Indien: «Dorf der Banditen» durch Gnade verwandelt
Bollaku Issak, einst unter dem Decknamen «Goldener Sperling» bekannt, führte eine Bande von neun Männern bei gewagten Überfällen auf Züge und Regierungsbüros. Im Dorf Stuartpuram war Kriminalität nicht nur eine persönliche Entscheidung, sondern ein über Generationen weitergegebenes Handwerk. Jahrelang lebte Issak ein Leben voller riskanter Diebstähle und knapper Fluchten. Im Verborgenen gestand er sich jedoch ein, dass ihm der Frieden fremd blieb. «Ich habe versucht, mich zu ändern», erinnert er sich, «aber ich bin immer tiefer zurückgefallen.» Seine Verwandlung begann an dem unwahrscheinlichsten Ort: in einer Gefängniszelle.
Der «Goldene Sperling» findet ein neues Lied
Während seiner siebenjährigen Haftstrafe hörte Issak das Evangelium von einem Mithäftling. Die Botschaft der Barmherzigkeit für den «verlorenen Sünder» berührte ihn tief. Nach einer Zeit intensiver Umkehr erlebte Issak etwas, das er als Wunder beschreibt: Das Gericht hob seine Anklage auf, und er wurde freigelassen. Seine Rückkehr in die Gesellschaft war jedoch nicht von Ruhm geprägt, sondern von aufrichtiger Bescheidenheit. Vierzehn Jahre lang diente der ehemalige Banditenführer still in seiner Ortsgemeinde, fegte Böden und spülte Geschirr, und wartete auf Gottes Zeichen, das Wort zu ergreifen.
Ein Dorf, das durch seine neue Wirklichkeit umbenannt wurde
Issaks persönliche Veränderung spiegelte einen tiefgreifenderen gesellschaftlichen Wandel in seinem Dorf wider. Stuartpuram, einst von der Polizei gefürchtet, trägt heute im Volksmund den Namen Suvarthapuram, was «Evangeliumsdorf» bedeutet. Fast alle der rund 5’000 Einwohner bekennen sich heute zu Christus. Wo früher Polizisten patrouillierten, um Überfälle zu verhindern, stehen heute etwa 20 Gemeinden. Dieser Wandel wurde durch die beharrliche, langfristige Arbeit der Heilsarmee ermöglicht, die die Grundlagen für Bildung und Berufsausbildung legte und damit den Kreislauf der generationenübergreifenden Kriminalität durchbrach.
Ein Erbe mit bleibenden Früchten
Die Auswirkungen dieser geistlichen und gesellschaftlichen Erneuerung zeigen sich heute im beruflichen Erfolg der jüngeren Generation. Das Dorf, das einst berüchtigte Kriminelle hervorbrachte, ist heute eine Heimat für Ärzte, Lehrer und Beamte. Es hat sogar einen Landespolizeichef hervorgebracht. Darüber hinaus lebt das Bekenntnis zum Glauben in der Gemeinschaft aus eigener Kraft weiter: Junge Gläubige arbeiten gegenwärtig an der Übersetzung des Neuen Testaments in ihre Muttersprache, das Yerukula.
Datum: 02.09.2026
Quelle:
Joel News / Heilsarmee Indien