angesprochen, wo steht: «Die Schläge eines Freundes sind gut gemeint, die vielen Küsse eines Feindes aber nicht.» Ein echter Freund sei nicht immer lieb, sondern ehrlich, führt die Pastorin im Livenet-Talk aus. «So ein Freund sagt dir ehrlich die Meinung und haut dann nicht einfach ab. Er steht danach neben dir und hilft aufräumen. Heute ist es mehr so, dass alle scheinbar Freunde sein wollen, alle sind lieb zueinander, aber es ist mehr oberflächlich oder distanziert.» Sie habe lieber nur ein paar wenige Freundinnen und Freunde, aber lasse sich von diesen echt spiegeln.

Weitere inspirierende Geschichten und Gedanken hier im Livenet-Talk:

 

Datum: 04.08.2026
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet

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