Livenet-Talk

Wenn Beten zur Führungsaufgabe wird

Markus Hunziker im Livenet-Talk
Für Markus Hunziker gehört Gebet ebenso in den Arbeitsalltag wie gute Führung. Als einer von mehreren CPO’s der Stiftung «LabOra» unterstützt er Unternehmer dabei, Entscheidungen im Glauben zu treffen und Menschen ganzheitlich wahrzunehmen.

CPO. Hinter diesen drei Lettern verbirgt sich in der Geschäftswelt oft der «Chief Product Officer» (Produktchef) oder der «Chief Procurement Officer» (Einkaufsleiter). Gelegentlich gibt es aber auch den «Chief Prayer Officer» … also ein «Gebetsleiter».

Ein Titel, der nicht ganz einfach zu erklären ist, wie Markus Hunziker sagt. Er ist selbst ein Gebets-CPO und ist es gewohnt, den Begriff immer wieder zu erklären – und zwar so oft, «dass ich es gar nicht mehr zählen kann. Immer wieder. Immer wieder. Und ich tu es mir manchmal noch heute schwer, dies mit drei kernigen Sätzen zu erklären.»

Führungskräfte «zurückbegleiten»

Der Unternehmer, der mit seinem Sohn die Firma «Impulse Coaching for You» leitet, ist CPO bei der Stiftung «LabOra», die sich dafür einsetzt, dass christliche Werte und das Gebet ganz natürlich in die moderne Arbeitswelt integriert werden. Bewirkt werden soll ein Kulturwandel, ein «Umdenken am Arbeitsplatz» (mit einem entsprechenden Kurs).

Doch was genau tut nun der CPO? «So, wie ich ihn im Moment definiere, ist er ein Mensch, der vor allem mit Führungsleuten unterwegs ist und diese wieder in ihre Rolle zurückbegleiten kann. Ich sage bewusst ‘zurückbegleiten’, oftmals sind sie nicht mehr in ihrer Rolle. Ein schöner Begriff ist: Sie sind ‘der König’ ihrer Firma. Sie sind der König, sie entscheiden.»

Wie der Hofnarr im Mittelalter

Weiter führt Markus Hunziker aus: «Im Mittelalter hatte jeder König oder die meisten einen Hofnarren. Das war der einzige, der dem König sagen konnte, wie er etwas findet, ohne dass er gleich sein Leben lassen musste.» Ein CPO habe auch etwas von dieser Eigenschaft, im Sinne davon, «etwas prophetisch reinzugeben».

Man könne nicht damit rechnen, dass das Gegenüber immer offen ist. «Also, offen schon, aber ob sie es aufnehmen können oder wollen … der Prophet ist sehr stark drin beim CPO.»

Impulse vom Heiligen Geist

«Ich denke, es gibt fast überall in der Führung oder wenn man mit Menschen unterwegs ist eine Möglichkeit von einem Mehrwert», bilanziert Markus Hunziker. «Und zwar, wenn ich einen Impuls vom Heiligen Geist in diese Situation hinein bekomme und es auch wage, dies in dieser Situation zu sagen für diese Person oder für die Firma. Was sie damit machen, ist ja ihr Ding. Aber es ist der Impuls, den sie bekommen.»

Als CPO dürfe er diesen weitergeben. «Das ist für mich eine Art Narrenfreiheit, weil ich das vielleicht als Nicht-CPO leider nicht machen würde.»

«Das Privatleben gehört zu uns Menschen»

Es sei ebenfalls wichtig, auf die Menschen einzugehen. Oft frage man einen Mitarbeiter: «Wie geht es dir?», beobachtet Markus Hunziker. «Wenn er mir sagt, dass es ihm gut geht, ist es für mich erledigt. Auch wenn ich weiss, dass es ihm daheim gar nicht gut geht. Aber es ist wichtig, das Privatleben gehört zu uns als Menschen.»

Ebenfalls wichtig sei die Spiritualität. «Ich gehe nicht als LabOra-Mitarbeiter in die Firma, sondern als ganz normaler Coach und Berater. Und dort sage ich ganz klar: ‘Jeder Mensch hat eine Spiritualität und die ist wichtig anzunehmen. Wenn irgendjemand einen Verlust erlebt: Wie geht man mit diesem Verlust um? Wie gestalte ich diesen? Driftet er nicht in die Depression ab? Und so weiter.»

Es geht um den Betrieb

Es gehe nicht nur um eine Seite, «sondern um den ganzen Betrieb, um alle Menschen, die in diesem Betrieb sind und auch die verschiedenen Prozesse. ‘Gott einbeziehen’ ist eine ganz falsche Aussage. Gott ist eh schon da.» Nur müsse man sich dessen bewusst sein, dass er da ist. «Er ist uns vorausgegangen und hat uns die Wege vorbereitet. So steht es in der Bibel. Wenn wir das bewusster in unserem Alltag leben, dann wird es für uns viel einfacher sein, Entscheide zu fällen.»

Dieses «Mit Gott unterwegs sein dürfen» könne ganz normal gehen, «wie das Wasser, das wir jeden Tag hoffentlich genug trinken».

Zum Talk:

Datum: 07.07.2026
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet

Werbung
Livenet Service
Werbung