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Massentaufen in England gehen viral

Immer mehr Menschen möchten sich in England taufen lassen (Symbolbild)
Zuerst waren es 28, dann 170, jetzt wurden 550 Menschen im kalten Wasser der Nordsee getauft: Was ist in England los?

«Ich kann noch kaum glauben, was Gott da getan hat»: Merlin Kraft und sein Team von BibleLad UK tauften am 10. Oktober 2026 550 Menschen im kalten Meereswasser von Bridlington. Berichte in sozialen Medien und Videos der vorangegangenen Taufe mit 170 Täuflingen (Livenet berichtete) waren viral gegangen, und weit über 500 Menschen fluteten den Strand, um ihrem Glauben durch die Taufe  Ausdruck zu geben.

«Ich kann es nicht fassen»

«Ich versuche immer noch zu begreifen, was da tatsächlich passiert ist, und mein Arm tut mir unglaublich weh!», sagte Kraft am vergangenen Sonntag. «Aber was am Strand von Bridlington passiert ist, war einfach unglaublich. Ich meine, diese wunderbaren Menschen, die gekommen sind … man konnte die Freude einfach überall spüren. Es war wirklich ein ganz, ganz besonderer Tag.»

Seine Schlussfolgerung: «Hier in Grossbritannien ist etwas im Gange. Die Menschen kommen zu Jesus Christus, und wir erleben etwas wirklich Aussergewöhnliches.»

In einem Video in den sozialen Medien hatte er auch andere Anzeichen eines geistlichen Aufbruchs beschrieben: «Ich spreche mit immer mehr Menschen und erhalte Nachrichten von Menschen aus ganz Grossbritannien, die die Bibel aufschlagen, Fragen stellen und Hoffnung in Jesus Christus suchen. Und ich glaube, viele Gemeinden erleben das ebenfalls.»

«Wir machen weiter»

Bereits vorher hatte er in «Premier Christianity» erklärt: «Ich bin seit mehr als 20 Jahren Christ und bin vorsichtig, Begriffe wie `Erweckung` in den Mund zu nehmen. Ich masse mir nicht an, genau zu wissen, was in Grossbritannien vor sich geht, aber irgendetwas ist definitiv im Gange. Ich beobachte eine Bewegung, wie ich sie noch nie zuvor gesehen habe. Die Menschen sind offener dafür, über das Christentum zu sprechen. Männer schreiben mir Nachrichten und fragen, welche Bibel sie kaufen sollen, weil sie Jesus nachfolgen möchten. Die Menschen sind auf der Suche.»

«Da draussen wartet eine echte Ernte», sagte er und bezeichnete die Taufen als weiteres Zeichen für ein geistliches Erwachen, das derzeit in Grossbritannien stattfindet. «Glaubt mir, wir touren damit durch das ganze Land. Das wird so schnell nicht aufhören.»

Kommentar: Schade, dass die Schweiz kein Meer hat

Man fragt sich unwillkürlich: Und bei uns? Was würde geschehen, wenn ein Influencer oder eine christliche Organisation zu solch einer «wilden» Taufe einladen würde – mangels Meer halt im Rhein oder im Thunersee? Niemand weiss, wie das Echo wäre…

Dann: In unserer Praxis ist die Taufe ja mit einer Kirche oder Gemeinde verbunden – in England waren übrigens auch immer lokale «Calvary Chapels» bei den Taufen beteiligt, wenn auch die Täuflinge aus dem ganzen Land zusammenströmten. Aber die Frage liegt auf der Hand: Wo werden diese Täuflinge zu Jüngern gemacht, wo erleben sie Gemeinschaft, Lehre und Wachstum? In welchen «Leib» werden sie hineingetauft? Die Getauften dürfen nicht in der Luft hängen bleiben. Es wäre interessant, wie Merlin Kraft mit der Challenge «Jüngerschaft» umgeht. Oder sorgt eine andere «Kraft» dafür? Einer er ersten Täuflinge der Geschichte wurde schliesslich auch solo nach Äthiopien entlassen…

Wie auch immer: Es scheint, dass der digitale, freie Raum, durch soziale Medien bearbeitet, ein Ort ist, wo Gott etwas tut. Er scheint die Grenzen unserer organisierten Gemeindeheit zu sprengen. Auch in der Schweiz geschehen geistliche Aufbrüche im freien Raum – und die Aufgabe christlicher Leiter ist es, neue Schläuche für solchen jungen Wein zu schaffen.

«Da draussen wartet eine echte Ernte» – wenn uns diese Worte irgendwie bekannt vorkommen, ist die Arbeitsanweisung eigentlich klar. 

Zum Autor: Reinhold Scharnowski ist Pfarrer, Netzwerker und Redaktor. 21 Jahre war er Pfarrer der FEGs in Thun und Steffisburg, dazu Leiter von DAWN Europe und drei Jahre Missionar in Bolivien. Heute im «Unruhestand», seit 2012 aktiv als Redaktor bei Livenet.

Datum: 18.10.2026
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Livenet

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