LifeTrails: Hoffnung auf Schritt und Tritt
«Wir hatten die Idee, Erlebnis- und Themenwege zu gestalten, da dies eine gute Möglichkeit ist, sich mit einem Thema auseinanderzusetzen», gewährt Tobias Weyrich vom «Bibellesebund» (BLB) einen Einblick in die Entstehung des «LifeTrails».
Es gibt bereits viele Wege zu Unterhaltung und Sachthemen wie Pflanzen und Vögel. «Aber was wir vermisst haben, ist ein Weg, bei dem es für Familien und Gruppen um Zwischenmenschliches geht.»
Interaktiv und spielerisch
Ein fest installierter, permanenter Weg wäre aber zu aufwändig geworden, da hierfür zahlreiche Bewilligungen erforderlich gewesen wären. «Nun haben wir einen ersten mobilen Trail. Wir haben viele Angebote, die für eine gewisse Zeit in Gemeinden sind und die dann weiterziehen – das passt also zum BLB. Wir wollten ein sehr relevantes Thema, zu dem wir als Christen etwas zu sagen und weiterzugeben haben. So kam die Idee zum Thema ‘Hoffnung’ auf.»
Dieses Thema berührt alle Menschen und es ist wichtig für sie, beobachtet Tobias Weyrich. Wir haben uns dafür mit verschiedenen Fachkräften beraten. Unter anderem auch mit Andreas Krafft, der den Hoffnungsbarometer herausgibt. Wir haben nun einen Weg konzipiert, der für viele Altersgruppen, darunter Familien mit Kindern, aber auch Erwachsene, interessant ist. Er muss interaktiv und spielerisch sein.»
Hoffnungsorte schaffen
Weiter geht es darum, den Besuchern zu vermitteln, wie die spezifisch christliche Hoffnung aussieht. «Mit neun Stationen in Bischofszell haben wir dieses Konzept als Pilotprojekt getestet. Wir haben uns etwas mehr Besuchende erhofft, doch die Rückmeldungen derer, die sich trotz der grossen Hitze auf den Weg machten, waren durchaus positiv. Einige der Stationen sprachen auch immer wieder Laufkundschaft an. Es gibt nach dieser ersten Erfahrung noch einiges anzupassen, doch der Ansatz funktioniert.»
Das Ziel ist nun, den Trail zu finalisieren und danach den Weg jeweils für zwei bis drei Wochen mit einem Partner vor Ort – zum Beispiel einer lokalen, evangelischen Allianz oder ein bis zwei Gemeinden – aufzustellen. «Wir wollen zeigen, was Hoffnung bedeutet. Wir beobachten, dass Menschen zuversichtlich sind für ihr nahes Umfeld. Aber die Bedenken sind hoch, wenn man nach Hoffnung für die Gesellschaft, Politik, Natur und die Welt fragt. Da haben wir als christliche Gemeinden einen Auftrag. Wir wollen Hoffnungsorte sein.»
Gute Erinnerungen fördern Hoffnung
Bei der ersten sowie der letzten Station steht ein Baum. «An beiden hängen viele Symbole.» Beim Ausgangspunkt sind diese wenig verheissungsvoll. «Zum Beispiel: ‘Als letztes im Sportunterricht gewählt’, ‘Krieg’, ‘Kündigung’, ‘schwere Diagnose’ … alles Situationen, die einen hoffnungslos zurücklassen können.»
Anders sieht der Schlusspunkt aus. «Es ist ein Baum mit Symbolen voller Hoffnung. Die beiden Bäume bilden wie eine Klammer um den Weg.» Bei einer anderen Station unterwegs testen Besucher, welchen der in der Höhe aufgehängten Wunschzettel sie durch Hochspringen noch erreichen können und wie sich die Situation verändert, wenn einem jemand hilft. Und es wird die Frage gestellt, wie sich unsere Hoffnung verändert, wenn wir auf Gottes Hilfe vertrauen.
Weiter geht es mit Fotorahmen, die Erinnerungen an gute Erlebnisse wachrufen. Denn auch gute Erinnerungen fördern die Hoffnung. An einer weiteren Station wird nach der diesseitigen Hoffnung der Bibel gefragt. Über wetterfeste Hörstationen kann der Besucher verschiedene Tracks anhören, die daran erinnern, dass Gott uns nie allein lässt.
Am Abend werden die Hörstationen zwar jeweils weggeräumt, aber mittels QR-Codes können diese auch zu vorgerückter Stunde noch über eine Webseite gehört werden.
Länge? Unterschiedlich!
Die Länge des Wegs kann von Ort zu Ort variieren, da die Posten unabhängig sind von historischen Gebäuden oder lokalen Gewässern. «Wir schauen, wie die Gegebenheiten in einer Ortschaft aussehen. Da können kleine Wanderungen angedacht werden. Wie in Bischofszell ist es aber auch möglich, alles auf einer Distanz von einem Kilometer aufzubauen, so dass sich alle hundert Meter eine Station findet. Einzige Bedingung: Das Ganze ist nicht für einen Innenraum konzipiert, sondern als Outdoor-Erlebnis.»
In Bischofszell fanden unter anderem drei Führungen mit weiteren interessierten Veranstaltern statt, die den Pilot-Auftakt sehen wollten. «Es geht darum, etwas zu machen, das ausserhalb der Kirchenmauern geschieht, etwas das in der Gesellschaft relevant ist, gerade auch für Menschen, die nicht innerhalb der Kirchenmauern daheim sind.»
In der neuesten Ausgabe vom «BLB Fokus» findet sich ein Bericht zum Pilotprojekt in Bischofszell.
Zum Autor: Daniel Gerber schreibt seit 25 Jahren für Livenet. Er ist freier Journalist und Autor mehrerer Bücher; zuletzt «Wo Jesus barfuss geht» (im SCM Hänssler-Verlag) mit Markus und Katharina Freudiger. Besonders wohl fühlt er sich in den Weiten Afrikas. Er ist verheiratet mit Guilene und Vater von drei Kindern
Datum: 02.08.2026
Autor:
Daniel Gerber
Quelle:
Livenet