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Neue monastische Gemeinschaften – die Szene lebt

Gebet um den «Runden Tisch» in Vaumarcus (NE)
Nach klösterlichen Regeln zusammenleben ist «in». Der siebte europäische «New Monastic Round Table» (NMRT) brachte am Neuenburgersee fast 100 Teilnehmende zu Austausch, Information und Motivation zusammen.

Wer denkt, Mönche und Klöster sind ein Teil der Vergangenheit, irrt. Ständig entstehen in Europa neue monastische Gemeinschaften. Vom 21. bis zum 23. August trafen sich zum siebten Mal rund 100 Männer, Frauen, Jugendliche, Familien und Kinder zum europäischen «Runden Tisch» in Vaumarcus (NE). «Mitten im Quartier – anwesend oder verwurzelt?» war das diesjährige Thema.

Die junge Publizistin Lakshmi Piette Walker hat als Forscherin dutzende neumonastische Gemeinschaften in Grossbritannien besucht; sie zeigte auf, wie verschieden diese neuen Lebensgemeinschaften gestaltet sind und klassifizierte die Szene in acht Kategorien. Als packendes Beispiel aus Deutschland stellte sich dann die Gemeinschaft «Polylux» in Datzenberg (Neubrandenburg) vor, wo sich eine Gemeinschaft von Familien entschloss, in ein tristes und riesiges Plattenbauquartier zu ziehen und es durch das Evangelium mit Leben und Freude zu füllen.

Connect – catalyze – cultivate

Es waren Mitglieder aus 23 Gemeinschaften aus sechs Ländern, die dieses Jahr zwei Tage des Austauschs und der Inspiration zusammen verbrachten – von jungen Familien mit kleinen Kindern bis zu Mönchen und Nonnen in Tracht. Auffallend waren die vielen jugendlichen Teilnehmenden: Eine zweite Generation nach den Gründervätern und -müttern des «Round Table» ist aktiv in die Mitgestaltung eingestiegen. Neben dem jährlichen «Round Table» besucht man sich gegenseitig, kultiviert Beziehungen und inspiriert einander. Die ganze Bewegung ist eng mit «24/7 Prayer» verbunden – der weltweiten Gebetsbewegung, die ihrerseits sehr viele Wohngemeinschaften hervorgebracht hat.

Neues Leben in alten Mauern

Ein Trend in Europa: Alte Klöster, seit Jahrhunderten von Mönchen oder Schwestern bewohnt, stehen leer, weil kein Nachwuchs mehr da ist. Heute werden sie von neuen Gemeinschaften übernommen, die mitten im 21. Jahrhundert die monastische Tradition weiterführen – so etwa im Stadtkloster «Neues Zion» in den Niederlanden oder auch in der sogenannten «erfahrbar»-Gemeinschaft, wo eine christliche Mehrgenerationen-Wohngemeinschaft das ehrwürdige Kloster Fahr an der Limmat ergänzt.  

Monastisch leben: Was ist das Besondere?

Im Gespräch erklärt Marius Frey, einer der Gründer des NMRT, was an den monastischen Lebensgemeinschaften besonders ist – etwa im Unterschied zu «normalen» christlichen Wohngemeinschaften (zu denen enge freundschaftliche Beziehungen bestehen). «Wir leben in einem bestimmten geistlichen Rhythmus nach einem liturgischen Kalender. Alle monastischen Lebensgemeinschaften beten regelmässig zusammen, viele nach der benediktinischen Regel», führt er aus. Dazu kämen bestimmte geistliche Übungen wie Fasten.

«Ausserdem sind wir eine Lern-Gemeinschaft – wir leben als Jünger zusammen, und das Zusammenwohnen formt und schleift uns», so Frey weiter. «Wir haben Ämter und Rollen, aber keine Hierarchie. Doch jeder, der zu einer monastischen Gemeinschaft gehören will, verpflichtet sich dazu, nach ihren Grundsätzen zu leben. Schliesslich möchten wir in dem Umfeld, in dem wir leben, prägend wirken. Wir leben bewusst in unseren Berufen als Ausdruck des missionalen Lebensstils.» So würden sie versuchen, «Ora et Labora» heute umzusetzen. Sein Fazit: «Wir ehren und knüpfen bewusst an altkirchliche Traditionen an. Sie inspirieren uns. Die monastischen Bewegungen sind der Teil der Kirche, die bis heute am stärksten Werte und Praktiken der Alten Kirche bewahrt haben.» 

Datum: 27.08.2026
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Livenet

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