Kampagne für klimaverantwortliche Kirche lanciert
Die Reformierte Kirche des Kantons Zürich hat die Chance, schweizweit ein starkes Zeichen für die Bewahrung der Schöpfung zu setzen. Am 27. September stimmen die reformierten Kirchenmitglieder (ab 16 Jahren) über eine Änderung der Kirchenordnung ab, die ökologische Verantwortung verbindlich verankert. Das Komitee der Schöpfungsinitiative ruft die Stimmberechtigten auf, der Vorlage zuzustimmen.
Die Abstimmung geht zurück auf die Schöpfungsinitiative, die 2023 als erste erfolgreiche Volksinitiative innerhalb einer reformierten Landeskirche der Schweiz eingereicht wurde. Der Kirchenrat und die Kirchensynode haben die Anliegen aufgenommen und einen Gegenvorschlag ausgearbeitet. Das Initiativkomitee hat daraufhin seine ursprüngliche Initiative zugunsten des Gegenvorschlags zurückgezogen und unterstützt nun die vorliegende Kirchenordnungsänderung.
Kirche braucht Glaubwürdigkeit
«Die Kirche spricht seit Jahren über die Verantwortung für die Schöpfung. Nun kann sie zeigen, dass sie ihre Worte auch in Taten umsetzt», sagt Tobias Adam, Präsident des Initiativkomitees. «Ein Ja bedeutet, dass die Kirche Verantwortung übernimmt – gegenüber heutigen und künftigen Generationen.»
Die Vorlage verpflichtet Landeskirche und Kirchgemeinden, ihre Umweltauswirkungen systematisch zu erfassen und zu reduzieren. Zudem soll das Ziel erreicht werden, die Gebäude-bezogenen CO₂-Emissionen bis Ende 2035 auf Netto-Null zu senken. Ökologische Themen sollen stärker in Bildung, Spiritualität und kirchliches Handeln einfliessen.
Konkrete Wirkung in den Kirchgemeinden
Die Umsetzung geschieht in den Kirchgemeinden. Viele Gemeinden engagieren sich bereits heute für Nachhaltigkeit, etwa im Rahmen des kirchlichen Umweltlabels «Grüner Güggel». Die Vorlage baut auf solchen Erfahrungen auf und schafft einen verbindlichen Rahmen, damit Klimaschutz und Schöpfungsverantwortung in der ganzen Zürcher Kirche Schritt für Schritt umgesetzt werden können. Mögliche Massnahmen sind die energetische Sanierung kirchlicher Gebäude, der Ersatz fossiler Heizungen, nachhaltigere Verpflegung bei Anlässen oder die Förderung ökologisch wertvoller Grünflächen. Die Vorlage schreibt dabei keine einzelnen Massnahmen vor, sondern setzt verbindliche Ziele und schafft einen gemeinsamen Rahmen für die Kirche im Kanton Zürich.
Schöpfungsverantwortung als kirchlicher Auftrag
Für das Komitee ist die Vorlage mehr als ein Klimaprojekt. Sie ist Ausdruck eines christlichen Grundauftrags. Die biblische Tradition versteht die Erde als Schöpfung Gottes und den Menschen als Mitverantwortlichen für ihre Bewahrung. In einer Zeit von Klima- und Biodiversitätskrisen ist es wichtig, dass die Kirche ihrer Verantwortung nachkommt.
«Das Umweltlabel des Grünen Güggels steht seit Jahren für gelebte Schöpfungsverantwortung in vielen Kirchgemeinden. Mit der Abstimmung vom 27. September können wir dieses Engagement in der ganzen Kirche verankern», erklärt Maarit Franzki, Co-Leiterin der Pro-Kampagne.
Unter dem Motto «Nicht krähen. Handeln.» wird das Komitee in den kommenden Wochen mit Veranstaltungen und Aktionen im ganzen Kanton für ein Ja werben. Ziel ist es, möglichst viele reformierte Kirchenmitglieder für die Abstimmung zu mobilisieren.
Weitere Informationen finden sich hier.
Datum: 18.08.2026
Quelle:
Schöpfungsinitiative