Effektive Jugendarbeit: Es braucht alle!
Es braucht die Draufgänger. Es braucht die gewissenhaften Kontrolleure. Es braucht die stetigen Unterstützer. Es braucht die unterhaltsamen Humorvögel. Es braucht die starken Leitungspersönlichkeiten. Es braucht die Dienenden im Hintergrund. Es braucht die praktischen Helfer. Es braucht die intelligenten Analysten. Es braucht alle. Auch diejenigen, die dich nerven.
Was der Körper mit der Zusammenarbeit zu tun hat
Sowohl in Römer 12 als auch 1. Korinther 12 werden wir als Kirche mit einem Körper verglichen, wobei Jesus der Kopf ist. Nicht jeder von uns ist ein gesamter Körper, sondern wir miteinander. Das hat sehr direkte Implikationen für unsere Zusammenarbeit:
- Auch du brauchst Ergänzung. Ohne die anderen bist auch du inkomplett. Du bist nur ein Teil des Körpers von Jesus. Du brauchst die anderen. Es ist daher wichtig, dass du auch deine eigenen Schwächen genau kennst.
- Du brauchst ein Team um dich, welches genau diese notwendige Ergänzung bietet. Suche nicht nur Leute für dein Team, welche genauso sind wie du.
- Erwarte nicht, dass alle alles genauso gut können wie du. Deine Stärken sind dein Beitrag, mit dem du die anderen stärken kannst. Sie sind kein Grund, die anderen zu demütigen.
- Gegenseitige Abhängigkeiten sind gut. Ein Körper harmoniert nur, wenn alle Glieder gut vernetzt sind und voneinander abhängig sind. Versuche nicht, die Abhängigkeiten zu minimieren, sondern die Zusammenarbeit zu stärken.
- Lerne verschiedene Persönlichkeitsmodelle kennen (z. B. Big Five oder DISG) und mache mit deinem Team eine Auswertung. So lernt ihr einander besser kennen und könnt ganz bewusst auf die Stärken voneinander zurückgreifen. Auch wisst ihr, wer was nicht so gut kann.
- Beziehe die Kritiker mit ein und kämpfe nicht gegen sie. Übergib ihnen Verantwortung und lass sie ein Teil der Lösung und nicht ein Teil des Problems sein. Du solltest dir aber bewusst sein, dass es ganz wenige «Kritiker» gibt, welche nichts verändern wollen. Wenn es auch nach vielen Anläufen nicht klappt, sie einzubinden, dann versuch, dich im gegenseitigen Einvernehmen zu trennen. Vielleicht ist es ratsam, deinen Leiter oder Pastor hinzuzuziehen.
Gottes Traum von Kirche
Wenn es dir gelingt, dass möglichst alle in deiner Jugendgruppe irgendwie involviert sind, dann profitiert ihr alle davon. Es darf nicht sein, dass 20 Prozent eurer Leute alle Arbeit machen und alle anderen nur Konsumenten sind. Gottes Traum von Kirche ist es, dass alle sich beteiligen. Vielleicht musst du dafür gewisse Dienste erfinden, welche es eigentlich gar nicht bräuchte. Aber vergiss nicht: Sobald jemand eingespannt ist, stärkt das sowohl die Identifikation als auch das Verantwortungsgefühl.
Reflexionsfragen
- Wie viele Jugendliche sind bei dir aktiv eingespannt in die Jugendarbeit?
- Welche Persönlichkeiten nerven dich am meisten? Warum brauchst du gerade sie?
- Wie viele sind bloss «Teilnehmer»? Wie könntest du ihr (noch nicht genutztes) Potenzial nutzen?
Dies ist ein Auszug aus dem Buch «Kirchliche Jugendarbeit» von Joel Meier (Verlag BoD - Books on Demand, ISBN 9783695124992) In den kommenden Wochen bietet Livenet weitere Einblicke in den Inhalt des Buches. Im Dossier findest du alle bisher veröffentlichten Auszüge.
Zum Buch:
Kirchliche Jugendarbeit
Zum Autor: Joel Meier ist seit über zehn Jahren Jugendpastor in der Buchegg Church in Zürich. Er hat Theologie in Basel, Zürich und London studiert. Heute coacht und begleitet er mit viel Leidenschaft junge Leiter und Pastoren in der Jugendarbeit. Zudem doziert er an mehreren Bibelschulen und ist in seiner Freizeit am liebsten mit seiner Familie in den Bergen unterwegs.
Datum: 02.10.2026
Autor:
Joel Meier
Quelle:
Buchauszug «Kirchliche Jugendarbeit»