David Kadel

Gott steht nie im Abseits

David Kadel schrieb ein Mutmacher-Buch für alle Fussballfans, die sich mit tiefer mit dem Glauben befassen wollen
Die Fussball-WM hat begonnen – und auch Gott spielt eine Rolle: vom Mönch, der einen berühmten Club gründete, über den Schweizer Fifa-Schiedsrichterchef Massimo Busacca bis zum Mutmacher-Buch von David Kadel mit Breel Embolo.

Wie kommt ein irischer Mönch namens Walfried dazu, 1887 in Schottland einen heute renommierten Fussballklub zu gründen? Inmitten von Armut, Vernachlässigung und Intoleranz im viktorianischen Glasgow hatte Bruder Walfrid einen Traum. Er wollte etwas gegen die Armut und gegen die religiöse Intoleranz tun. In dieser Zeit flohen Tausende von katholischen Iren vor der Not in ihrer Heimat und segelten in die reformierte Stadt Glasgow. Walfried gründete einen Fussballclub und wählte dafür einen Namen, der sowohl für Schotten als auch für Iren von ähnlicher Bedeutung war. So entstand der «Celtic» Football Club unter widrigen Umständen, sowohl in fussballerischer als auch in kultureller Hinsicht, schreibt der Club Celtic Glasgow auf seiner Homepage. Mit den Einnahmen aus dem Ticketverkauf versuchte Walfried die Armenküche zu finanzieren. Ein nachahmenswertes Modell, für die Kirche wie für Fussballklubs.

Mehr als ein «Kulturkatholik»

Siebenmal in Folge wurde er zum Schweizer Schiedsrichter des Jahres gekürt. Er trägt auch als einziger Schweizer den Titel «Bester Schiedsrichter der Welt», der ihm 2009 von der International Federation of Football History & Statistics (IFFHS) verliehen wurde. Heute ist er der höchste operative Schiedsrichter-Funktionär der Welt: Massimo Busacca, 57, Schweizer und katholisch, schreibt die Tagespost. Als Leiter der Schiedsrichterabteilung beim Weltfussballverband FIFA ist er verantwortlich für die Ausbildung, Entwicklung und Bewertung der Schiedsrichter sowie für die Weiterentwicklung der Standards im Weltfussball. Seit seinem Rücktritt als aktiver Schiedsrichter 2011 prägt Busacca die moderne Schiedsrichterausbildung und die internationale Regelauslegung massgeblich mit. Und er macht keinen Hehl aus seinem tiefen Glauben an Gott. Als Sohn italienischer Einwanderer wuchs er mit seinem Bruder in Bellinzona auf, lebt mit Frau und Kind in einem bescheidenen Reihenhaus und fühlt sich seiner Heimat bis heute eng verbunden. Was ihm sehr wichtig ist: Er betet. Der Glaube hat für ihn und seine Frau Stefania eine zentrale Rolle. Busacca war schon als Kind mehr als nur ein «Kulturkatholik», vielmehr entwickelte er einen persönlichen Glauben. «Es ist, als ob Gott mich gesucht hätte und nicht umgekehrt», erzählt er. 

Gottes Hilfe in Anspruch nehmen

Auch heute besucht Busacca regelmässig Gottesdienste. Besonders wichtig seien ihm das persönliche Gebet und die Umsetzung christlicher Werte im Alltag. Er nutzt digitale Angebote, die täglich eine Bibelstelle vorschlagen. «Das gibt mir Nahrung. Es verändert den Alltag, die Haltung gegenüber anderen Menschen und den Respekt, den man ihnen entgegenbringt.» Über seinen Glauben spricht Busacca offen – egal ob vor Journalisten, Schiedsrichtern, Führungskräften aus der Wirtschaft oder an Schulen. Unaufgeregt beschreibt er, wie ihm der Glaube Halt gibt, besonders in Drucksituationen. Schon während seiner aktiven Laufbahn suchte er vor wichtigen Spielen Ruhe im Gebet und innere Sammlung. Nach den Spielen half es ihm, auf dem Boden zu bleiben. Verantwortung ist für ihn ein zentraler Teil der beruflichen und menschlichen Existenz. «Der Mensch ist frei und verantwortlich für das eigene Handeln. Man kann das Richtige oder das Falsche tun – niemand zwingt uns –, aber man trägt die Konsequenzen. Böse Gedanken sind in uns. Wir sollten uns bemühen, sie mit Gottes Hilfe auszuschalten. Das sage ich auch immer in meinen Vorträgen.»

Profifussballer einmal ganz anders

Fussball-Geniesser sind sich längst einig: Interviews mit Jürgen Klopp sind mindestens so unterhaltsam, wie seine legendärsten Champions League Siege mit dem FC Liverpool. Bundesliga-Trainer Marco Rose steht ihm, mit seinem Charme und Witz, in nichts nach. Beide gehören zu den seltenen «Typen mit Tiefgang» im Fussball, die wirklich etwas zu sagen haben. «Kloppo & Rosi» sprechen im neu aufgelegten Buch «Was macht Dich stark?!» mit dem gebürtigen Perser und Mentaltrainer David Kadel offen über ihre Erfolgs-Werte und ihren Glauben an Gott. Für Jürgen Klopp sind es die «4D», die ihn stark machen im Leben: Demut – Dankbarkeit – Dienen – DurchhaltevermögenIn diesem aussergewöhnlichen Fussballbuch verraten 13 weitere Fussballstars, warum der Glaube zum wichtigen Bestandteil ihrer Karriere geworden ist. 

Vom Schweizer Natistar Breel Embolo gibt es die berührende Geschichte in Mönchengladbach, als bei einem neunjährigen Nachwuchshoffnung plötzlich ein Tumor entdeckt wurde. Als ihm David Kadel ein mutmachendes Riesenposter brachte, tauchte dahinter plötzlich sein Idol Breel Embolo hervor. David Kadel sagt zum Buch: «Die kostbarsten Währungen unserer Zeit sind nicht Gold oder Öl, sondern Mutmach-Geschichten! Warum? Weil sie selten geworden sind.» Das hochwertig gestaltete Buch wurde vom Schweizer Verlag Mosaicstones extra günstig produziert, damit es Kirchen an ihren Fussballanlässen an Gäste abgeben können.

Dieser Beitrag erschien zuerst in der Dienstagsmail Nr. 929.

Zum Buch:
Was macht Dich stark?!

Zum Thema:
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David Kadel im Talk: «Wir brauchen mutmachende Geschichten!»
Breel Embolo: «Es ist der Herr, der vor dir her geht»

Datum: 12.06.2026
Autor: Markus Baumgartner
Quelle: Dienstagsmail

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