Livenet-Talk

Zum 1. August: Himmlische Momente suchen

Christof Inniger im Livenet-Talk
Eines der prägendsten Themen unserer Zeit ist die Einsamkeit. Ein Schlüssel zu ihrer Bewältigung ist für Christof Inniger Gemeinschaft, wie sie zum Beispiel die Kirche bieten kann.

«Wo stehen wir im Moment?», fragt Florian Wüthrich im Livenet-Talk zum 1. August seinen Gesprächspartner. Christof Inniger ist einer der Pastoren im Zentrum Rybrügg der FMG Frutigen. Er skizziert kurz, was er in einer Rede an die Nation den Schweizerinnen und Schweizern mit auf den Weg geben würde. Weil er kein Bundesrat ist, sondern Prediger, setzt er dafür nicht bei politischen Programmen an. Stattdessen wirft er einen Blick in den Alltag vieler Menschen.

Himmlische Momente nutzen

Christof Inniger ist gerade mit seiner Familie aus dem Urlaub zurückgekommen. Jetzt freut er sich auf seinen Alltag. Dabei sieht er sich nicht von Terminen getrieben, sondern wird von der Überzeugung motiviert: Gott ist längst am Werk. Und sein Anliegen ist es: «Ich möchte göttliche Momente, himmlische Momente nicht verpassen.» Er entwickelt deshalb nicht ständig neue Aktivitäten, sondern fragt bewusst: Wo hat Gott schon Begegnungen vorbereitet? Dieses Denken nimmt ihm nicht nur den Druck, es lässt ihn mit offenen Augen durch den Tag gehen. Dies kommt seinem Wunsch entgegen, dass er selbst und andere Christen ihre Nachbarn sehen, Einsamkeit überwinden helfen und Menschen auf Jesus aufmerksam machen können.

Mut fassen und reden

Christof ist zwar extrovertiert, trotzdem fällt es auch ihm nicht immer leicht, andere Menschen anzusprechen. Ganz praktisch erzählt er von der Begegnung mit einem Nachbarn, der ihm aufgefallen war, weil er an Krücken ging. Beim Joggen traf er ihn wieder, überwand sich und hielt an. Er stellte sich vor und fragte nach der Geschichte des anderen, der ihm von seinem Leben mit Schmerzen erzählte. «Darf ich kurz 30 Sekunden für dich beten?», fragte er ihn. Der Mann war einverstanden.

Später berichtete er ihm, dass ihn dieses Gespräch tief bewegt habe. Er habe selbst begonnen zu beten und brauche inzwischen keine Schmerzmittel mehr. Am Ende nannte er den Pastor einen Engel, doch der wehrte ab: «Nein, ich bin kein Engel, das ist Jesus, der am Werk ist.» Begegnungen wie diese ermutigen Christof, aufmerksam zu leben, weil es für ihn immer wieder vorkommende Einladungen Gottes sind.

Herzensthema Einsamkeit

Ein weiteres Herzensthema von Christof Inniger ist die zunehmende Einsamkeit in der Gesellschaft. Er ist überzeugt: Christen könnten hier einen entscheidenden Unterschied machen, wenn sie dazu bereit wären, ihre Komfortzone zu verlassen. Gerade in einer Gesellschaft, die immer individualistischer lebt, braucht es seiner Meinung nach Menschen, die bewusst Beziehungen zu anderen suchen und ihnen Zeit schenken. Dabei betont er, dass er die häufige Kritik an einer Jugend, mit der es angeblich bergab geht, nicht teilt. Stattdessen entdeckt er ein grosses Potenzial bei jungen Menschen. Jugendliche sind in seinen Augen nicht das Problem, sie spiegeln nur das Verhalten der Erwachsenen wider. Veränderung beginnt für ihn bei den Eltern und Vorbildern. Das gilt auch für den Umgang mit digitalen Medien. Christof will sich nicht über Jugendliche beklagen, sondern sie ermutigen und fördern.

Kirche als Ort echter Gemeinschaft

In diesem Zusammenhang sieht er für christliche Gemeinden einen wichtigen Auftrag. Er findet, dass Kirche ein Ort sein kann, an dem Menschen Gemeinschaft erleben, angenommen werden und Antworten auf ihre tiefsten Lebensfragen finden, denn: «Wir haben Antwort und Hoffnung für die Welt.» Deshalb sollen Gemeinden mutig Beziehungen zu anderen Menschen bauen und sie einladen, Gottes Liebe praktisch zu erfahren. Auf diese Weise fand er selbst als Jugendlicher zu einer Begegnung mit Jesus, nachdem er Anerkennung, Liebe und Erfüllung zuerst bei Partys oder in Beziehungen gesucht hatte. Heute ist er überzeugt: «Nur Jesus kann mir all das geben, was ich brauche in meinem Leben. Er stillt meine tiefste Sehnsucht.»

Hoffnung für die Schweiz

Zum Abschluss richtet Christof Inniger seinen Blick auf den Nationalfeiertag. Er liebt die Schweiz mit ihrer Natur, ihrem Qualitätsbewusstsein, ihrer Sicherheit und ihrem Erfindergeist. Wichtiger ist ihm jedoch die geistliche Grundlage des Landes, wie sie sich auch in der Landeshymne äussert: «Trittst im Morgenrot daher, seh ich dich im Strahlenmeer, Dich, du Hocherhabener!» So wünscht er sich, dass die Schweizer nicht nur stolz sind auf ihre Geschichte, sondern auch ihre Liebe zu Gott neu entdecken.

Wenn er zum 1. August eine Rede an sein Volk halten sollte, würde er sie aufrufen: «Liebe Schweizer, lasst uns Gott suchen, dann werden wir ihn finden.» Christof ist davon überzeugt: Wenn Menschen sich neu an Jesus orientieren und seine Werte wie Liebe, Respekt, Geduld und Freundlichkeit leben, wird die Schweiz weiter aufblühen. Diese Veränderung beginnt allerdings nicht auf den grossen Bühnen, sondern in den kleinen Begegnungen des Alltags – dort, wo Menschen bereit sind, einen «himmlischen Moment» nicht vorbeiziehen zu lassen.

Zum Talk:

Datum: 31.07.2026
Autor: Hauke Burgarth
Quelle: Livenet

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